Schwieriges Jahr, gute Zahlen

Die Post liefert regionales Gemüse frisch ab Bauernhof - das ist eine der vielen Massnahmen, mit denen sie die Bedürfnisse der Kunden und des Markt aufnimmt. Die Strategie geht auf: Das Jahr 2018 schliesst positiv ab.

19.03.2019
Fotos: Michael Sieber, Joel Schweizer
  • Bilanz? Gut! Die Post hat das Jahr 2018 trotz aller Schwierigkeiten erfolgreich gemeistert.

    Bilanz? Gut! Die Post hat das Jahr 2018 trotz aller Schwierigkeiten erfolgreich gemeistert.

  • Die Post liefert Bio-Gemüse frisch ab Hof. Zusteller Florian Wahlich auf dem Hof von Kathrin Wullschleger in Bolligen (BE).

    Innovation und Wachstum: Die Post liefert Bio-Gemüse frisch ab Hof. Zusteller Florian Wahlich auf dem Hof von Kathrin Wullschleger in Bolligen (BE).

  • Strategische Optimierung: Mit dem boomenden Onlinehandel steigt die Menge der zu verarbeitendende nPakete laufend an. PostLogisti udn sorgt mit neuen regionalen Paketzentren für höhere Kapazitäten.

    Strategische Optimierung: Mit dem boomenden Onlinehandel steigt die Paketmenge laufend an. PostLogistik sorgt mit neuen regionalen Paketzentren für höhere Kapazitäten.

  • Strategische Weiterentwicklung: Mit dem neuen Filialkonzept wie in der Hauptpost Luzern (Bild) stehen Beratung und Kundennähe stärker im Zentrum.

    Strategische Weiterentwicklung: Mit dem neuen Filialkonzept wie in der Hauptpost Luzern (Bild) stehen Beratung und Kundennähe stärker im Zentrum.

  • Wachstum und Innovation: Neu hilft die App «Valuu» bei der Suche nach der passenden Hypothek.

    Wachstum und Innovation: Neu hilft die App «Valuu» bei der Suche nach der passenden Hypothek.

  • Regulation: Dialoganlässe helfen der Post, die Bedürfnisse von Bevölkerung und Behörden besser zu bedienen.

    Regulation: Dialoganlässe helfen der Post, die Bedürfnisse von Bevölkerung und Behörden besser zu bedienen.

Mit 405 Millionen Franken liegt der Konzerngewinn unter dem Vorjahreswert, dies hat hauptsächlich mit dem schwierigen Zinsgeschäft bei PostFinance und der Bereinigung rund um die Rückzahlungen bei PostAuto zu tun.

Der Paketmarkt hingegen boomt – es werden mehr und mehr Pakete versandt. Dementsprechend positiv sind die Zahlen bei PostLogistics. Auch bei PostMail und PostNetz sieht es gut aus. Beide Bereiche agieren in einem schwierigen Marktumfeld: Die Briefmengen sinken, die Filialen werden immer weniger besucht. Sie konnten aber ihre Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessern.

Hervorragende Arbeit, gute Strategie

Die guten Resultate hat die Post der ausgezeichneten Arbeit der Mitarbeitenden zu verdanken. Mit ihrem Einsatz und Engagement helfen sie tagtäglich mit, die Strategie und deren konkreten Massnahmen erfolgreich umzusetzen.

Insgesamt ist die Post strategisch auf gutem Kurs. Sie folgt der Vision «Einfach mit System». Die Konzernstrategie beinhaltet folgende vier strategische Stossrichtungen: Weiterentwicklung, Wachstum & Innovation, Optimierung und Regulation. Wie die Strategie im vielfältigen Konzern umgesetzt wird, legen die Bereiche fest. Ihre Strategien leiten sie aus der Konzernstrategie ab und definieren daraufhin ihre Massnahmen. Wir haben einige Beispiele herausgepickt.

PostMail: innovativ und frisch unterwegs

PostMail setzt unter anderem auf neue Ideen auf der sogenannten letzten Meile. In diesem ergänzenden Geschäftsfeld werden Angebote lanciert, die das Kerngeschäft des Bereichs passend ergänzen. Die Post antwortet damit auf die sinkenden Briefmengen und verfolgt das Ziel, die sich wandelnden Kundenbedürfnisse zu befriedigen: Die Angebote der letzten Meile sollen den Kunden den Alltag erleichtern. Auf diese Weise leistet PostMail einen wichtigen Beitrag zur strategischen Stossrichtung «Wachstum und Innovation».

Bereits wurden unterschiedlichste Projekte regional und schweizweit umgesetzt: Die Zustellenden holen beispielsweise zu Hause oder im Büro Nespressokapseln zum Recyclen ab, nehmen den Altkleidersack mit, bringen frisches Brot oder Gemüse vom Bauern aus der Region. Weitere Angebote werden laufend getestet.

Einen Einblick bietet der Zusteller Florian Wahlich aus dem Zustellgebiet Ostermundigen. Er beliefert seine Kunden nebst der Briefpost regelmässig mit frischem Gemüse: «Wir liefern Produkte von Dänu’s Hofprodukten aus Walterswil BE, vom Bio-Hof der Familie Moser in Bangerten BE und vom Bauer, der bei ‹bioabi.ch› angeschlossen ist.» Die Kundenkontakte selbst laufen über die Bauern, die Post fungiert rein als Logistikpartnerin. Der Mehraufwand ist entsprechend klein.

So bringen die Bauern ihre regionalen Produkte, einfach verpackt, frühmorgens zur Zustellstelle. Nur «bioabi.ch» stellt eine Ausnahme dar. Dort fährt ein Mitarbeiter der Post zum Biohof von Kathrin und Thomas Wullschleger-Reinhard in Bolligen, wo jeweils um die drei Dutzend Gemüsetaschen bereitstehen. Zurück auf der Zustellstelle wird die adressierte Ware durch die Post nach Postleitzahl aufgeteilt, dem jeweiligen Team zugeordnet und auf die Briefboten verteilt. «Wir bringen die Gemüsetaschen noch gleichentags mit der normalen Post zu den Kunden.» Auf der Adressetikette ist jeweils vermerkt, wo die Gemüsetaschen deponiert werden können – das Milchfach ist ja zu klein dafür. «Da steht etwa ‹im Hauseingang› oder ‹hinter dem Blumentopf›», erklärt Florian Wahlich.

Für ihn ist die Gemüselieferung eine gute Sache: «Ich finde es toll, wenn wir Pöstler auch Gemüse oder frisches Brot liefern.» Ein Dienst, den ebenso die Bauern und die Endkunden begrüssen. Für den Bauern bedeutet diese Feinverteilung seiner Produkte durch die Post eine grosse logistische Entlastung. Die Lösung garantiert zudem kurze Transportwege und eine geringe Lagerzeit, wodurch die Produktfrische unterstützt wird. Endkunden schätzen insbesondere den einfachen Zugang zu regionalen Produkten sowie die bequeme und ökologische Heimlieferung mit den Elektrorollern der Post. Die Post leistet dadurch einen wertvollen Beitrag zur regionalen Verankerung.

PostFinance: Valuu vermittelt die passende Hypothek

PostFinance wird zum Digital Powerhouse. Und will sich neue Ertragsquellen erschliessen. Zum Beispiel mit der App «Valuu»: Die Plattform hilft dem Kunden, die passende Finanzierung für seine Immobilie zu finden. Kunden können erstmals Hypothekarangebote von verschiedenen Instituten vollständig digital vergleichen und das passende Angebot direkt abschliessen.

PostFinance tritt dabei als Vermittlerin auf, die eigenen Hypotheken werden momentan auf Valuu nicht angeboten, um die Unabhängigkeit der Plattform zu untermauern.

Interview zu Valuu und weitere Infos zur Plattform finden Sie hier.

PostNetz: neues Kleid, neuer Inhalt

Das Kundenverhalten hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Dies ist mitunter eine Folge neuer gesellschaftlicher Trends wie der Digitalisierung und der gesteigerten Mobilität. Dies erfordert eine Anpassung des Angebots der Post. Im Bereich PostNetz ist die Modernisierung der eigenbetriebenen Filialen ein Beispiel der strategischen Weiterentwicklung.

In den nächsten vier Jahren wird in rund 300 Filialen ein neues Konzept eingeführt. Die Räumlichkeiten werden umgebaut und offener gestaltet. Gleichzeitig wird die Rolle der Mitarbeitenden neu definiert. Im Fokus steht die Begleitung und Beratung der Kunden. Nebst der klassischen Bedienung am Schalter beraten die Mitarbeitenden im Verkaufsraum am Laptop und Tablet. Die Kunden werden zudem auf die Alternativen zum Schaltergeschäft hingewiesen und mit Onlinediensten oder mit Produkten wie etwa dem My Post 24-Automaten vertraut gemacht.

Dialog mit der Bevölkerung

Wenn etwa eine Postfiliale transformiert wird, spricht die Post nicht nur mit Gemeindevertretern, sondern will auch der Bevölkerung aufzeigen, wie und weshalb die Post ihr Angebot weiterentwickelt. Damit verfolgt die Post die grundsätzliche Strategie, bei den regulatorischen Rahmenbedingungen mitzuwirken. So verstehen sich die Teams der regionalen Kommunikation der Post als Dienstleister und versuchen, durch ihre Arbeit die politischen Rahmenbedingungen so mitzugestalten, dass die verschiedenen Bereiche der Post ihre Arbeit möglichst zielführend leisten können – und im Dienste des Service public.

PostLogistics: Mehr Pakete, neue Zentren, grössere Effizienz

PostLogistics setzt in ihrer Verarbeitungsstrategie auf Optimierung, denn der Onlinehandel boomt – 2007 hat PostLogistics gegen 104 Millionen Pakete verarbeitet, 2018 waren es bereits 138 Millionen. Neben den Paketmengen steigt auch der Anteil an Priority-Paketen laufend, sie machen mittlerweile über 50 Prozent aller Pakete aus.

Bis Ende 2020 baut die Post daher drei neue regionale Paketzentren in Vétroz (VS), Cadenazzo (TI) und Untervaz (GR). Damit erhöhen sich die Verarbeitungskapazitäten und die Transportzeiten werden verkürzt. Künftig werden Pakete, die in der gleichen Region aufgegeben und zugestellt werden, auch in dieser Region sortiert.