Als Stromableser im Einsatz

In der Region Schaffhausen lesen Briefzusteller derzeit erstmals 30 000 Stromzähler für die Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausens AG (EKS) ab.

17.01.2017
Text: Simone Hubacher; Fotos: Monika Flückiger
  • Das fürs Ablesen benötigte Material: Scanner, Taschenlampe, Bluetooth-Ablesekopf, Vierkantschlüssel, 5000er-Schlüssel und P14, Schreiben und Ausweis

  • Das für die Stromzähler-Ablesetouren zusätzlich benötigte Material liegt in der BZR Schaffhausen bereit.

  • In einem schwarzen Etui lässt sich das Ablesematerial leicht verstauen.

  • Der Ausweis, den der Postbote jederzeit vorweisen kann.

  • Postbote Ralph Fuchs sucht mit Mieter Miguel Camero den Stromzähler im Untergeschoss des Hauses, in der sich die Wohnung befindet.

  • Ralph Fuchs auf der Suche nach dem Stromkasten.

  • Gefunden und geöffnet: der Stromzähler kann nun abgelesen werden.

  • Der Scanner liefert Infos zum Ableseort und speichert den Verbrauch mechanisch oder automatisch.

  • Postbote Ralph Fuchs und Mieter Miguel Camero

  • Die neueste Zählergeneration: der Bluetooth-Ablesekopf muss nur ans Gerät gehalten werden, schon überträgt sich der Wert.

  • Der Vierkantschlüssel ist ebenso Teil der Ausrüstung wie der Scanner und der Bluetooth-Ablesekopf.

  • Die Postboten von Schaffhausen nehmen in diesen Wochen 30 000 Ablesungen vor.

  • Ralph Fuchs.

Ende Dezember, ein herrlicher Wintertag mit tief stehender Sonne und kalten Temperaturen. Zusteller Ralph Fuchs bereitet seinen Sondereinsatz im Industriegebiet in der Stadt Schaffhausen vor. An der Ernst Müller-Strasse 6A wird er heute probehalber den Strom ablesen. Schwarz, klein und unauffällig ist die Tasche, die bei diesem Einsatz nicht fehlen darf: Darin befinden sich ein Vierkantschlüssel, auch «Wurfstern» genannt, ein 5000er-Schlüssel (Passepartout) und ein Sonderschlüssel für Stromkästen mit der geheimnisvollen Nummer P14, der es dem Boten erlaubt, bis zum Stromzähler zu gelangen. Auch eine Taschenlampe, ein Bluetooth-Ablesekopf für die neueste Generation der Stromablesung und ein gemeinsames Schreiben der Post und der EKS AG fehlen nicht. «Damit können wir zweifelnden Kunden versichern, dass wir Postboten durch die EKS beauftragt sind, die Ablesung vorzunehmen», sagt Ralph Fuchs. Das Ganze funktioniert nur mit dem Intermec-Scanner (auch «NEMO» genannt) und der neu ergänzten «Post-Meter»-App. «Der Bote lädt die Aufträge auf den Scanner. Dort kann er sie im Detail ansehen und erhält Hinweise, ob sich der Zähler drinnen oder draussen befindet. Je nach Stromzähler erfolgt die Ablesung automatisch via Bluetooth, oder der Bote tippt den Zählerstand in den Scanner ein», so Ralph.

Dreimal klingeln

Die heutige Probeablesung findet im Gegensatz zum Normalfall im Anschluss an die tägliche Tour und nicht währenddessen statt. Der Mieter ist zu Hause, der Stromzähler aber nicht sofort auffindbar. Der Bauführer der im Nebengebäude untergebrachten Firma kann helfen, findet den Kasten – Erleichterung macht sich breit. «Für eine Ablesung steht uns ein definiertes Zeitfenster zur Verfügung», so Ralph. «Wenn wir den Kasten in dieser Zeit nicht finden, leiten wir den Auftrag zurück an den Service-Provider Avectris, der die Ablesungen zwischen der EKS und der Post koordiniert. In diesem Fall müsste EKS mehr Zusatzinformationen liefern.» Wenn ein Mieter drei Mal nicht zu Hause ist, wirft der Pöstler einen Zettel ein mit der Bitte, die Ablesung selbst vorzunehmen.

30 000 Ablesungen

Zwischen dem 3. und 24. Januar 2017 nehmen Ralph und seine Kolleginnen und Kollegen – total 80 geschulte Pöstler aus der Region – 30 000 Ablesungen auf 56 verschiedenen Touren in Schaffhausen und Umgebung vor. Ab sofort zeichnen sie auch für die aperiodischen Ablesungen verantwortlich, etwa bei Mieterwechseln. «Ich finde es richtig, dass die Post den Auftrag zu 100 Prozent übernommen hat – dass wir also auch Stromzähler bei Strassenampeln und Firmen ablesen. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung», sagt Ralph. Mit neuen Dienstleistungen wie dem Ablesen von Stromzählern will die Post ihr Kerngeschäft ergänzen und stützen. Da die Briefzustellerinnen und -zusteller auf ihren Touren das ganze Jahr über fast täglich bei über 4 Millionen Schweizer Haushalten vorbeikommen und grosses Vertrauen bei Kunden geniessen, bringt die Post beste Voraussetzungen für die Entwicklung solcher ergänzenden und stützenden Dienstleistungen mit.