Shoppen in Paris?

Immer mehr Kunden verlangen nach individuellen Kundenlösungen. Wie verändert dieser Trend die Zusammenarbeit? Wir haben sechs Bereiche der Post dazu befragt.

25.08.2015
Text: Sandra Gonseth

Praktisch, wenn die Stilettos mit einem Klick aus Paris bestellt und von PostLogistics nach Hause geliefert werden. Und verströmt das rosafarbene Seidenpapier, das die Schuhe sanft umwickelt, etwa noch einen Hauch von Chanel Nr. 5? Tatsache ist, dass Sarenza, der Betreiber des E-Schuhshops, den ganzen Onlinehandel von A bis Z der Post übergeben hat (siehe Kasten rechts).

Sechs Entwicklungsschwerpunkte

Der digitale Lebensstil schafft neue Kundenbedürfnisse. Gerade durch den Boom im E-Commerce wächst der Logistikmarkt weiter. Aufgrund der Marktattraktivität entwickelt sich ein intensiver Wettbewerb, der international geprägt ist. Ob E-Commerce, Direct Marketing, Onlinebanking, E-Post, physisches und digitales Dokumentenmanagement oder Mobilitätslösungen: Die Post reagiert mit diesen sechs Entwicklungsschwerpunkten auf die veränderten Bedürfnisse der Kunden.

Auswirkungen auf die Zusammenarbeit

Doch wie verändert das neue Kundenverhalten die Zusammenarbeit der Post mit ihren Kunden? «Wir müssen Trends früh erkennen und die Kundenbedürfnisse noch besser verstehen, damit wir kundennahe und marktspezifische Lösungen entwickeln können», erklärt Alexandre Sonigo, PostLogistics-Kundenberater für Sarenza. Es sei deshalb unumgänglich, sich ein Bild vor Ort zu machen. So spüre man auch die Mentalität und die kulturellen Unterschiede am besten. «Dann versuchen wir aus etwas Kompliziertem etwas Einfaches zu machen.» Dass die Post zurzeit als einzige Anbieterin über eine Komplettlösung für den gesamten Warenfluss verfüge, sei nur einer von vielen Trümpfen.

Eine neue Dynamik

Auch die Bedürfnisse von langjährigen Postkunden wie der im Versandhandel tätigen Angela Bruderer AG (heuer 35 Jahre Zusammenarbeit) haben sich verändert. Vor zwei Jahren hat CEO Jochen Thomann in dieser Zeitung angetönt, dass sich bei der Post in Sachen Innovation etwas tue. Heute bestätigt er: «Bei der Post scheint tatsächlich eine neue Dynamik aufgekommen zu sein, sei es aufgrund des erkannten Marktpotenzials durch den florierenden Onlinehandel oder die wachsende Konkurrenz.» Durch das neue Preismodell bei den Katalogen sei das Unternehmen flexibler geworden. «Heute bestimmt primär das aktuelle Sortiment die Anzahl der Katalogseiten und nicht mehr die Gewichtsgrenze», so Jochen Thomann. Dadurch könne auch mal eine Produktkategorie beworben werden, die früher über die Klinge springen musste.