Ein Netz, das mit der Zeit geht

Der Umbau im Postnetz geht zügig voran. Die neuen Zugangspunkte haben bereits markant zugenommen. Doch auch mit der Modernisierung von eigenbetriebenen Filialen setzt die Post ein klares Zeichen. Nun werden die Mitarbeitenden für die digitale Zukunft fit gemacht.

30.10.2018
Text: Sandra Gonseth; Fotos: Daniel Winkler
  • Filiale Freiburg

    Postmitarbeiterin Sandra Tomé mit Kunde Michel Chardonnens in der jüngsten modernen Filiale der Post. Die Filiale wurde am 15. Oktober in Freiburg eröffnet.

  • Grafik Zugangspunkte

Andrea Minder ist Postmitarbeitende in der Filiale Mühleberg im Bernbiet. Diese wird Ende Januar 2019 durch eine Filiale mit Partner ersetzt. Die Postgeschäfte können dann im Volg-Laden getätigt werden. Diese Umstrukturierung bringt für die junge Postangestellte einen beruflichen Wechsel mit sich. Andrea Minder hat das Angebot der Post für eine Weiterbeschäftigung angenommen. Sie wird künftig im gleichen Filialgebiet tätig sein (siehe auch Statements Mitarbeitende rechts oben).

Herausfordernd, aber erfolgreich

Von 2016 bis 2020 passt die Post ihr Netz den neuen Kundenbedürfnissen an. Nun ist Halbzeit. «Wir sind auf Kurs und werden unser Ziel erreichen», sagt Thomas Baur. Der Leiter PostNetz schaut auf zwei herausfordernde, aber erfolgreiche Jahre zurück: Die Zahl der Zugangspunkte ist markant gestiegen, bis 2020 werden es mindestens 4200 sein. Bereits im Mai eröffnete die Post die tausendste Filiale mit Partner, aktuell sind es 1033. In den nächsten zwei Jahren werden rund 300 weitere Filialen mit Partner hinzukommen (siehe Grafik unten).

Post investiert in moderne Filialen

«Aus Sicht der Mitarbeitenden ist es natürlich eine Reduktion. Das müssen wir nicht schönreden», sagt Thomas Baur (siehe Interview rechts). Doch die Post bekennt sich zu einem Postnetz mit eigenbetriebenen Filialen: «Die Post setzt mit Investitionen von rund 40 Millionen Franken ein klares Zeichen und modernisiert in einem ersten Schritt rund 300 eigenbetriebene Filialen in der ganzen Schweiz». Jüngstes Beispiel ist die eben eröffnete Filiale in Feiburg (siehe Bild oben). Bis 2020 sollen 200 My Post 24-Automaten das Netz stärken. Von Neuerungen profitieren Kunden auch im Zahlungsverkehr. Dort sollen künftig Selfservice-Stationen hinzukommen.

Veränderungen für die Mitarbeitenden

«Unsere Mitarbeitenden sollen die neuen Zugangspunkte als eine Ergänzung sehen, nicht als Konkurrenz», erklärt Thomas Baur. Deshalb seien jetzt die Mitarbeitenden gefordert: «Wir haben bewiesen, dass wir sehr gut sind im Verkauf von physischen Produkten», betont er. «Jetzt wollen wir zeigen, dass wir es bei den digitalen Produkten auch sind.» Wie die Postmitarbeitenden in die digitale Welt eingeführt werden, lesen Sie in unserer Reportage rechts.

Auch Andrea Minder ist bald mit einer Veränderung konfrontiert. Sie freut sich auf die neue Aufgabe: «Heute muss man im Berufsleben flexibel sein und mit den neuen Anforderungen Schritt halten», sagt sie. Wie sehen das andere Mitarbeitende? Lesen Sie rechts, wie weitere betroffene Mitarbeitende mit den Veränderungen umgehen.

Schaltergeschäft massiv rückläufig

Die positiven Ergebnisse aus dem Umbau PostNetz bestärken die Post in ihrem Vorhaben, auf dem richtigen Weg zu sein. Denn die veraltete Struktur verursacht hohe Kosten, derweil die Kunden ihre Postgeschäfte immer seltener am Schalter erledigen. Nicht nur die Zahl der Briefe (-68 Prozent) und Pakete (-44 Prozent), sondern auch der Zahlungsverkehr (-44 Prozent) ist am Schalter seit 2000 massiv eingebrochen. Der Umbau im Postnetz bietet Kunden mehr und bessere Möglichkeiten, ihre Postgeschäfte zu erledigen und hilft, das Defizit im Postnetz zu verkleinern.