Wo man sich trifft

Die Post mit Partner: Vor gut fünfzehn Jahren war dieses Prinzip noch ganz neu. Ende 2016 zählte das Postnetz bereits 852 Agenturen, Tendenz weiter steigend. Reportage aus einer der ersten Postagenturen der Schweiz.

14.03.2017
Text: Lea Freiburghaus; Fotos: Yoshiko Kusano
  • Volg Allenwinden: Der einzige Laden im Dorf beherbergt zugleich auch die Post.

    Volg Allenwinden: Das einzige Lebensmittelgeschäft im Dorf beherbergt zugleich auch die Post.

  • Neben frischem Brot oder einem Liter Milch geht hier auch immer mal wieder ein Päckli über den Ladentisch. Volg-Mitarbeiterin Yvonne Brunner bei der Paketausgabe.

    Neben frischem Brot oder einem Liter Milch geht hier auch immer mal wieder ein Päckli über den Ladentisch. Volg-Mitarbeiterin Yvonne Brunner bei der Paketausgabe.

  • In weniger als einer Minute ist das Postgeschäft abgewickelt – und bei Bedarf kann man auch gleich noch seine Einkäufe erledigen.

    In weniger als einer Minute ist das Postgeschäft abgewickelt – und bei Bedarf kann man auch gleich noch seine Einkäufe erledigen.

  • So liefert der Postbote die Pakete an, die die Kundinnen und Kunden später im Laden abholen.

    So liefert der Postbote die Pakete an, die die Kundinnen und Kunden später im Laden abholen.

  • Filialleiterin Evelin Rogenmoser räumt die Pakete feinsäuberlich ein. Vor Weihnachten stapeln sich hier so viele, dass man kaum mehr durchkommt.

    Filialleiterin Evelin Rogenmoser räumt die Pakete feinsäuberlich ein. Vor Weihnachten stapeln sich hier so viele, dass man kaum mehr durchkommt.

  • Abends leert Evelin Rogenmoser den Briefkasten vor dem Laden und übergibt die Briefe an den Pöstler.

    Abends leert Evelin Rogenmoser den Briefkasten vor dem Laden und übergibt die Briefe an den Pöstler.

  • Noch kaufen sie lieber Schleckzeug – schon bald werden aber auch sie Briefe und Pakete verschicken.

    Noch kaufen sie lieber Schleckzeug – schon bald werden aber auch sie Briefe und Pakete verschicken.

  • Sie pflegt gute Beziehungen zu ihrer Stammkundschaft, die aus Jung und Alt besteht.

    Sie pflegt gute Beziehungen zu ihrer Stammkundschaft, die aus Jung und Alt besteht.

  • Heute bringt die Bauernfrau Leonette Iten Eier für den Laden, vor Jahren hat sie mal hier gearbeitet. Auch sie gibt ihre Päckli gerne im Volg auf.

    Heute bringt die Bauernfrau Leonette Iten Eier für den Laden, vor Jahren hat sie mal hier gearbeitet. Auch sie gibt ihre Päckli gerne im Volg auf.

  • Schnell und einfach – das Bedienterminal ist meist selbsterklärend. Nur die Aufgabe von Auslandpäckli dauert bisweilen etwas länger.

    Schnell und einfach – das Bedienterminal ist meist selbsterklärend. Nur die Aufgabe von Auslandpäckli dauert bisweilen etwas länger.

  • Noch schnell einen Brief frankieren ...

    Noch schnell einen Brief frankieren ...

  • ... zahlen und ab ins Auto.

    ... zahlen und ab ins Auto.

  • Für Evelin Rogenmoser ist es schon bald vorbei: Die Filialleiterin geht im April in Pension – mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

    Für Evelin Rogenmoser ist es schon bald vorbei: Die Filialleiterin geht Ende April in Pension – mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Filialleiterin Evelin Rogenmoser erinnert sich an die Eröffnung der Postagentur im Volg in Allenwinden (ZG), als wäre es erst gestern gewesen und nicht schon im Mai 2005. «Der Anfang war harzig, doch dann lief es rasch besser, und die Kundschaft lernte das neue Angebot schätzen», erzählt die 63-Jährige, die damals als stellvertretende Filialleiterin tätig war. Die langen Öffnungszeiten – seit Kurzem ist der Laden von 7 bis 19 Uhr durchgängig geöffnet – und das Erledigen von Postgeschäften gleichzeitig mit dem Einkauf ist für viele ihrer Stammkunden ein grosses Plus.

Am Selbstbedienungsterminal können die meisten gängigen Postgeschäfte vorgenommen werden. Für Einzahlungen und Bargeldbezüge sind Evelin Rogenmoser und ihre drei Mitarbeiterinnen jederzeit zur Stelle. «Gerade für ältere Leute, die kein Auto haben oder nicht mehr mit dem Bus zur nächsten Poststelle nach Zug, Baar oder Unterägeri fahren können, ist unser Angebot hier im Dorf sehr wertvoll.» Doch selbstverständlich ist es keineswegs.

Hervorragende Zusammenarbeit

«Wir sind das letzte Lebensmittelgeschäft im Ort», erzählt Filialleiterin Rogenmoser, «und es braucht grosse Anstrengungen, um sein Überleben langfristig zu sichern.» Besondere Aktionen wie beispielsweise das Berlinerbacken zur Fasnacht sollen für mehr Kundschaft sorgen. Ausserdem haben die Einwohner von Allenwinden einen Ladenverein gegründet. Wer Mitglied ist, kriegt Einkaufsgutscheine. «Es reicht eben nicht, wenn die Leute nur Milch und Brot bei uns einkaufen und den Rest im Supermarkt», erklärt Evelin Rogenmoser. Recht hat sie – und das breite Sortiment ihres Ladens liesse durchaus einen Wocheneinkauf für Grossfamilien zu. Erst im Februar 2016 wurde der Laden komplett saniert. Im Zug dieser Renovation rückte das Selbstbedienungsterminal der Post weiter an die Front.

«Nicht nur bei dieser Gelegenheit, sondern all die Jahre über war die Zusammenarbeit mit der Post hervorragend», meint die Filialleiterin. Sie lobt ihre Ansprechperson bei der Post genauso wie die Schulungen, die sie und ihre Mitarbeiterinnen bei Bedarf besuchen können. Am meisten Berührungspunkte mit der Post haben die vier Volg-Mitarbeiterinnen aber über den Zusteller. Bis zu dreimal täglich schaut er im Laden vorbei, um eingeschriebene Briefe und Pakete abzugeben, die er nicht zustellen konnte, weil die Kunden nicht zu Hause waren. Um 18 Uhr taucht er ein letztes Mal auf: Dann holt er die Post aus dem Briefkasten, die aufgegebenen Pakete und die Einzahlungen des Tages.

Für alle Beteiligten ein Gewinn

Das 1250-Seelen-Dorf am Zugerberg ist längst kein Sonderfall mehr – in der Schweiz existieren mittlerweile über 850 Postagenturen. Nicht nur auf dem Land, sondern auch in Agglomerationen und Städten setzt sich dieses Format immer mehr durch. «Wir haben hier in der Region zwei Läden mit integrierter Post», erklärt Roland Fleischli, Geschäftsleitungsmitglied Landi Zugerland. «Der Anstoss für eine Zusammenarbeit kam beide Male von Seiten der Post.»

Obwohl das Prinzip «Post mit Partner» in den Anfängen vor allem in Volg-Läden umgesetzt wurde, funktioniert es heute auch in anderen Partnerbetrieben bestens – so zum Beispiel in Apotheken, Bäckereien, in Tourismusbüros oder auch in Textilreinigungen. Für Evelin Rogenmoser, die ihre Stelle als Filialleiterin Ende April an den Nagel hängt und in Pension geht, ist klar: «Die Partnerschaft in Allenwinden ist für alle ein Gewinn: für Volg, für die Post und für das Dorf.»

Mehr zum Postnetz unter www.post.ch/medien