Altkleider sammeln

17.10.2017
Text: Lea Freiburghaus
entsprechender Ausschnitt aus der Grafik

Wer kennt sie nicht? Die weissen Säcke mit roter Aufschrift, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn man den Kleiderschrank ausmistet. Sie stammen von Texaid und werden eingesetzt, um gebrauchte Schuhe, Kleidung und Haushaltstextilien zu sammeln. 40 000 Tonnen Alttextilien jährlich sammelt das Unternehmen in der Schweiz – in Containern, mittels Strassensammlung sowie über ein Inshop-Sammelsystem in ausgewählten Textilfachgeschäften.

Ökologische Alternative gesucht

Weil die klassische Strassensammlung – Sammlung zu einem bestimmten Tag – speziell in ländlichen und stadtnahen Gebieten den ökologischen und ökonomischen Kriterien von Texaid nicht mehr entsprach, stellte sie das Unternehmen vor gut einem Jahr ein. Ein sinnvoller Ersatz wurde gesucht. Zusammen mit PostMail und einem weiteren Unternehmen aus der Branche entwickelte Texaid die Idee, die Kleidersäcke von Zustellern sammeln zu lassen – und zwar während ihrer normalen Tour.

Im Oktober 2016 führte die Post im Raum Luzern einen Pilotversuch durch. Dieser war so erfolgreich, dass sich Texaid entschieden hat, ab Februar 2017 die meisten Kantone via Post abzudecken. Seither sammeln die Postboten jeweils während eines Monats von Montag bis Freitag auf ihrer Zustelltour die Altkleidersäcke, die beim Hausbriefkasten bereitstehen. Die Säcke werden im Vormonat mit PromoPost an die entsprechenden Haushalte verteilt – inklusive einem Flyer, auf dem das Angebot beschrieben ist.

Willkommene Abwechslung

Didier Bourquin und seine Kollegen haben bereits Erfahrung mit der Kleidersammlung gemacht. Er sieht in ihr eine willkommene Abwechslung. «Für einmal bringe ich die Ware nicht, sondern nehme sie mit», meint der Zusteller aus Renens. Zwar befördere er während eines Sammelmonats mehr Volumen, der zeitliche Mehraufwand sei jedoch nur gering. Und wenn mal nicht alle Säcke Platz haben, dann nimmt er sie am Folgetag mit.

«Die neue Aufgabe wurde gut aufgenommen in meinem Team. Verspätung bei der Zustellung gab es deswegen bis jetzt nie», zeigt sich der 50-Jährige zufrieden. Und was hält er grundsätzlich davon, dass die Post Dritten neue Dienstleistungen auf der letzten Meile anbietet? «Das finde ich sehr gut. Es gibt uns Zustellern Arbeit, wodurch Arbeitsplätze erhalten werden können.»