«Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen»

Am World Web Forum vom 24. Januar drehte sich alles um die Digitalisierung. Mit dem «Digital Manifesto» setzt sich die Schweiz zum Ziel, bei der digitalen Revolution führend zu bleiben. Auch die Post hat es unterzeichnet. Sie ist ausserdem Hauptsponsorin des Events.

14.02.2017
Text: Annick Chevillot; Fotos: Alessandra Leimer
  • Jeff Eggers, Chefberater von Barack Obama während dessen Amtszeit, präsentierte seine Studien zur Verbesserung der Teamarbeit.

    Jeff Eggers, Chefberater von Barack Obama während dessen Amtszeit, präsentierte seine Studien zur Verbesserung der Teamarbeit.

  • Die Bühne des World Web Forum in Oerlikon.

    Die Bühne des World Web Forum in Oerlikon.

  • Der Erfinder des Internets, Sir Tim Berners-Lee, will, dass das Web offen, für alle zugänglich und benutzerfreundlich bleibt.

    Der Erfinder des Internets, Sir Tim Berners-Lee, will, dass das Web offen, für alle zugänglich und benutzerfreundlich bleibt.

  • Urs Hölzle, Infrastruktur-Chef bei Google, sprach über die fulminante Entwicklung der künstlichen Intelligenz.

    Urs Hölzle, Infrastruktur-Chef bei Google, sprach über die fulminante Entwicklung der künstlichen Intelligenz.

  • Michael Wade, Professor für Innovation und Strategie am IMD Lausanne, erklärte, was Leadership in der digitalen Welt bedeutet.

    Michael Wade, Professor für Innovation und Strategie am IMD Lausanne, erklärte, was Leadership in der digitalen Welt bedeutet.

  • Michael Baeriswyl, Leiter des Teams für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen bei Swisscom, präsentierte die Fortschritte seines Unternehmens in diesen Bereichen.

    Michael Baeriswyl, Leiter des Teams für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen bei Swisscom, präsentierte die Fortschritte seines Unternehmens in diesen Bereichen.

  • Das «Digital Manifesto for Switzerland», von den Entwicklern zeichnerisch dargestellt.

    Das «Digital Manifesto for Switzerland», von den Entwicklern zeichnerisch dargestellt.

  • Susanne Ruoff sprach über die Digitalisierung aus Sicht der Post und das Engagement des Unternehmens im Programm digitalswitzerland.

    Susanne Ruoff sprach über die Digitalisierung aus Sicht der Post und das Engagement des Unternehmens im Programm digitalswitzerland.

  • Bundesrat Johann Schneider-Ammann unterstützt digitalswitzerland ebenfalls.

    Bundesrat Johann Schneider-Ammann unterstützt digitalswitzerland ebenfalls.

Die Digitalisierung bringt riesige Umwälzungen mit sich. Die Industrie 4.0 wird mit jedem Tag konkreter, sodass sogar die Hauptakteure dieser Revolution kräftig durchgeschüttelt werden und den Wind der Veränderung spüren. Der digitale Umbruch ist auf allen Ebenen der Wirtschaft spürbar, in Unternehmen, Teams und bei den einzelnen Mitarbeitenden. Sie müssen sich anpassen und weiterbilden, um zusammen starke Teams zu bilden. So können sie Unternehmen führen, die in der Lage sind, die Welt zu verändern. Das World Web Forum hat seine diesjährigen Rednerinnen und Redner, die entweder die Anfänge des Web oder seine aktuelle Form kennen, gemäss diesem Kreislaufschema ausgewählt.

Standing Ovation

Sir Tim Berners-Lee wurde mit einer Standing Ovation empfangen. Sein Name ist Ihnen vielleicht kein Begriff, aber mit Sicherheit kennen Sie seine Erfindung aus dem Jahr 1990: das World Wide Web bzw. das Internet. Berners-Lee war damals Mitarbeiter des CERN in Genf und wollte mit dem Internet eine offene Welt schaffen. Diese Welt veränderte sein Team und seinen Arbeitgeber. Und schliesslich veränderte das Internet die Welt. «Das Internet zu erfinden, war leicht», erinnerte er sich. «Es zu exportieren aber sehr schwierig.» Der weltweite Erfolg kam, weil er den Quellcode am 1. April 1993 öffentlich machte und weil das Web so einfach zu benutzen war. Ein weiterer spezieller Gast dieses Tages war Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der nach Zürich gereist war, um Berners-Lee für seine Arbeit zu ehren und ihm einen Preis zu überreichen.

Offen bleiben

Schneider-Ammann nutzte die Gelegenheit, um das Programm digitalswitzerland und das dazugehörige Manifest (siehe nebenstehenden Kasten) vorzustellen. Er plädierte dafür, dass die Schweiz nicht einfach die digitalen Umwälzungen beobachtet, sondern eine Führungsrolle übernimmt. Sie stehe deshalb vor einem strategischen Entscheid, den er mit einem chinesischen Sprichwort umschrieb: «Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.» Natürlich war dies auch als Anspielung auf die aktuelle weltpolitische Situation, aber in erster Linie im Hinblick auf die Digitalisierung zu verstehen. Die Schweiz habe es in der Hand, die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, dank denen sie ihre Innovationskraft voll entfalten kann.

Ob bei Google, Pixar, Airbnb, Cisco, Swisscom oder bei der Post: Der Wind der Veränderung bläst überall in Richtung Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Robotisierung. Dafür braucht es einen offenen Geist und Kreativität sowie Menschen, die bereit sind, sich ständig weiterzubilden.

www.worldwebforum.ch

Das Digital Manifesto für die Schweiz

Am World Web Forum übergab Marc Walder, CEO von Ringier, Bundesrat Johann Schneider-Ammann das Digital Manifesto, ein Manifest für eine Schweiz, die auch im Zeitalter der Digitalisierung wettbewerbsfähig bleiben soll. Es fordert die politischen Instanzen auf, sich aktiv für alle Bereiche der Digitalisierung einzusetzen, das heisst, Campus für Start-ups zu schaffen, diese bei der Vermarktung ihrer Produkte zu unterstützen, mehr Risikokapital anzuziehen, den Schulunterricht in Programmierung zu fördern usw. Mit diesen Massnahmen soll im ganzen Land ein innovationsfreundliches Umfeld geschaffen werden. Ihre Kosten werden auf zwei Milliarden Franken geschätzt. Das Manifest wird unter anderem von Post, Swisscom, Coop, UBS, Ringier, Google und Migros unterstützt.

http://digitalswitzerland.com/