Auf den Spuren der blauen Boxen

ThermoCare Ambient heisst die erste passive Versandlösung der Schweiz für Kunden, die Arzneimittel im Temperaturband von 15 bis 25 Grad verschicken. Ein Einblick in den Kreislauf der neuen Post-Boxen.

26.04.2017
Text: Simone Hubacher; Fotos: Daniel Desborough
  • ThermoCare-Sammelstelle

    Die ThermoCare-Sammelstelle (hinten) mit temperierten Containern für die Boxen.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Mitarbeiter des Paketzentrums räumen die vom Kunden retournierten Boxen aus.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Die ThermoCare Boxen der Post sind blau.

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    Die Wärmespeicher werden in Rollboxen in die temperierten Container gefahren und dort für mindestens 44 Stunden zwischengelagert.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    In diesem ersten Container werden die Elemente vorbereitet.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Die fertig zusammengesetzten Boxen warten im temperierten Container auf ihren Einsatz.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Joel Kurmann (PostLogistics, links) und Christopher Behnke von der Firma «va-Q-tec» tauschen sich aus, um künftig Abläufe noch zu verbessern.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Die Lieferung für die Firma Voigt ist bereit.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Die Reise beginnt: Ein Paketzentrumsmitarbeiter holt die temperierten Boxen ab ...

  • ThermoCare-Sammelstelle

    ... und fährt sie ins Paketzentrum.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Patrik Müller, Chanton Transporte GmbH, lädt die ThermoCare Boxen in den Lieferwagen.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Härkingen–Niederbipp retour. Der Lieferwagen trifft wieder im Paketzentrum ein. Im Gepäck diesmal die mit Arzneimittel befüllten Boxen.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Mitarbeiter des Paketzentrums speisen die ThermoCare Boxen in den normalen Paket-Versandkreislauf ein.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Beat Lindegger und Ursula Lienhard besprechen das heutige Handling der ThermoCare Boxen.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Die blauen Boxen werden im Paketzentrum automatisch sortiert.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Die blauen Boxen werden im Paketzentrum automatisch sortiert.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    PostLogistics-Mitarbeiter Frank Daubenfeld betreut das Dispobox-Tool der Post.

  • ThermoCare-Sammelstelle

    Wer ThermoCare Boxen bestellt, tut dies über den Onlinedienst «Dispobox bestellen».

Der stahlblaue Himmel macht den Spaziergang vom Haupteingang des Paketzentrums Härkingen in die nördliche Ecke des Areals zum Vergnügen. Der Schriftzug auf den Containern – Arctic Store – bildet einen Gegensatz zu den frühlingshaften Temperaturen. Dahinter, in einem unauffälligen Gebäude, befindet sich die ThermoCare-Sammelstelle (vgl. Kasten) – ein neuer Zweig des Paketzentrums. Christopher Behnke von der deutschen Firma «va-Q-tec», die der Post im Bereich thermische Lagerung und Konditionierung zur Seite steht, berät und unterstützt in diesen Räumlichkeiten drei bis vier Mitarbeitende des Paketzentrums. «Derzeit sind wir ab Mittag hier – mit steigender Auftragsmenge können wir ausbauen», sagt er. Die blauen Boxen – sie erinnern an Kühlboxen – werden geprüft und für den Versand vorbereitet. Das Ziel: Pharmaunternehmen und Zwischenhändler sollen Arzneimittel im Temperaturband von 15 bis 25 Grad transportieren können. Chemische Wärmespeicher bilden zusammen mit einer Isolation das Herzstück der ThermoCare Box. Zuerst gelangen die Wärmespeicher für 44 Stunden in einen temperierten Container, bevor sie sorgfältig in die Box gelegt werden. Die komplettierte Box lagert dann bis zum Transport zum Versenderkunden wieder in einem Container.

Innert Stunden beim Empfänger

Ein Fahrer des Paketzentrums öffnet einen Container, koppelt fünf Rollboxen an sein Gefährt und bringt die leeren, temperierten Boxen zur richtigen Rampe. Ab jetzt beginnt die Zeit neu zu laufen: Innert fünf Stunden müssen die Boxen beim Pharma-Grosshändler, der Firma Voigt Industrie Service AG in Niederbipp, sein. Heute gehts besonders schnell: Nur wenige Minuten später lädt Patrick Müller, Fahrer der Chanton Transporte GmbH, im Auftrag der Post die durch Voigt vorbestellten Boxen in den Lieferwagen und fährt los. Müller lädt die Boxen in Niederbipp nach rund zehnminütiger Fahrt ab und nimmt jene, die er am Tag zuvor angeliefert hatte und die inzwischen mit Arzneimitteln befüllt worden sind, gleich wieder mit nach Härkingen.

Dass alles zeitlich aufgeht, ist primär Ursula Lienhard von PostLogistics zu verdanken. Bei ihr laufen in der Einführungsphase die Fäden für die gesamte Planung und Disposition der Boxen in Härkingen zusammen. «Auch dann, wenn ein Kunde einen Extrawunsch hat – die Boxen beispielweise nach 11 Uhr bestellt und noch am selben Tag zugestellt haben möchte, setzen wir alle Hebel in Bewegung.» Die Boxen sind nach der Übergabe durch den Versenderkunden schweizweit in weniger als 25 Stunden beim Empfänger. Beat Lindegger, Stv. Leiter Paketzentrum Härkingen: «Das macht die Lösung attraktiv und ist ein entscheidendes Verkaufsargument.»

Boxen gehen ihren Weg

Chauffeur Patrick Müller ist mit der heutigen Sendung von Voigt zurück im Paketzentrum. Mitarbeitende des Zentrums führen die Rollboxen zum entsprechenden Förderband und speisen die Boxen von ThermoCare in den normalen Versandkreislauf ein. Noch haben die Boxen eine weite Reise vor sich. Doch weil sie unterschiedliche Empfängeradressen haben, trennen sich hier ihre Wege. Und nur wer genau beobachtet, entdeckt zwischen vielen anderen Paketen ab und zu noch eine blaue Box.

ThermoCare Ambient

Die Post hat per Anfang 2017 zusammen mit dem Pharmalogistikunternehmen Voigt Industrie Service AG die erste passive Schweizer Versandlösung für Arzneimittel entwickelt, die laut neuer EU-Norm im Temperaturband von 15 bis 25 Grad transportiert werden müssen. Das Prinzip der passiven Versandlösung ist einfach: Die robuste Aussenbox, die vor Stössen und Schlägen schützt, enthält eine geschäumte Innenbox, die mit eingefügten Isolationspaneelen für die Isolation sorgt. Statt Kühlelementen enthält die ThermoCare Box zwei chemische Wärmespeicher. Die Innentemperatur bleibt so für empfindliche Medikamente während mindestens 25 Stunden ab dem Zeitpunkt des Befüllens der Boxen stabil. Die Box wird im massentauglichen Paket- und Expresskanal transportiert und erreicht die Empfänger schweizweit am folgenden Tag, in der Regel bis 10 Uhr, als Expresssendung bis spätestens 9 Uhr.