Mein Postauto, die Schule und ich

Der Unterricht hat nach den Sommerferien wieder begonnen und mit ihm auch die Schülertransporte von PostAuto. Reportage aus Palézieux-Village und Oron über die Arbeit eines Mediators für Schülerverkehr.

25.08.2015
Text: Annick Chevillot; Fotos: Sedrik Nemeth
  • Schülerinnen und Schüler von Palézieux-Village mit der Broschüre von PostAuto.

    Schülerinnen und Schüler von Palézieux-Village mit der PostAuto-Broschüre.

  • Nicolas Ferrero, Mediator und PostAuto-Fahrer, lacht mit einem Schüler über den Zustand seines Abonnements.

    Nicolas Ferrero, Mediator und PostAuto-Fahrer, lacht mit einem Schüler über den Zustand seines Abonnements.

  • Nicolas Ferrero legt mit den Kindern ein Puzzle. Es zeigt Szenen, die sich in einem Postauto abspielen können. So kommt er mit den Kindern leicht ins Gespräch.

    Nicolas Ferrero legt mit den Kindern ein Puzzle. Es zeigt Szenen, die sich in einem Postauto abspielen können. So kommt er mit den Kindern leicht ins Gespräch.

  • Hände hoch! Der Mediator versetzt die Kinder spielerisch und mit Humor in verschiedene Situationen.

    Hände hoch! Der Mediator versetzt die Kinder spielerisch und mit Humor in verschiedene Situationen.

  • Mediator und PostAuto-Fahrer Nicolas Ferrero besucht seit rund zehn Jahren Schulklassen.

    Mediator und PostAuto-Fahrer Nicolas Ferrero besucht seit rund zehn Jahren Schulklassen.

  • Nicolas Ferrero zusammen mit einer Klasse aus Oron.

    Nicolas Ferrero zusammen mit einer Klasse aus Oron.

«Das Postauto gehört euch nicht. Deshalb dürft ihr es auch nicht vollkritzeln!» Nicolas Ferrero, PostAuto-Fahrer und Schulbus-Mediator, ist bestimmt, lustig, neckt die Schülerinnen und Schüler und wird sowohl von den grösseren als auch den kleinen respektiert. Der Humor und die Fähigkeit, sein Auftreten dem Alter der Schüler anzupassen, sind seine Stärken.

Auf die Schwächsten achten

Den Kleinen vermittelt er die Verhaltensregeln spielerisch, mit Rollenspielen und viel Sanftmut. Er setzt sich mit ihnen auf den Boden, um ein Puzzle zu legen. Je mehr Teile sich ineinanderfügen, desto deutlicher erscheint eine Szene, auf die die Kinder reagieren: «Das darf man nicht! Wenn ein kleineres Kind in den Bus einsteigt, muss ich ihm helfen», ruft ein Mädchen und beweist damit, dass es die Botschaft, immer auf die Schwächsten zu achten, verinnerlicht hat.

Lachen ja, schubsen nein

Jugendlichen ruft Nicolas Ferrero die Regeln mit Autorität in Erinnerung: «Mini-Trottis klappt ihr zusammen, bevor ihr ins Postauto einsteigt! Dem Fahrer sagt ihr Guten Tag und ignoriert ihn nicht einfach!» Er weist die Widerspenstigsten zurecht und fordert sie auf, sich an den Rollenspielen zu beteiligen. «Aus dem Weg! Ups!» sagt Nicolas Ferrero zu einer Gruppe Jugendlicher, die wie in einem Postauto dasitzen. Der Mediator hat zwei Jungen geschubst, die darauf wie Dominosteine auf die Kameraden vor ihnen gefallen sind. Es gibt lautes Gelächter angesichts der komischen Situation. «Deshalb dulden wir kein Gerangel im Schulbus. Selbstverständlich dürft ihr reden, lachen, singen, aber nicht schubsen. Und was macht ihr im Schulbus mit euren Taschen? Und wozu dient die rote Linie am Boden vor der Schule?» Die Jugendlichen lachen, machen Witze, provozieren den Mediator, aber sie kennen die Regeln des Schülertransports, reizen sie auch aus, befolgen sie aber in den allermeisten Fällen. Nach dem Unterricht warten sie hinter der roten Linie auf den Bus und nehmen ihre Taschen auf die Knie, sobald sie sich gesetzt und sogar angegurtet haben. Die Stimmung ist gelöst und fröhlich.

Besser vorbeugen als bestrafen

Nicolas Ferrero wird auf einmal sehr ernst: «Wenn ich einen erwische, der mit einem Messer einen Sitz aufschlitzt, bekommt er ein echtes Problem mit mir!» Stille. Die Jugendlichen sind beeindruckt. Der Mediator hat sein Ziel erreicht. Nun kann er die Präventions- und Sicherheitsregeln vermitteln.

«Die Fälle von Vandalismus und unangemessenem Verhalten gehen zurück, wenn ein Mediator in einer Schule war, in der es Probleme gab», freut sich Célia Cressier, Leiterin Schülertransporte bei PostAuto in Yverdon-les-Bains. Mireille Bucher, Rektorin des Gymnasiums Palézieux-Village und Zuständige für den Schülertransport, bestätigt: «Die Mediationsinstrumente von PostAuto sind unverzichtbar und dem Alter der Kinder angepasst. Der Besuch eines Mediators in der Klasse wirkt ausserdem in vielen Situationen beruhigend. Wenn die Schülerinnen und Schüler entspannt in die Schule fahren können, sind sie auch im Unterricht ruhiger.»

«Das ist die Botschaft, die wir vermitteln möchten: Es hängt sowohl vom Fahrpersonal als auch von den Schülern ab, ob die Fahrt zur Schule sicher verläuft», ergänzt Célia Cressier. Problemfälle – physische Angriffe auf das Fahrpersonal oder aufgeschnittene Sitze – werden auf dem Rechtsweg behandelt, mit einer Strafanzeige und einer Vorladung der Eltern. Zum Glück sind solche Fälle selten. Dies ist sicher auch das Verdienst der vier in der ganzen Schweiz tätigen Mediatoren der Fachstelle Schülerverkehr. Sie besuchen jährlich rund 200 Klassen mit 5000 Schülerinnen und Schülern zwischen 4 und 16 Jahren.

Die Fachstelle soll wachsen

Die Fachstelle Schülerverkehr wurde am 1. Januar 2014 gegründet, um das Marktpotenzial der Schülertransporte auszuschöpfen. Mediatoren sind seit rund zehn Jahren an Schulen im Einsatz. Seit August 2014 verfügen sie über verschiedene, dem jeweiligen Alter angepasste didaktische Hilfsmittel in den drei Landessprachen. Ihre Dienstleistungen bieten sie im ganzen Land an. Die Fachstelle Schülerverkehr beantwortet gerne Ihre Anfragen: mediateur@postauto.ch

Mehr Infos unter:

www.postauto.ch/schuelertransport

www.postauto.ch/ridefair

www.postauto.ch/sensibus

Hier kann die Gratis-App SensiGame heruntergeladen werden, mit der man sich in einen PostAuto-Fahrer hineinversetzen kann:

www.postauto.ch/sensigame