Eine richtige Bieridee

Alkohol und ÖV haben idealerweise wenig miteinander zu tun. Eine Ausnahme bildet das Füürabigbier von Drüüklang Bräu. Es wird von zwei Mitarbeitern des PostAuto-Unternehmens Rolf Stutz AG gebraut und sorgt nach Feierabend nicht nur bei den PostAuto-Fahrerinnen und -Fahrern für gute Stimmung.

17.10.2017
Text: Sandra Gurtner; Fotos: Monika Flückiger
  • Stefan Stutz und Roger Reuteler

    Mit viel Begeisterung tüfteln Stefan Stutz (links) und Roger Reuteler (rechts) an ihren Bierrezepten. Die Wand mit den leeren Bierflaschen im Hintergrund zeugt davon, woher ihre Inspiration kommt.

  • Roger Reuteler

    Handarbeit und Postauto-Nostalgie: Rossi beim Zugeben der Hopfenpellets.

  • Roger Reuteler

    Roger Reuteler bei der Arbeit.

  • Stefan Stutz

    Stefan Stutz an der Abfüllmaschine.

  • Bierflaschen

    Jeder Schritt wird von Hand gemacht, auch das Abfüllen.

  • Bierflaschen

    Die beliebten Drüüklang Biere sind oft schon wenige Tage nach dem Brauen vergriffen.

  • Bierflaschen

    Die verschiedenen Biersorten tragen alle Postautonamen.

  • Pneu Bar

    In der Pneu Bar wird mit Mehrfahrtenkarte bezahlt. Schwarzfahren wird geduldet.

  • Brauereihefe

    Zugabe von Hefe

Die beiden Hobbybrauer Stefan «Miller» Stutz und Roger «Rossi» Reuteler sind bereits seit Tagesanbruch daran, Hopfen, Malz und lokales Quellwasser in verschiedene Biersorten zu verwandeln. In der alten Postautogarage der Rolf Stutz AG in Oberlunkhofen heizen sie hierzu etwa einmal im Monat die Kessel ein. Heute stehen zwei davon auf einem Tisch und unmittelbar darunter zwei weitere auf einer Töff-Hebebühne. «Das macht das Umfüllen bequemer», erklärt Rossi die unkonventionelle Ausstattung ihrer Braugarage. Herumgetüftelt wird bei Drüüklang nämlich nicht nur an eigenen Bierrezepten, sondern auch immer wieder an deren Umsetzung. Regelmässig hecken die beide Freunde neue Pläne aus. «Bier trinken und philosophieren» nennen sie das dann. Und genau so ist ihre Bieridee auch entstanden: Beim monatlichen Fahrerstamm der Rolf Stutz AG haben sie sich dazu entschlossen, ein eigenes Feierabendbier für die PostAuto-Fahrerinnen und -Fahrer zu brauen.

Nächster Halt: Pneu Bar

Dass ein Bier von PostAuto-Fahrern für ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen mit einer gehörigen Portion Postautobezug ausgestattet ist, erstaunt nicht. Miller und Rossi verstehen es aber, diesen geistreich einzusetzen: Der Name ist abgeleitet von einem Dreiklanghorn, die Etikette zeigt den Kühler eines alten Postautos und ausgeschenkt werden ihre Bierkreationen am Feierabend in der Pneu Bar auf dem Gelände der Rolf Stutz AG. Hier wird per Mehrfahrtenkarte bezahlt, die in Selbstkontrolle abgeknipst wird. «Hie und da fährt auch mal jemand schwarz», äussert sich Miller amüsiert zur Disziplin der Fahrer. Das Postauto stand auch für die Namen der Biersorten Modell: Das «Fernlicht» ist ein helles Dinkelbier, das «Bremslicht» ein geschmeidiges Amber und der «Nachtbus» ein rauchiges Porter. Die «Extrafahrt» hingegen wechselt häufig ihren Kurs und bietet Miller und Rossi Freiraum für immer neue Kreationen: «Ein Mitarbeiter wollte unbedingt sein eigenes Bier brauen. Diesen Wunsch haben wir ihm zum Geburtstag erfüllt. Entstanden ist eine Extrafahrt Namens Gaspedal, die so beliebt war, dass wir sie schon mehrmals nachgebraut haben», erklärt Miller begeistert.

Jeder Schritt von Hand

Das Drüüklang Füürabigbier findet unterdessen auch fernab der Fahrer-Community Anklang: «Wir sind momentan mit ein paar Restaurants in der Region im Gespräch und beliefern immer wieder private Anlässe. Lokale Produkte und insbesondere Craft Beer erleben aktuell eine Renaissance. Die Leute vertrauen auf regionale Handarbeit», erklärt Miller die steigende Nachfrage. In der Tat wird bei Drüüklang jeder Schritt von Hand ausgeführt: Vom Design der Etikette über das Brauen bis zum Abfüllen und Verschliessen mit der Deckelimaschine stammt hier alles aus einer bzw. vier Händen. Auch die Zutaten sind, wenn immer möglich, aus der Region, und die beiden achten darauf, dass die Beiprodukte des Brauprozesses weiterverwendet werden: «Mit unserer Drêche backen wir z. B. Brot oder füttern die Hühner. Ein Restaurant im Ort verarbeitet sie ausserdem zu Seife», so Rossi. Das scheint zu gefallen: Oft sind alle Drüüklang-Biere wenige Tage nach dem Brauen bereits vergriffen. Hält diese Entwicklung an, könnten sich Miller und Rossi vorstellen, ihre Bier- in eine Geschäftsidee umzuwandeln. «Jetzt bauen wir den Raum aber erst einmal zu einer richtigen Kleinbrauerei um», sagt Miller und schaut dabei verheissungsvoll in die die alte Postautogarage.

www.druuklang-braeu.com

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