Helfen Sie den Menschen, den Winter zu überstehen!

In diesem Jahr findet die Aktion «2 x Weihnachten» bereits zum 20. Mal statt. Seit zwanzig Jahren erhalten die Schwächsten in der Schweiz sowie in einigen ärmeren Ländern Osteuropas Unterstützung in der kältesten Jahreszeit. Dieses Jahr gehört auch Armenien zum Kreis der Begünstigten. Ein Besuch vor Ort.

22.11.2016
Text: Annick Chevillot; Fotos: Annick Chevillot
  • Seda Dhanjan, 80 Jahre, Flüchtling aus Aserbaidschan, lebt seit 20 Jahren in Abowjan.

    Seda Dhanjan, 80 Jahre, Flüchtling aus Aserbaidschan, lebt seit 20 Jahren in Abowjan.

  • Seda Dhanjan, 80 Jahre, Flüchtling aus Aserbaidschan, lebt seit 20 Jahren in Abowjan.

    Seda Dhanjan, 80 Jahre, Flüchtling aus Aserbaidschan, lebt seit 20 Jahren in Abowjan.

  • Seda benutzt Lampen aus einer früheren Zeit, weil es hier an Elektrizität mangelt.

    Seda benutzt Lampen aus einer früheren Zeit, weil es hier an Elektrizität mangelt.

  • In der gleichen Kommunalka wie Seda in Abowjan leben auch viele Familien.

    In der gleichen Kommunalka wie Seda in Abowjan leben auch viele Familien.

  • Die Gemeinschaftswohnung (Kommunalka), in der Seda lebt, ist ein Überbleibsel aus der Zeit der Sowjetunion.

    Die Gemeinschaftswohnung (Kommunalka), in der Seda lebt, ist ein Überbleibsel aus der Zeit der Sowjetunion.

  • Hripsime Malyan, 58, lebt alleine in einem kleinen Holzhaus in Wanadsor im Norden Armeniens.

    Hripsime Malyan, 58, lebt alleine in einem kleinen Holzhaus in Wanadsor im Norden Armeniens.

  • Ihr Haus.

    Ihr Haus.

  • Camilla, Susanna et Ljubov leben in einer kleinen Kommunalka in Wanadsor. Die Grossmutter zieht ihre Enkelinnen selber auf (16 und 3 Jahre alt).

    Camilla, Susanna et Ljubov leben in einer kleinen Kommunalka in Wanadsor. Die Grossmutter zieht ihre Enkelinnen selber auf (16 und 3 Jahre alt).

  • Camilla ist armenische Meisterin im Judo.

    Camilla ist armenische Meisterin im Judo.

  • In diesem Haus leben Camilla, Susanna und Ljubov.

    In diesem Haus leben Camilla, Susanna und Ljubov.

  • Das Gebäude ist in der sowjetischen Zeit erbaut worden.

    Das Gebäude ist in der sowjetischen Zeit erbaut worden.

  • Adrine Atschemjan, 50, ist mit ihrer Familie aus Aleppo geflüchtet und lebt seit 2015 in Jerewan.

    Adrine Atschemjan, 50, ist mit ihrer Familie aus Aleppo geflüchtet und lebt seit 2015 in Jerewan.

  • Karin Sulahian, 47, ist ebenfalls aus Aleppo geflüchtet letztes Jahr.Sie und ihre Familie hoffen, nach Syrien zurückkehren zu können.

    Karin Sulahian, 47, ist ebenfalls aus Aleppo geflüchtet letztes Jahr.Sie und ihre Familie hoffen, nach Syrien zurückkehren zu können.

  • Marina Shahinian flüchtete 2015 mit ihrer Familie ebenfalls aus Aleppo nach Jerewan.

    Marina Shahinian flüchtete 2015 mit ihrer Familie ebenfalls aus Aleppo nach Jerewan.

  • Vehanosch Saridjian flüchtete 2015 mit ihrer Familie ebenfalls aus Aleppo nach Jerewan. Acht Personen leben in einer kleinen Wohnung.

  • Loucien Sarkis lebt ebenfalls als Flüchtling in Jerewan. Sie sorgt sich sehr um ihre Tochter, die in Aleppo zurückgeblieben ist.

    Loucien Sarkis lebt ebenfalls als Flüchtling in Jerewan. Sie sorgt sich sehr um ihre Tochter, die in Aleppo zurückgeblieben ist.

  • Der Berg Ararat ist von weitem zu sehen. Die Landschaft Armeniens ist bezaubernd.

    Der Berg Ararat ist von weitem zu sehen. Die Landschaft Armeniens ist bezaubernd.

  • Der Berg Ararat ist von weitem zu sehen. Die Landschaft Armeniens ist bezaubernd.

    Der Berg Ararat ist von weitem zu sehen. Die Landschaft Armeniens ist bezaubernd.

  • Sicht auf den Sewansee mit einer alten Datscha aus Sowjetzeiten.

    Sicht auf den Sewansee mit einer alten Datscha aus Sowjetzeiten.

  • Blick aufs Sewan-Kloster und den See. Das Ganze erinnert etwas an Landschaften in der Schweiz

    Blick aufs Sewan-Kloster und den See. Das Ganze erinnert etwas an Landschaften in der Schweiz.

  • Anna Yeghiazaryan, Generalsekretärin des Roten Kreuzes in Armenien.

    Anna Yeghiazaryan, Generalsekretärin des Roten Kreuzes in Armenien.

  • Josef Reinhardt, Verantwortlicher für die Aktion «2 x Weihnachten»  beim Schweizerischen Roten Kreuz.

    Josef Reinhardt, Verantwortlicher für die Aktion «2 x Weihnachten» beim Schweizerischen Roten Kreuz.

Das Gebäude wirkt düster, baufällig und wenig einladend. In dieser Kommunalka am Stadtrand von Wanadsor im Norden Armeniens wohnen zahlreiche Familien. Das Überbleibsel aus der Zeit der Sowjetunion wurde in den 1980er-Jahren errichtet und seitdem nie renoviert. Hier leben auch Ljubov, Camilla und Suzy Averghina. «Wir schlafen alle drei im selben Bett», erzählt uns Ljubov, die 62-jährige Grossmutter, die mit ihren beiden Enkelinnen Camilla (16 Jahre) und Susanna (3 Jahre) in einem winzigen Zimmer lebt (lesen Sie ihren Bericht auf Seite 26). Ihr Lächeln scheint bereits erloschen, noch bevor es überhaupt erstrahlte.

Wie ihnen fehlt es vielen Menschen in Armenien am Nötigsten. Das Land zählt zu den ärmsten weltweit: 30 Prozent der Bevölkerung (knapp über 3 Millionen Einwohner) leben unterhalb der dortigen Armutsgrenze, die bei 40 264 Dram pro Person und Monat – also bei rund 80 Franken – liegt. «Für ein auskömmliches Leben benötigen die Menschen in Armenien aber etwa 300 Franken im Monat», betont Josef Reinhardt, Verantwortlicher für die Aktion «2 x Weihnachten» beim Schweizerischen Roten Kreuz. Das entspricht 155 472 Dram.

Unterstützung sichert Überleben

Ljubov erhält monatlich 62 000 Dram. Diese Summe reicht eindeutig nicht aus, um drei Menschen zu ernähren. Ohne die Unterstützung des Roten Kreuzes könnten sie ihren Hunger nicht stillen und sich nicht kleiden.

Genauso ergeht es auch Seda Dhanjan. Sie ist 80 und lebt allein in einer Kommunalka in Abowjan, einer kleinen Gemeinde unweit der Hauptstadt Jerewan. Seda hatte nach dem Konflikt um Bergkarabach alles verloren und vor 20 Jahren in diesem engen schäbigen Zimmer Zuflucht gefunden. Seitdem verlässt sie es praktisch nicht mehr. «Ich leide besonders im Winter unter der Kälte», haucht sie. Mit monatlich 30 000 Dram kann sie sich kaum genug zu essen leisten. Dank des Roten Kreuzes wird ihre Wäsche regelmässig gemacht, werden ihre Mahlzeiten gelegentlich mit frischem Obst ergänzt und hat sie regelmässig Besuch (lesen Sie nebenan).

17 000 syrische Flüchtlinge

Seit Armeniens Unabhängigkeit im Jahr 1991 haben zwischen 700 000 und einer Million Einwohnerinnen und Einwohner das Land auf der Suche nach einem besseren Leben im Ausland verlassen. Im Land bleiben die Menschen, die Arbeit haben oder nicht fort können (70 Prozent der armenischen Bevölkerung hat keine bezahlte Beschäftigung). Diese enorme Auswanderung wirkt sich erheblich auf das Durchschnittsalter im Land aus: «Rund 12 Prozent der armenischen Bevölkerung sind älter als 65 Jahre», bestätigt Anna Yeghiazaryan, Generalsekretärin des armenischen Roten Kreuzes.

Nach dem Erdbeben im Jahr 1988 und dem Bergkarabachkrieg in den 1990er-Jahren – zwei Ereignisse, von denen sich das Land bis heute nicht erholt hat – sieht es sich heute zudem der Ankunft syrischer Flüchtlinge mit armenischen Wurzeln gegenüber. «17 000 Syrerinnen und Syrer haben in unserem Land Zuflucht gefunden», betont Edmund Azaryan, Verantwortlicher beim armenischen Roten Kreuz für Krisen- und Katastrophenmanagement. «Diese Zahl von Oktober 2016 wird aber sehr schnell ansteigen. Jeden Monat erreichen uns neue Flüchtlinge aus Syrien. Nur 6000 von ihnen haben uns um Hilfe gebeten.» Rund 4000 Menschen haben Winterhilfe erhalten. Im vergangenen Jahr hat das Schweizerische Rote Kreuz 50 000 Franken bereitgestellt, um diesen Menschen zu helfen. «In diesem Jahr hoffen wir, mit den Paketen aus der Aktion ‹2 x Weihnachten› Sachspenden im Wert von 150 000 Franken aufbringen zu können» teilt Josef Reinhardt weiter mit (lesen Sie nebenan).

Krieg, Blut, Angst

«Wir lagen im Bett», erzählt Adrine. «Das Nachbarhaus stand in Flammen. Wir mussten im Pyjama fliehen.» «Meine Kinder haben Schreckliches ansehen müssen», berichtet Karin weiter. «Unser Nachbar wurde mitten auf der Strasse vor unseren Augen getötet, als er ein Brot kaufen wollte.» «Die zweite Etage unseres Hauses wurde durch eine Explosion zerstört», berichtet Marina. «Die Druckwelle zerstörte die Fenster und Türen in unserer Wohnung. Zum Glück halfen uns unsere Nachbarn, lebend da herauszukommen.» «Eine Rakete ist auf das Haus gestürzt», erinnert sich Vehanosch. «Die Küche und ein Zimmer sind nur noch Schutt und Asche.» «Meine Tochter ist noch in Aleppo», so Loucien besorgt.

Was diese Flüchtlinge erlebt haben (mehr dazu unten), ist markerschütternd und traumatisch. Diese Frauen haben alles in Aleppo zurückgelassen, um ihr Leben und ihre Familie zu retten und ihren Kindern eine Zukunft zu ermöglichen. Wenn sie von Aleppo sprechen, werden die Stimmen von Adrine, Karin, Marina, Vehanosch und Loucien brüchig. Ihre Stadt existiert nicht mehr, Trümmer haben alles unter sich begraben – auch das Lachen der Kinder und die Zukunftsträume. Der Tod, die Toten und die Bomben suchen die Nächte heim.

Sie alle sind Armenien für ihre Aufnahme dankbar. Zwar ist ihre Leben hier schwerer als in Aleppo, doch sind sie sich einig, dass der Zugang zu fliessendem Wasser und Strom ein «Segen» ist. Und: In Jerewan, wo sie heute leben, «regnet es keine Bomben». Der Frieden in Armenien ermöglicht es, wieder Zukunftspläne zu fassen. Arbeit finden, ein kleines Unternehmen gründen, von fernen Ufern träumen oder sich dauerhaft niederlassen. Mit jeder Geschichte sind Hoffnungen verbunden. Einige von ihnen haben Aleppo, Syrien, dem Schrecken und der Angst endgültig den Rücken gekehrt. Andere wissen, dass ihr Haus noch steht ... Wenn nur Frieden einkehrte, damit sie an eine Rückkehr denken könnten.

Grosszügigkeit

Kamen sie nun 2015 aus Syrien oder vor 20 Jahren aus Aserbaidschan, seien es die Vergessenen des Erdbebens im Jahr 1988 oder Menschen, die vom harten Leben in dieser Region des Kaukasus gezeichnet sind: Bedürftige Armenierinnen und Armenier können in diesem Winter zusätzliche Unterstützung erhalten.

Diese Unterstützung kommt von Ihnen. Sie können den Alltag der Menschen etwas erleichtern und ihnen in der kalten Jahreszeit ein Stück menschliche Wärme schenken, indem Sie Artikel des täglichen Bedarfs für unsere nationale Sammelaktion spenden.

Diese Menschen freuen sich über Ihre Unterstützung

Seda Dhanjan, 80 Jahre alt, Flüchtling aus Aserbaidschan mit armenischen Wurzeln, lebt seit 20 Jahren in Abowjan:

«Ich fühle mich sehr einsam. Ich bin nicht verheiratet und habe keine Kinder. Ich lebe nun seit 20 Jahren in diesem kleinen Zimmer in der Kommunalka. In meinem Alter bin ich nicht mehr so mobil, und 30 000 Dram Rente im Monat reichen kaum länger als ein paar Tage. Daher gehe ich nicht oft nach draussen. Im Winter friere ich oft, und manchmal muss ich eine Petroleumlampe anzünden, wenn der Strom ausfällt. Dank des armenischen Roten Kreuzes bekomme ich regelmässig Besuch. Ausserdem bekomme ich zu essen, und die Freiwilligen sind so gütig, meine Wäsche zu machen.»

Hripsime Malyan, 58 Jahre alt, hat während des Erdbebens 1988 alles verloren. Sie lebt seit 26 Jahren in einem kleinen Holzhaus in Wanadsor:

«Vor dem Erdbeben habe ich als Büroangestellte gearbeitet. Seitdem überlebe ich. Wegen meiner Behinderung habe ich grosse Schwierigkeiten, aus dem Haus zu gehen, um Lebensmittel einzukaufen und meine Medikamente zu holen. Mit meiner Rente von 46 000 Dram kann ich gerade einmal den Strom im Winter bezahlen. Und auf den Strom kann ich nicht verzichten, denn ohne Strom keine Heizung. Im Sommer mache ich Lebensmittel für die kalte Jahreszeit ein. Zum Glück helfen mir die Freiwilligen des Roten Kreuzes. Ich kann die einfachen Dinge im Leben, z. B. den Haushalt, nicht mehr alleine erledigen. Ohne diese Hilfe käme ich einfach nicht mehr zurecht!»

Ljubov, Camilla und Susanna Averghina, 62, 16 und 3 Jahre alt, teilen sich ein Zimmer in einer Kommunalka am Stadtrand von Wanadsor:

«Meine Tochter hatte so hohe Schulden, dass sie das Haus, in dem wir gelebt haben, verkaufte und wegging. Plötzlich war ich allein mit meinen Enkelinnen Camilla und Susanna. Ich musste dafür kämpfen, Susanna zu mir zu nehmen. Ihre Mutter hatte sie im Waisenhaus zurückgelassen. Mit meiner Rente von knapp über 62 000 Dram im Monat kann ich Camilla und Susanna kein schönes Leben bieten. Mein grösster Wunsch wäre, endlich hier ausziehen zu können, um in einer richtigen Wohnung zu leben. Das würde mich sehr beruhigen. Wenn Camilla abends vom Sport nach Hause kommt, wird sie von den Jungs geärgert. Sie hat die armenischen Judo-Meisterschaften gewonnen. Das ist ihr sehr wichtig. Im Moment müssen wir uns mit diesem Zimmer zufrieden geben. Wir schlafen zu dritt im selben Bett, Susanna in der Mitte. Dank des Roten Kreuzes haben wir genug zu essen.»

Adrine Atschemjan, 50 Jahre alt, ist im Herbst 2015 aus Aleppo nach Jerewan gekommen:

«Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich ein Dach über dem Kopf habe und meine Familie in Sicherheit ist. In Aleppo mussten wir unser Haus mitten in der Nacht im Pyjama verlassen. Es war einfach zu gefährlich geworden, und ich wollte meine Kinder um jeden Preis schützen. Meine neunjährigen Zwillinge, ein Junge und ein Mädchen, gewöhnen sich langsam an das Leben in Jerewan. Mein Mann hat Arbeit als Taxifahrer gefunden. Ohne die Hilfe des Roten Kreuzes wäre das nicht gelungen. Meine Kinder haben Material für die Schule bekommen, und wir haben Lebensmittelpakete erhalten. In Aleppo haben wir keine Zukunft mehr. Wir wollen den Krieg hinter uns lassen. Es ist mir wichtig, dass meine Kinder Armenier sind und nicht Syrer.»

Karin Sulahian, 47 Jahre alt, ist im Sommer 2015 aus Aleppo nach Jerewan gekommen:

«Wir könnten nicht mehr in Aleppo leben. Das Geschäft meines Mannes wurde geschlossen, unser Haus bombardiert. Mein Bruder wurde von Männern, die wie Militärangehörige gekleidet waren, entführt. Zum Glück konnte er fliehen. Meine Kinder, 12 und 17 Jahre alt, haben den Tod mit eigenen Augen gesehen. Ich habe in einem der am stärksten bombardierten Teile Aleppos gelebt. Wir haben alles zurückgelassen. Also alles, was von unserem Leben noch übriggeblieben war. Heute teilen wir uns zu sechst eine kleine, aber teure Wohnung: Meine Schwiegereltern leben mit uns hier. Wir müssen alle arbeiten, um die Miete bezahlen zu können. Deshalb sind wir für Lebensmittel auf die Hilfe des Roten Kreuzes angewiesen. Mein Mann würde gern nach Aleppo zurückkehren, sobald der Krieg zu Ende ist. Unser Haus steht noch.»

Marina Shahinian, 38 Jahre alt, ist im August 2015 aus Aleppo nach Jerewan gekommen:

«Trotz der Bombardierung des Hauses, in dem wir in Aleppo gelebt haben, sind wir geblieben und haben unsere Wohnung wieder instand gesetzt. Erst als das Geschäft meines Mannes zerstört wurde, haben wir entschieden, fortzugehen. Er war es, der nach Jerewan kommen wollte. Jetzt gehen meine Kinder hier zur Schule, und mein Mann hat eine kleine Schneiderei eröffnet. Das Rote Kreuz unterstützt ihn beim Kauf einer Nähmaschine. Dadurch können wir mit unserem kleinen Geschäft richtig loslegen. Auch ich muss arbeiten, damit wir die Miete aufbringen können. Seit wir hier sind, geht es den Kindern besser. Meine Familie ist noch immer in Aleppo und sucht eine Möglichkeit zu fliehen.»

Vehanosch Saridjian, 69 Jahre alt, ist 2015 aus Aleppo nach Jerewan gekommen:

«Eine Rakete ist auf das Haus gestürzt Wir sind alle zusammen geflohen: mein Mann (er ist mittlerweile gestorben), meine beiden Söhne, meine beiden Schwiegertöchter und meine drei Enkelkinder. Wir leben alle zusammen in einer kleinen Dreizimmerwohnung. Wir haben nicht genug Betten für alle acht: Eines der Kinder schläft auf dem Boden. Im Augenblick haben meine Söhne noch keine feste Arbeit. Sie fahren gelegentlich Taxi. Das ist schon schwer, weil sie die Stadt nicht kennen. Wenn sie hier Arbeit finden, werden wir nicht nach Aleppo zurückkehren.»

Loucien Sarkis, 66 Jahre alt, ist 2015 aus Aleppo nach Jerewan gekommen:

«Ich lebe zwar in Jerewan, all meine Gedanken sind jedoch in Aleppo. Meine Tochter lebt noch dort, ohne Wasser, ohne Strom. Die Bedrohung von Daesh macht mir grosse Angst. Ich lebe mit meinen beiden Söhnen und meinem Mann in Jerewan. Mein Mann ist 80 Jahre alt, er kann nicht mehr arbeiten. Meine Söhne schlagen sich durch, indem sie Studenten an der Universität helfen oder Taxi fahren. Ohne das Rote Kreuz kämen wir gar nicht zurecht. Aber um mich sorge ich mich nicht. Ich möchte einfach meine Tochter wiedersehen.»

«2 x Weihnachten» wird erst durch Sie möglich

- Die 20. Ausgabe der Aktion «2 x Weihnachten» beginnt am 24. Dezember 2016. Die Spendenaktion endet am 7. Januar 2017.Ins Leben gerufen wurde die Kampagne von der Post, dem Schweizerischen Roten Kreuz und der SRG SSR. Seitdem hat sich auch Coop als Haupt-Warenspender angeschlossen.

- Pakete mit Grundnahrungsmitteln können kostenlos an allen Postschaltern abgegeben werden. Mit der Dienstleistung pick@home können Pakete auch kostenlos zu Hause abgeholt werden.

- Die Hälfte der Spenden wird an bedürftige Menschen in der Schweiz verteilt: an Sozialhilfeempfänger, an Notunterkünfte, Frauenhäuser oder Kinderheime, an die Heilsarmee usw.

- Die andere Hälfte ist für die Unterstützung in Osteuropa bestimmt. In diesem Jahr dürfen sich Menschen, die in Bosnien und Herzegowina, Moldawien, Weissrussland und Armenien in grösster Armut leben, über Ihre Spenden freuen.

- Gespendete Artikel und Lebensmittel werden am 16. Januar 2017 im Logistikzentrum des Roten Kreuzes in Bern ausgepackt und sortiert. Mitarbeitende der Post können sich daran beteiligen. Melden Sie sich dafür bis 11. Dezember 2016 an auf:

www.post.ch/2xweihnachten

Weitere Infos:

www.2xweihnachten.ch