Geburtsstunde eines legendären Messers

Sackmesser waren lange Zeit der Stolz des Kantons Jura. Heute erwachen sie zu neuem Leben, und PostAuto ist mit von der Partie. Ein Exklusivbericht aus Delsberg.

27.10.2015
Text: Annick Chevillot; Fotos: François Wavre
  • Das neue Schweizer Sackmesser der Firma Swiza in Delsberg.

  • Scharfe Klingen.

  • Die Klingen sind bereit für die Montage.

  • Gelbes Granulat für die gelben Messer.

  • Das Schweizer Kreuz darf nicht fehlen.

  • Zusammensetzen der Messer.

  • Das Zusammensetzen des Sackmessers erfolgt in Handarbeit.

  • Das noch "nackte" Messer.

  • Die Messer kriegt eine Griffschale.

  • Das Messer kriegt eine Griffschale.

  • Das fixfertige Messer wird einer Schlusskontrolle unterzogen.

  • Florian Lachat (Präsident) und Peter Hug (CEO, rechts): die Chefs von Swiza.

«Das D lacht!» Peter Hug, CEO der Marke Swiza, ist ein glücklicher Mann. Nach zwei Jahren der Entwicklung, der Recherchen und Entwürfe, der Zweifel, Hoffnungen und auch der Gewissheiten hat er den Medien am 21. Oktober sein neuestes Produkt präsentiert. «Die geschwungene Form unseres Sackmessers, das den Namen D für Delsberg trägt, sorgt dafür, dass das Messer ergonomisch ist. Durch die Krümmung kann es einfacher gehalten und benutzt werden. Es liegt angenehm in der Hand. Der verwendete Kunststoff (TPE) ermöglicht eine Geschmeidigkeit, die bei nassen Händen äusserst nützlich ist: Das Messer gleitet nicht aus den Händen.»

Peter Hug nimmt ein Sackmesser und öffnet es: «Es hat sechs Werkzeuge für elf Funktionen.» Natürlich hat es eine Klinge, je nach Modell zwei oder drei Schraubenzieher, einen Flaschenöffner, einen Metalldrahtbieger, einen Korkenzieher, eine Pinzette und eine Ahle. Ein echt multifunktionales Sackmesser! «Ja, das stimmt. Wir haben es soeben auf den Markt gebracht.» Peter Hug, der 17 Jahre beim Messerhersteller Wenger tätig war (fünf davon als CEO), kennt die Branche gut. Vor allem weiss er, «dass dieses Produkt sich in den letzten rund 120 Jahren in seiner Form kaum weiterentwickelt hat.»

Ein starkes Symbol

Und das war die Herausforderung für den 54-jährigen Manager: Ein neues Sackmesser auf den Markt zu bringen, das modern und innovativ ist (der Mechanismus zum Auf- und Zuklappen der Klinge ist sehr raffiniert und versteckt sich im Schweizerkreuz). «Und es in Delsberg herzustellen», ergänzt der Präsident des Unternehmens, Florian Lachat. Die beiden Geschäftsleute sind stolz, dieses neue Produkt entworfen zu haben, «aber wir freuen uns auch, in der Region einen neuen Industriepark einrichten zu können», betont Lachat, der aus der Ajoie stammt. Mit der Einstellung der Produktion von Wenger-Messern Anfang 2014 endete auch die Herstellung eines typisch jurassischen Produkts. Dank der neuen Initiative erlebt nun Delsberger und somit Schweizer Know-how ein Revival.

Das Unternehmen beschäftigt bereits 21 Personen, «und das ist erst der Anfang», erklärt Peter Hug begeistert. Das Team wird es zwar nicht mit dem Riesen Victorinox aufnehmen können, doch es hat ein grosses Wachstumspotenzial. Noch bevor die Neuheit auf den Markt gebracht wurde, hatte sie PostAuto überzeugt, «denn die beiden Unternehmen sind natürliche Partner», erklärt Ian Hennin, Leiter Fahrgastmarketing bei PostAuto. Da gibt es eindeutig Gemeinsamkeiten. PostAuto befördert Reisende, Swiza bietet Produkte an, die unterwegs nützlich sind: Uhren, Rucksäcke, Koffer, Laptophüllen, Umhängetaschen und jetzt auch Sackmesser.

Hier beginnt ein gemeinsames Abenteuer von zwei Unternehmen, die Emotionen und einen Pioniergeist vermitteln wollen, die über eine einfache Marketing-Partnerschaft hinausgehen: «PostAuto verknüpft seinen Bekanntheitsgrad und sein Image voll und ganz mit Swiza und ihren Produkten», betont Ian Hennin. «Wir lancieren ausserdem eine ganze Palette an gemeinsamen Produkten, die im Sortiment von Swiza zu finden sein werden. Das ist ein schönes Zeichen des gegenseitigen Vertrauens!»

Sackmesser Swiza, D1 bis D4, vier Farben (rot, schwarz, weiss, blau) und zwei Ausführungen: sechs Funktionen auf einer Ebene oder elf Funktionen auf zwei Ebenen. Preis: 29 bis 37 Franken, je nach Ausführung. Erhältlich in Spezialgeschäften, bei PostAuto (das exklusive gelbe Modell) und bei Swiza.
www.postauto.ch/myplus
www.swiza.com
Sie wollen wissen, wie das neue Sackmesser von PostAuto hergestellt wird? Hier unser Video:

Wettbewerb

Preise im Gesamtwert von 910 Franken zu gewinnen

10 Sackmesser von PostAuto-Swiza

10 blaue Bauchtaschen

10 ultaleichte Rucksäcke

Teilnahme unter: postauto.ch/gewinnen

Entwickelt und hergestellt in der Schweiz

Zur grossen Freude von Florian Lachat und Peter Hug werden die Sackmesser von Swiza in Delsberg hergestellt. Als Erstes wird durch das sogenannte Feinschneiden anhand einer Matrize die Form der Messerklingen in 440er Stahl (Rockwell-Härte: 57) geschnitten. Dieser Arbeitsschritt wird durch ein externes Schweizer Unternehmen durchgeführt. In der Fabrik in Delsberg werden die Formen dann in einem ersten Schritt durch Stanzen gekennzeichnet. Dabei werden mit Hilfe eines Stempels das Label «Swiss made» und/oder eine Seriennummer auf die Oberfläche geprägt. Als Nächstes folgt die Härtung. Dazu werden die Klingen in einen Ofen mit sehr hoher Temperatur gelegt, wodurch der Stahl gehärtet wird. Anschliessend werden die Seiten der Klingen zu Messerschneiden geschliffen, dann glatt poliert und schliesslich geschärft. Nun sind die Klingen bereit für die Montage. Das Zusammensetzen des Sackmessers geschieht von Hand. Eine Mitarbeiterin fügt an einem Werkbank die verschiedenen Teile zusammen und legt sie unter die Presse. Dann erhält das nackte Messer zwei eingefärbte und vorgängig geformte Griffschalen. Dieser Arbeitsschritt wird mit einem Granulat aus TPE-Kunststoff, das in eine Maschine gespritzt wird, ebenfalls in der Fabrik durchgeführt. Bevor das fertige Messer schliesslich verpackt wird, wird es noch einer Schlusskontrolle unterzogen.