Zauberwort Change-Management

Wer attraktiv und am Markt bleiben will, muss sich immer wieder anpassen. Die Post wandelt sich laufend. Wie geht sie mit Veränderungen um?

29.01.2019
Fotos: Museum für Kommunikation
  • Ob ideologisch oder physisch – bei der Post gibt es seit ihren Anfängen immer wieder Um- und Neubau. Hier ein Bild vom Bau der Post in Lugano 1935.

    Ob organisatorisch oder physisch – bei der Post gibt es seit ihren Anfängen immer wieder Um- und Neubau. Hier ein Bild vom Bau der Post in Lugano 1935.

  • Der Neubau des PTT-Gebäudes in Ostermundigen (BE) schuf 1959 viel Platz für Neues.

    Der Neubau des PTT-Gebäudes in Ostermundigen (BE) schuf 1959 viel Platz für Neues.

  • Hier wird Grosses geschaffen – auf der Baustelle der Schanzenpost in Bern 1963.

    Hier wird Grosses geschaffen – auf der Baustelle der Schanzenpost in Bern 1963.

  • So transportierte man früher Waren. Da ginge heute nicht mehr.

    So hat man vor etwa 75 Jahren Transportkarren beladen. Das ginge heute so nicht mehr.

  • Bahnpostwagen in Basel: So sah es vor etwa 75 Jahren aus.

    Bahnpostwagen in Basel: So sah es vor etwa 75 Jahren aus.

  • Bahnpostwagen 1974

    Bahnpostwagen 1974

  • Sihlpost Zürich: Paketpost-Sortierung mit Förderband vor gut 50 Jahren

    Sihlpost Zürich: Paketpost-Sortierung mit Förderband vor gut 50 Jahren

Um sich im Markt behaupten zu können, muss ein vielfältiges Unternehmen wie die Post bestehende Prozesse und Strukturen immer wieder überprüfen und anpassen. Jobprofile wandeln sich, neue Arbeitsfelder entstehen, andere verschwinden, ganze Bereiche werden neu organisiert. Derzeit steht etwa bei PostAuto ein grosser Wandel an: Die Organisation wird umstrukturiert.

Grosse Transformationen werden in der Regel von Fachleuten begleitet. Denn Veränderungen geschehen und gelingen nicht einfach so, Betroffene müssen sich vorbereiten können und bei der Veränderung begleitet werden. Peter Weishaupt, Leiter Veränderungsmanagement Personal, erklärt: «Es gibt dabei vielfältige Ansätze, die wir berücksichtigen. Wichtig ist es, bei den Betroffenen die Bereitschaft für den Wandel zu schaffen.»

Modellhaftes Handeln

Da ist etwa das Prinzip der drei Phasen: Erst muss bei den Betroffenen die Bereitschaft zur Veränderung geschaffen werden («auftauen»), um danach an der Fähigkeit, mit der neuen Situation umzugehen («bewegen»), zu arbeiten. Schliesslich gilt es, neue Verhaltensmuster zu festigen («einfrieren») – so entsteht eine neue Stabilität.

«Um erfolgreich zu sein, gilt es, unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen», sagt Peter Weishaupt. «Man muss etwa Sinn vermitteln, Orientierung geben, Partizipation ermöglichen, transparent kommunizieren und Vorbilder bieten. Zentral für die Umsetzung ist die Führungsarbeit der Vorgesetzten. Sie sind im direkten Kontakt mit ihren Mitarbeitenden.»

Das bedeutet beispielsweise bei PostAuto, wo nun etliche Umstrukturierungen im Gange sind, Folgendes: Es gibt Workshops mit Vorgesetzten, Teamentwicklungsaktivitäten und den «Tag des offenen Projekts» – hier können Mitarbeitende aktiv partizipieren und den Wandel mitgestalten.

Veränderung bedeutet oft auch Unsicherheit und kann Ängste schüren. «Es ist wichtig, nahe bei den Leuten zu sein und auf ihre Ängste, Sorgen und Probleme einzugehen», weiss Peter Weishaupt.

Unterstützung bei Verunsicherung

Bei PostLogistics kam es beispielsweise 2016 zu grundlegenden Veränderungen in der Ablauf- und Aufbauorganisation der Distributionsbasen. «Hier hat man vor Ort sogenannte Zukunftsgruppen unter Leitung von HR-Beratenden gebildet. Sie haben die Betroffenen in der Veränderung begleitet.»

Die Umwälzungen waren existenziell. Es ging um die Verlegung des Arbeitsorts, Umschulungen, Stellenwechsel und Sozialpläne.

Transformation kann aber auch bedeuten, dass man sich als Bereich neu erfinden muss: wie beispielsweise bei PostNetz. Mit dem starken Rückgang der Kundenfrequenz in den Filialen war nicht nur eine veränderte Produktepalette gefragt, sondern insbesondere auch eine neue Haltung. «In den Filialen hat ein kompletter Kulturwandel stattgefunden», erklärt Peter Weishaupt. Einst tat man als Schalterbeamte Dienst, später arbeitete man als Detailhändler und heute sind die Mitarbeitenden als Berater tätig. Man wirbt um die Kundinnen und Kunden und geht die Tätigkeit mit einer grundlegend anderen Haltung an.