PostAuto

Neuer Kurs

Für viele Mitarbeitende sind die Zeiten turbulent und auch schmerzvoll. Dank ihrer Treue gehts mit Zuversicht in die Zukunft.

Ausgabe 4/2018
Text: Claudia Langenegger; Fotos: Annette Boutellier
Ein Postauto im Kiental

Erstaunen, Fassungslosigkeit, Enttäuschung. So lassen sich die Reaktionen auf den Fall PostAuto zusammenfassen. Der Schock bei den Mitarbeitenden ist gross und hält noch immer an. Der externe Untersuchungsbericht und das Expertengutachten haben unmissverständlich zutage gefördert: Die Buchhaltung bei PostAuto wurde über Jahre hinweg systematisch und umfassend manipuliert, um Gewinne zu verschleiern. Während Jahren haben zudem sämtliche Kontrollorgane versagt, schleppend oder gar nicht reagiert.

Massnahmen für den Umbruch

Die ersten Massnahmen wurden umgehend ergriffen, doch die Sache ist noch nicht ausgestanden. Die Untersuchung vom Bundesamt für Polizei fedpol läuft noch. PostAuto ist nach den personellen Massnahmen nun daran, die strukturellen und organisatorischen Veränderungen umzusetzen. Strategisch wird ein neuer Kurs gefahren: PostAuto konzentriert sich künftig wieder stärker aufs Kerngeschäft. Zudem müssen neue Führungskräfte gewonnen werden.

Erlebnis Postauto

Bis die Unsicherheiten verschwunden sind und sich ein Courant normal einstellen kann, wird es seine Zeit dauern. Auch das verspielte Vertrauen wiederaufzubauen, geschieht nicht von heute auf morgen. Was derzeit passiert, ist erst der Beginn des Neustarts bei PostAuto.

Beim Wort «Postauto» denken wir natürlich unwillkürlich an die Fahrzeuge, an die gelben «Poschis» oder den unverwechselbaren Dreiklang, mit denen manch einer ein Stück Heimat und tolle Erlebnisse verbindet.

Wer erinnert sich nicht an eine einmalige Postautofahrt über abgelegene Bergstrassen oder durch einsame, hügelige Voralpen? An Fahrerinnen oder Fahrer, die sich selbst von wildesten Schulklassen nicht aus der Ruhe bringen liessen, die mit Humor antworten und genauestens Auskunft geben können über Wind, Wetter, Wanderwege und Fahrpläne?

Besinnung auf beständige Werte

Der Situation zum Trotz – dies alles ist nach wie vor vorhanden. Die «Poschis» fahren pünktlich wie immer, erschliessen selbst entlegene Gebiete. So viele Fahrerinnen und Fahrer verrichten ihre tägliche Arbeit mit viel Herzblut, Freude und Berufsstolz. Sie vermitteln Integrität, Bodenständigkeit und Zuverlässigkeit und sind jederzeit für ihre Kundinnen und Kunden da.

Die Chancen stehen gut, dass die positiven Erlebnisse wieder vermehrt in den Vordergrund treten – dank des Einsatzes und Verantwortungsbewusstseins der Mitarbeitenden.

Zu diesen Qualitäten müssen die Schweizerische Post und ihre Führungspersonen besonders Sorge tragen. Mit den eingeleiteten Massnahmen ist der Anfang dafür gemacht. Aber: Die Zeiten sind und bleiben intensiv. Mit dem Neustart ist auch «Rückbesinnung» das Schlagwort der Stunde.

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GV vom 26. Juni 2018

Die Jahres- und Konzernrechnung sowie der Lagebericht der Post wurden genehmigt und dem Verwaltungsrat wurde eine eingeschränkte Décharge erteilt. Ausgenommen davon sind die Ereignisse im Fall PostAuto. Aus dem Gewinn von 457 Millionen Franken im Jahr 2017 fliessen wiederum 200 Millionen Franken als Dividende an den Bund.

2019 gelten neue Obergrenzen für die Entlöhnung der Konzernleitung. Als Revisionsstelle 2018 wurde KPMG wiedergewählt. Für die Jahre ab 2019 wird ein neues Wirtschaftsprüfungsunternehmen bestimmt.

Andreas Schläpfer tritt altershalber aus dem Verwaltungsrat aus. Auf ihn folgt Peter Hug. Der Politikwissenschaftler verfügt über eine langjährige internationale Erfahrung in der Pharmabranche. Adriano P. Vassalli und Susanne Blank haben ihre Mandate niedergelegt. Die Nachfolge für beide Vakanzen ist noch offen.