Attraktives Gelb

Die Herausforderungen des Marktes meistern und eine beliebte Arbeitgeberin sein – das will die Post auch im Jahr 2019. Mitarbeitende erzählen, wie sie ihre Arbeit erleben.

29.01.2019
Fotos: Michael Sieber
  • Georges Sierro und Almin Sahbaz im Logistikzentrum in Sion.

    Georges Sierro und Almin Sahbaz im Logistikzentrum in Sitten

  • Georges Sierro und Almin Sahbaz im Logistikzentrum in Sion.

    Georges Sierro und Almin Sahbaz im Logistikzentrum in Siotten

  • Georges Sierro und Almin Sahbaz beim Scannen eines Pakets

    Georges Sierro und Almin Sahbaz beim Scannen eines Pakets

Es läuft derzeit viel bei der Post: Die Gesamtarbeitsverträge werden neu ausgehandelt, bei PostAuto wird die Firmenstruktur reorganisiert, die Filialen der Zukunft erobern das Schweizer Postnetz und die Mitarbeitenden in den Paket- und Logistikzentren haben stets mehr zu tun. Einst war die Post ein sicherer Hort für eine lebenslange Beamtenlaufbahn. Und heute? Wir haben zwei Mitarbeitende im Logistikzentrum in Sitten im Unterwallis besucht und zu ihrem Alltag befragt. Georges Sierro, 63, hat vor 47 Jahren bei der PTT als Lehrling angefangen, Almin Sahbaz, 23, kam vor drei Jahren zu PostLogistics.

Warum haben Sie die Post als Arbeitgeberin gewählt?

Georges Sierro: Ich habe schon die Lehre bei der Post gemacht, für mich bedeutete die PTT ein sicherer Arbeitsplatz mit guter Rente. Damals, vor 47 Jahren, startete ich eine Beamtenlaufbahn im Staatsbetrieb. Es war sicher, dass man sein Leben lang in der Firma bleiben kann.

Almin Sahbaz: Ich liebe es, mich in meinem Alltag zu bewegen, mit dem Auto herumzufahren und Kontakt zu den Kunden zu haben.

Was sind die Vorteile, bei der Post zu arbeiten?

A. S.: Es gibt viele: sechs Wochen Ferien, ein Halbtax-Abo und den Lohn. Es herrscht zudem eine angenehme Stimmung unter uns. Und: Wir sind gut ausgerüstet.

G.S.: Ich habe nach wie vor einen sicheren und guten Lohn und ein soziales Arbeitsumfeld. Ich bin viel in Kontakt mit Menschen – das hat sich nicht verändert.

Wie wichtig ist Flexibilität?

A. S.: Wir müssen insofern flexibel sein, dass wir befolgen müssen, was der Chef von uns verlangt. Zudem gibt es jedes Jahr neue Produkte wie My Post 24 oder PickPost, die wir kennenlernen müssen.

G.S.: Wir mussten immer schon flexibel sein. Wenn ein Kollege wegen Krankheit ausfällt oder in der Sommerferienzeit helfen wir bei anderen Touren aus oder übernehmen sie ganz.

Wie hat sich der Arbeitsalltag bei der Post verändert?

G.S.: Die Arbeit war früher viel umfassender, ich habe Briefe und Pakete zugestellt, an der Haustür die AHV-Rente und Löhne ausbezahlt und Geld für Nachnahmen entgegengenommen. Es gab keinen Code auf den Paketen. Was ich registrieren musste, habe ich von Hand in eine Liste eingetragen. Ich führte eine tägliche Buchhaltung mit den Einnahmen und Ausgaben. Wir haben um 5 Uhr in der Früh angefangen und die Pakete sortiert, die per Zug zum Zentrum in Sitten geliefert wurden. Bei den Paketen gab es nur die normalen und die eingeschriebenen, das wars.

A. S.: Heute haben wir Economy, Priority, Nachmittags- und Abendzustellung und unterscheiden auch «Fragile» und flüssige Inhalte.

G.S.: Es gab auch lange noch keine Dispoboxen – die gelben Boxen. Darin transportieren wir hauptsächlich Medikamente, Parfums und Gekühltes.

A. S.: Die tägliche Arbeit ist heute wohl simpler, doch es gibt viel mehr Technik, mehr Prozesse, feste Abläufe, Etappen, die das Paket durchläuft und die wir kennen müssen.

G.S.: Früher waren wir ganz einfach ein Service public, heute sind wir eine umfassende Dienstleisterin für die Kunden, auf deren Bedürfnisse wir eingehen.

Hat der Stress zugenommen?

G.S.: Ich empfinde heute keinen grösseren Druck als früher, doch es gibt viel mehr Technologie, mit der man zurechtkommen muss – wie etwa mit dem Scanner.

Wie steht es um die Zukunft Ihrer Arbeitsstelle?

G.S: Da ich ja bald in Rente gehe, habe ich keine speziellen Befürchtungen wegen der Zukunft.

A. S.: Ich mache mir ehrlich gesagt keine Sorgen um die Zukunft. Warum soll ich – gerade kürzlich habe ich gelesen, unsere Post sei die beste Post der Welt. Ich möchte bis zu meiner Pensionierung bei der Post arbeiten.