Kommunikations- und Logistikmarkt

14.03.2017
Kommunikationsmarkt

Pakete oder eingeschriebene Briefe abholen und aufgeben: Das können Sie rund um die Uhr an rund 80 My Post 24 Automaten. Zudem leert die Post in der ganzen Schweiz knapp 15 000 gelbe Briefeinwürfe

PostMail

Das Geschäft mit Briefen, Zeitungen und Werbesendungen blieb auch 2016 eine tragende Säule der Post. Die Substitution durch digitale Kanäle wirkt sich allerdings in zunehmendem Mass auf das Kerngeschäft von PostMail aus. Die Zahl der adressierten Briefe nahm im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent ab (2015: 1,4 Prozent). PostMail erzielte dennoch ein Betriebsergebnis von 317 Millionen Franken (Vorjahr: 358 Millionen). Der Betriebsertrag lag bei 2906 Millionen Franken (Vorjahr: 2820 Millionen). Die fortschreitende Digitalisierung wird weiterhin grossen Einfluss auf den Geschäftsgang der Post haben. Zum Vergleich: Ein Prozent Mengenrückgang bei den adressierten Briefen bedeutet einen Betriebsertragsrückgang von 14 Millionen Franken. Die durch Mengenrückgänge verursachten Ertragsminderungen konnten zwar nicht vollständig, aber dank Effizienzmassnahmen und guten operativen Leistungen zu einem beachtlichen Teil kompensiert werden. Bei der Entwicklung des Briefgeschäfts setzt PostMail auch weiterhin auf Direct Marketing und dessen Wirkungsvorteile für Unternehmen in der Schweiz.

PostLogistics

In Zusammenhang mit dem boomenden Onlinehandel nimmt die Dynamik in der Logistik weiter zu. Die von PostLogistics verarbeitete Paketmenge stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent (2015: +3,0 Prozent). PostLogistics erwirtschaftete ein Betriebsergebnis von 117 Millionen Franken, dies sind 28 Millionen weniger als im Vorjahr. Verantwortlich dafür sind der grosse Druck auf die Margen in einem vollständig liberalisierten Markt und – aufgrund einer Strategieüberarbeitung - höhere Aufwendungen durch die Übernahme der Produkthoheit für Privatkundenpakete von Poststellen und Verkauf. Der Betriebsertrag stieg dank der grösseren Paketmenge und einer höheren Nachfrage nach Wertlogistiklösungen um 20 Millionen auf 1572 Millionen Franken. Dadurch konnten Abgänge von Kunden im Stückguttransport und bei den Dienstleistungen Lager und Innight sowie tiefere Erträge im Treibstoffgeschäft überkompensiert werden. Das Marktumfeld fordert PostLogistics in zunehmendem Masse, da neue – auch branchenfremde – Konkurrenten vermehrt in den Logistikmarkt drängen. Dabei können, bedingt durch immer intelligentere Technologien, neue Wettbewerbsmodelle den Markt jederzeit grundlegend verändern.

Poststellen und Verkauf

Die Ablösung klassischer postalischer Produkte durch digitale Dienstleistungen und Angebote hält an. Der Bereich Poststellen und Verkauf verzeichnete 5,4 Prozent weniger Einzahlungen. Im vergangenen Jahr betrug das Betriebsergebnis von Poststellen und Verkauf -193 Millionen Franken (Vorjahr: -110 Millionen). Gleichzeitig ging der Betriebsertrag von 1601 Millionen auf 1196 Millionen Franken zurück. Dies ist einerseits auf den fortgesetzten Rückgang des Schaltergeschäfts und andererseits auf die Anpassung des internen Leistungsauftrags zurückzuführen. Seit der Ankündigung der Weiterentwicklung des Postnetzes bis 2020 ist die Post auf dem Weg, ein zukunftsfähiges Filialnetz mit einem breiten Angebot von physischen und digitalen Zugangsmöglichkeiten zu schaffen.

Swiss Post Solutions

2016 konnte Swiss Post Solutions das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 5 Millionen auf 20 Millionen Franken steigern. Das verbesserte Ergebnis kam massgeblich durch Kostensenkungen und die Umsetzung von Effizienzsteigerungsprojekten zustande und ging mit einer erneuten Verbesserung der internationalen Marktposition einher. So rückte Swiss Post Solutions 2016 weltweit auf Platz 4 der Top-Anbieter von Business Process Outsourcing Lösungen im Dokumentenmanagement vor. Der Betriebsertrag sank hingegen leicht von 609 Millionen auf 558 Millionen Franken und ist insbesondere auf die Veräusserung von nicht strategischen Bereichen zurückzuführen.