Stimmungsbarometer

Das Postjahr 2108 war geprägt von Höhen und Tiefen. Wir haben Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen gefragt, was für sie im vergangenen Jahr besonders herausfordernd war und was sie sich im neuen Jahr wünschen.

11.12.2018
Text: Magalie Terre
  • Andreas Weber

  • Cosimo Fiordiriso

  • Judith Belser

  • Lucas Niedermann

  • Jürg Schenk

  • Céline Noguera

  • Flavien Claviaz

  • Stefanie Kessler

  • Arno Gartmann

Andreas Weber, Leiter OPS und TQM Postverzollung, seit acht Jahren bei der Post

«In der Postverzollung wickeln wir den Import und Export im weltweiten Postverkehr ab. Im Paketbereich (Urdorf) haben wir Anfang 2018 einen grossen Teil des Importvolumens verloren. Gleichzeitig wachsen wir im Import von Kleinwarensendungen (Mülligen) sehr stark. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen haben wir unsere komplette Organisationsstruktur neu ausgerichtet. Wir konnten die Verzollungsprozesse komplett digitalisieren, verschlanken und sind nun deutlich flexibler und somit schlagkräftiger aufgestellt. Hier ein grosses Kompliment an unsere Mitarbeitende. Ohne sie wäre das in dieser Form nicht möglich gewesen. Nach den schwierigen letzten Monaten, auch auf Konzernebene, wünsche ich mir, dass wir im ganzen Konzern noch näher zusammenrücken und bei der Arbeit im Sinne von «dienen und leisten» an einem Strick ziehen. So werden wir auch wieder positive Nachrichten schreiben. Ausserdem steht die Titelverteidigung «beste Post der Welt» auf der Agenda… Ich freue mich auf 2019!».

Lucas Niedermann, Zusteller, Gruppenchef-Stellvertreter, Distributionsbasis Wädenswil, seit drei Jahren bei der Post

«Ich denke, dass 2018 die grösste Herausforderung für die Post der PostAuto-Skandal war. Für mich waren mein Lehrabschluss und die anschliessende Übernahme der Gruppenchef-Stellvertreter-Stelle 2018 die grössten Herausforderungen. Fürs neue Jahr wünsche ich mir, dass wir Paketboten neue und schnellere Scanner erhalten. Für unsere Kunden wünsche ich mir, dass sie Dienstleistungen wie der MP24 nutzen können. Ein weiterer Wunsch ist, dass PostLogistics trotz zunehmender Konkurrenz die Nummer eins im Paketgeschäft bleibt und die Post einen besseren Ruf in der Gesellschaft erhält. Dieser hat aufgrund der diversen Schliessungen und der Postauto-Affäre gelitten.»

Stefanie Kessler, Projektleiterin E, seit über einem Jahr bei der Post

«Im Bereich E-Voting war das Jahr 2018 sehr wichtig und herausfordernd. Wir konnten weitere Kantone gewinnen und haben die Sicherheit unserer Lösung weiter ausgebaut. Viele Ressourcen waren doppelt belastet – auch aufgrund unserer Matrixorganisation. Ausserdem gibt es von Seiten Politik immer wieder Bestrebungen, die zum Teil auf unbegründeter Angstmacherei basieren, um den Einsatz von E-Voting zu verhindern. Der Bereich E hat es gemeinsam mit I geschafft, alle geplanten Aktivitäten zur grossen Zufriedenheit unserer Kantone und anderer Interessensgruppen zu erledigen. Für das Jahr 2019 wünsche ich mir, dass im Konzern wieder etwas Ruhe einkehrt. Für E-Voting wird 2019 ein wegweisendes Jahr werden. Es gilt, die Gegner von E-Voting weiter mit unserer Lösung zu überzeugen, neue Kantone auf unserer Plattform zu integrieren und den geplanten öffentlichen Sicherheitstest (Intrusionstest) zu bestehen. Ausserdem werden wir das System mit der sogenannten universellen Verifizierbarkeit auf eine neue Sicherheitsstufe bringen. Damit werden die Kantone die Resultate nachzählen können. Selbstverständlich muss auch der laufende Betrieb in bester Qualität sichergestellt werden. Es gibt viel zu tun 2019 – packen wir es zusammen an.»

Judith Belser, Mitarbeiterin Kontaktcenter, Ausbildungsverantwortliche Standort Netstal, seit 16 Jahren bei der Post

«Nach dem Go-Live von CBT den ersten Anruf eines Kunden entgegennehmen – da war ich schon ein bisschen nervös. Die Kunden waren ja live am Draht, das heisst, wir mussten alle Systeme beherrschen. Ich wünsche mir, dass unsere Systeme stabiler werden, so dass wir die Kunden effizienter bedienen und deren Wartezeiten verringern können.»

Arno Gartmann, Teamleiter Governance und Regulatory Affairs, seit vier Jahren bei der Post

«Der Bundesrat hat einen Richtungsentscheid gefällt: Das Kreditverbot für PostFinance soll aufgehoben werden. Davon ist nicht nur PostFinance betroffen – es gibt viele Interessen, die man unter einen Hut bringen muss: Unterstützer aktivieren und Gegner überzeugen. Ich wünsche mir, dass das Kreditverbot tatsächlich eines Tages aufgehoben wird. Und dass PostFinance aufgrund der Diskussionen über das Thema gegenüber anderen Banken an Profil gewinnt. Dafür setze ich mich ein».

Cosimo Fiordiriso, Verkaufsingenieur Geschäftskunden Nordwestschweiz, seit neun Jahren bei der Post

«Bei PostFinance werden bestehende Strukturen aufgelöst und durch neue ersetzt. Dadurch entstehen Chancen und Unsicherheiten. Es fordert mich, diesen Spagat erfolgreich zu meistern. Mein Wunsch ist, dass alle Mitarbeitenden in die digitale Transformation einbezogen werden und dass wir bald wieder Stabilität haben.»

Céline Noguera, Leiterin Marketingkommunikation PubliBike, seit über einem Jahr bei der Post

«Dieses Jahr eröffneten wir unsere ersten wirklich grossen Netze: «Züri Velo» und «Velo Bern». Ich war in der Projektphase eingestiegen – und nun kam der Ernst des Lebens. In den ersten Wochen waren für mich jeder Kunde und jede Kundin, die auf einem PubliBike durch die Stadt brausten, ein bewegender Anblick. 2019 wird das erste volle Geschäftsjahr der neuen Ära sein. Bleiben uns die Kundinnen und Kunden treu? Kommen neue hinzu? Wird die Marke PubliBike einmal ebenso bekannt sein wie die gelben Postautos? Viele Fragen, die meine Arbeit auch im Jahr 2019 sehr spannend machen.»

Flavien Claivaz, Marketingleiter PostAuto-Gebiet West, seit sechs Jahren bei der Post

«In Payerne (VD) betreiben wir seit dem 9. Dezember 2018 den neuen Ortsbus. Es ist der 13. Ortsbus von PostAuto der Romandie. Schweizweit betreibt PostAuto um die 40 Stadtnetze. Es war ein Erfolgserlebnis, dass wir nach all den Vorarbeiten den Zuschlag der Stadt erhielten. Ebenso, dass wir im Kanton Neuenburg zwei Linien übernehmen konnten. Ich freue mich auf das Jubiläum unserer Simplonpass-Linie: Seit 100 Jahren können die Fahrgäste im Postauto von Brig nach Domodossola reisen. Eine Herausforderung wird die Ausschreibung sämtlicher Linien im Jura sein. Und spannend wird auch sein, wie die Dynamik aus der Neuorganisation die Kultur bei PostAuto verändern wird.»

Jürg Schenk, Fahrdienstleiter PostAuto-Betriebshof Bern, seit 31 Jahren bei der Post

«10 der 25 Fahrerinnen und Fahrer meines Teams nähern sich dem Pensionsalter. Daher rekrutiere ich laufend neues Fahrpersonal. Ich habe dieses Jahr gemerkt, dass sich die PostAuto-Krise auf die Fragen der Bewerberinnen und Bewerber ausgewirkt hat. «Wie sind die Arbeitsbedingungen?», «Wie sicher ist mein Arbeitsplatz?», sind Fragen, die häufiger gestellt werden als früher. Die Hälfte meiner Mitarbeitenden ist über 50 und somit nicht mit dem Smartphone in der Hand geboren. Drei von ihnen besitzen nicht mal eines. Ich hoffe, es gelingt mir dennoch, sie stärker für das Fahrer-Tablet zu begeistern. Denn für sie ist es ein wichtiges internes Kommunikationsmittel. Es ersetzt das Intranet. Manchmal trainieren sie ihre digitale Fitness gegenseitig, indem sie sich im Pausenraum Tipps für den Gebrauch des Tablets geben.»