PostAuto beeinflusst das Konzernergebnis 2017

Trotz der aktuellen Situation bei PostAuto und einem tieferen Gewinn kann sich die Post behaupten. Das Betriebsergebnis lag im letzten Jahr bei 630 Millionen Franken. Dies sind 74 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Der Betriebsertrag sank auf 7987 Millionen Franken. Dennoch kann die Post in ihrem Kerngeschäft einen Gewinn ausweisen.

Ausgabe 2/2018
Text: Sandra Gonseth, Gabriel Ehrbar, Magalie Terre, François Furer
Kunde vor dem My Post 24-Automaten

Im Berichtsjahr 2017 hat die Schweizerische Post 420 Millionen Franken Gewinn erwirtschaftet. Im Vojahr waren es noch 558 Millionen Franken. «Natürlich hat die Situation bei PostAuto auch Auswirkungen auf das Finanzergebnis», sagte Susanne Ruoff, Konzernleiterin der Post, an der Bilanzmedienkonferenz vom 8. März. Wie die Post bereits angekündigt habe, erhalten Bund und Kantone den Betrag von 78,3 Millionen Franken zurück, den PostAuto durch die unrechtmässigen Abgeltungen erhalten hatte. Das Marktumfeld für den Post-Konzern bleibt herausfordernd. Die Mengen der adressierten Briefe sinken, der Preisdruck im Logistikmarkt nimmt zu und das Geschäft am Schalter geht weiter zurück. Trotzdem konnte sowohl im Brief- wie auch im Paketmarkt das Ergebnis verbessert werden.

Hohe Qualität

«Die Post als Ganzes unter Generalverdacht zu stellen, ist definitiv nicht gerechtfertigt. Vor allem auch gegenüber unseren rund 60 000 Mitarbeitenden, die tagtäglich eine tolle Arbeitsleistung erbringen», erklärt Alex Glanzmann, Finanzchef der Post, im Interview. Das Unternehmen weise eine sehr hohe Qualität in der Finanzberichterstattung aus und werde jährlich von verschiedensten Aufsichts- und Prüfbehörden untersucht. Die unrechtmässige Buchungspraxis bei PostAuto hat in der Öffentlichkeit heftige Diskussionen ausgelöst und seitens Medien, Politik und Gewerkschaften wurde der Vorwurf laut, die Post habe auch bei der Berechnung des Defizits von PostNetz «geschummelt». Post wolle so Schliessungen oder Umwandlungen von Filialen rechtfertigen. Angekreidet wird der Post, dass sie für das Netz bis 2016 jedes Jahr ein Defizit von rund 100 Millionen Franken ausgewiesen habe, 2017 jedoch plötzlich 190 Millionen Franken.

PostNetz: Mehr Kostentransparenz

Mit der finanziellen Führung schafft PostNetz Transparenz darüber, wo der Bereich steht und wohin es noch gehen soll. PostNetz soll motiviert sein, sich gut und nachhaltig zu entwickeln. Das Ziel ist ein moderneres, kostengünstigeres und für den Kunden besseres Postnetz. Nicht zuletzt aber auch attraktive Arbeitsplätze. Gleichzeitig sollen Anreize im Verkauf geschaffen werden. PostNetz soll wirtschaftlicher werden und die Unrentabilität zumindest verringert werden. PostMail und PostLogistics sollen nicht mit den hohen Kosten des aktuellen Netzes belastet werden und einen Anreiz haben, das Netz auch zu nutzen. Deshalb werden ihnen die prognostizierten Kosten des künftigen Netzes verrechnet.

Die letzten Wochen haben viel Neues und auch Unerwartetes gebracht. Das geht auch an den Mitarbeitenden nicht spurlos vorbei. «Ich bin mir bewusst, dass unsere Mitarbeitenden momentan mit harter Kritik konfrontiert sind – vor allem an der Kundenfront», sagt Konzernleiterin Susanne Ruoff. Die Turbulenzen rund um PostAuto dürften aber nicht dazu führen, dass Mitarbeitende deswegen verunglimpft würden. «Unsere Mitarbeitenden sind der Schlüssel zum Erfolg», betont Ruoff. «Sie geben täglich ihr Bestes für unsere Kunden».

Das Jahresergebnis der Schweizerischen Post online: www.post.ch/geschaeftsbericht