Dank Teamwork zum Erfolg

Es gibt wenig Luft im Prozess, den ein A-Post-Brief von der Annahme bis zur Zustellung durchläuft. Damit es wie am Schnürchen geht, müssen alle Beteiligten entlang der Prozesskette vollen Einsatz leisten.

21.07.2015
Text: Lea Freiburghaus

300 Kilometer in einer Nacht. Das muss ein A-Post-Brief von Simplon nach Gottlieben am Bodensee schaffen, will er seinen Empfänger pünktlich am Folgetag erreichen. Damit dies gelingt, ist perfektes Teamwork zwischen PostMail, Poststellen und Verkauf sowie PostLogistics gefragt.

Annahme

Jeden Tag werden in 2211 Poststellen und Postagenturen sowie an 19 Annahmestellen für Geschäftskunden und in über 15 000 Briefeinwürfen Briefe aufgegeben. An 1284 Orten in der Schweiz findet die Briefaufgabe an der Haustüre statt (Hausservice). Ab jetzt läuft der Countdown. Die Briefe aus den Briefeinwürfen, den Postagenturen und dem Hausservice gelangen unsortiert ins Briefzentrum. Am Schalter aufgegebene Briefe werden nach A- und B-Post sowie nach maschineller und manueller Sortierung getrennt. Allfällige Fehler zu Beginn der Prozesskette lassen sich später nur schwer korrigieren. Daher soll die Sendungsaufbereitung in den Poststellen mittels Schulungen weiter verbessert werden. «Ausserdem werden die Verkaufsgebietsleiter von PV neu monatlich über die Laufzeiten der A-Post-Briefe in ihrem Zuständigkeitsgebiet informiert», so Pierre Albertelli, Leiter Einzugsgebiet West. «Und Besuche in den Briefzentren sollen den PV-Mitarbeitenden aufzeigen, wie zentral die Sendungsaufbereitung für die nachgelagerten Prozessschritte ist.»

Transport

Nach der Annahme werden die Briefe in das Briefzentrum im Einzugsgebiet des Aufgebers transportiert. Dafür ist PostLogistics zuständig. Auf der Strasse oder mit der Bahn gelangen jährlich rund 5 Milliarden Sendungen zur Sortierung nach Eclépens, Härkingen oder Zürich-Mülligen. Wohnt der Empfänger im gleichen Einzugsgebiet wie der Aufgeber, wird der Brief vor Ort sortiert. Ist ein anderes Briefzentrum für den Wohnort des Empfängers zuständig, wird die Sendung zur weiteren Sortierung dorthin geschickt. Staus und Baustellen können Transporte auf der Strasse oder der Schiene erschweren und die rechtzeitige Anlieferung gefährden. Pierre Albertelli: «Ist der pünktliche Bahntransport zwischen den Zentren zum Beispiel wegen Bauarbeiten gefährdet, verlagern wir ihn gegebenenfalls teilweise oder ganz auf die Strasse.» Zusätzlich kommen in den Briefzentren neu Pikettfahrzeuge zum Einsatz, die kleinere Restmengen von A-Post-Briefen nachliefern.

Sortierung

Herz und Motor der Briefverarbeitung ist die Sortierung in den Briefzentren. Vom Wareneingang gelangt der A-Post-Brief in die Sendungsaufbereitung, wo er nach Format, Verarbeitungsart und Dringlichkeit sortiert wird. Ohne Zwischenhalt im Hochregallager geht es direkt weiter in die Sortierung. Bis zu 30 000 normalformatige Briefe schafft jede Sortiermaschine pro Stunde. Anschliessend werden die Briefe in Brief- und Sammelbehältern für den Weitertransport bereitgestellt. «Alles steht und fällt mit der Stabilität unserer IT- und Anlagetechnik», erklärt Pierre Albertelli. «Kompetenzchecks sollen künftig zeigen, wie flink unsere Materialflussspezialisten mit Störungen umgehen.» Mittels Schulungen bleiben die IT- und Unterhaltsleute stets auf dem neusten Stand.

Zustellung

Ist der Brief in der Zustellstelle eingetroffen, wird er nach Strasse, Hausnummer und Empfänger sortiert, falls dies nicht bereits im Briefzentrum – mittels Gangfolgesortierung – geschehen ist. Die Mitarbeitenden der Zustellung sind von Montag bis Samstag unterwegs, um A-Post-Briefe pünktlich zuzustellen. «Gerade bei der Samstagszustellung, bei der Touren zusammengelegt werden, machen wir bis Ende Jahr vermehrt Qualitätskontrollen», so Pierre Albertelli. Damit soll vermieden werden, dass am Freitag aufgegebene A-Post-Briefe erst am Montag eintreffen. Denn spätestens 24 Stunden nach der Aufgabe ist der Countdown für einen A-Post-Brief abgelaufen!

Sofortmassnahmen

Die Post misst die Pünktlichkeit der Briefe und Pakete kontinuierlich und legt jedes Jahr Rechenschaft darüber ab. Für die A-Post gilt: Treffen 97,6 Prozent der Briefe am Folgetag ein, hat die Post ihr internes Ziel erreicht. Um auch 2015 auf diesen Wert zu kommen, hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von PV, PL und PM Ende Mai ihre Arbeit aufgenommen. Mit diversen Sofortmassnahmen sollen die Laufzeiten der A-Post nochmals verbessert werden. Für Pierre Albertelli, Leiter der Arbeitsgruppe, ist klar: «Mit den Massnahmen leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Zielerreichung im 2015, sondern legen gleichzeitig eine gute Basis fürs kommende Jahr.»