Tu Gutes und sprich darüber

In der Schweiz gibt es rund 3000 Non-Profit-Organisationen (NPO). Wir zeigen auf, wer weshalb spendet.

22.12.2015
Text: Claudia Iraoui; Fotos: Shutterstock

Die Nachricht, dass Mark Zuckerberg 99 Prozent seiner Facebook-Aktien für einen guten Zweck spendet, ist noch ganz frisch. Eine solch grosszügige Spende gab es noch nie – sind Zuckerbergs Aktien doch ca. 45 Milliarden US-Dollar wert. Auch wenn die Spende des Facebook-Mitbegründers fast zu schön ist, um wahr zu sein, bleibt doch die Tatsache, dass ein Grossteil der Spenden für Non-Profit-Organisationen von Privatpersonen stammt.

Fundraising ist das effizienteste Mittel für NPO, um ihre Projekte zu finanzieren, und ein äusserst weites Feld: Fundraising, bzw. die Mittelbeschaffung, kann via Crowdfunding, Mikrokredite oder Spendensammeln erfolgen und sowohl von Unternehmen als auch von Privaten (als Gönner oder sporadische Unterstützer) sichergestellt werden.

1,7 Milliarden Franken Spenden

Gemäss einer Marktstudie der One Marketing Services AG spenden in der Schweiz ca. 70 Prozent der Frauen und 64 Prozent der Männer. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Spendenbereitschaft zu: Während 48 Prozent der 20- bis 29-Jährigen spenden, sind es bei den 40- bis 49-Jährigen bereits 69 Prozent und bei den über 60-Jährigen sogar 84 Prozent. Im Interview bestätigt Martina Ziegerer, Geschäftsleiterin der Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen (Zewo), dass die Schweizerinnen und Schweizer sehr altruistisch sind: 2014 wurden stolze 1,7 Milliarden Franken gespendet. «Berechnungen zufolge spenden drei Viertel der privaten Haushalte im Durchschnitt regelmässig 500 Franken an vier oder fünf Organisationen», erklärt Martina Ziegerer.

Direct Mailing ist Trumpf

Ärzte ohne Grenzen, Rega, UNICEF, WWF, Terre des Hommes, Pro Infirmis, Texaid … NPO gibt es wie Sand am Meer, und es herrscht Wettbewerb zwischen ihnen: In der Schweiz sammeln ca. 3000 Organisationen für karitative Zwecke. NPO greifen dafür auf die Dienstleistungen und die Kompetenz verschiedener Postbereiche zurück, z. B. von PostMail, Poststellen und Verkauf oder PostFinance. Der wichtigste Fundraisingkanal ist das Direct Mailing, das 80 Prozent der Spendeneinnahmen generiert. Bei Mailings an Personen, die bereits einmal gespendet haben, ist mit einem Response von 5 Prozent zu rechnen. Enthalten die Mailings kleine Geschenke, kann er sogar bei 15 Prozent liegen. Bei Mailings hingegen, die sich an neue Spenderinnen und Spender richten, liegt der Response zwischen 0,3 Prozent bei unadressierten und 2 Prozent bei adressierten Sendungen.

«Non-Profit-Organisationen sind für PostMail wichtige und wertvolle Kunden», so Ulrich Brütsch, Consultant für Direct Marketing Services bei PostMail. «Die Organisationen wecken mit den Mailings bei den Empfängern Emotionen. Dies schaffen sie unter anderem, indem sie wahre Geschichten von Betroffenen erzählen. Wichtig ist auch, dass die Spender möglichst schnell erfahren, was mit dem Geld passiert», erklärt Ulrich Brütsch. Ausserdem kommunizieren die NPO so mit ihren Spenderinnen und Spendern, bilden ein Vertrauensverhältnis und können den Rücklauf der eigenen Spendenaktionen messen.

3-D-Mailing und Timing

Um Spender zu gewinnen, braucht es Werbung, die auffällt, zum Beispiel mit einem Gadget (ein sogenannten 3-D-Mailing). «Trotz der Mehrkosten ist die Responsequote bei 3-D-Mailings höher. Eine NPO hat ihrem Mailing beispielsweise einen Schwamm in der Form des afrikanischen Kontinents beigelegt, um auf die dort herrschende Dürre aufmerksam zu machen», erzählt Ulrich Brütsch. Ein anderer wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Fundraisingkampagne ist die Geschwindigkeit eines Mailings. Insbesondere bei Katastrophen gilt: Je eher das Mailing im Briefkasten liegt, desto grösser ist die Chance einer Spende. Aber die Zeiten ändern sich, und viele Menschen möchten mehr tun, als nur Geld spenden: «Es wollen immer mehr Menschen, auch jüngere, persönlich helfen und sich nicht nur mit Geld engagieren», bestätigt Ulrich Brütsch.

Fundraising bei der Post

Auch die Post unterstützt mehrere Fundraisingaktionen, z. B. «2x Weihnachten», «Ein zweites Leben für Postkleider» oder das Sammeln von Handys in Poststellen. Ausserdem arbeitet die Post eng mit dem Schweizerischen Roten Kreuz zusammen und unterstützt bei Katastrophen die Glückskette.

www.2xweihnachten.ch

www.post.ch/nachhaltige-beschaffung > Ein zweites Leben für Postkleider

www.srk.ch

www.glueckskette.ch