Nächster Halt: Pistenbar!

Erst Postauto, dann Camper, jetzt Pistenbar: Das alte Poschi der «Bus Stop Bar» hat eine bewegte Geschichte, deren letztes Kapitel noch lange nicht geschrieben ist.

Ausgabe 1/2018
Text: Sandra Gurtner; Fotos: Severin Nowacki
  • Die «Bus Stop Bar» steht diesen Winter bereits zum fünften Mal in Grindelwald.

    Die «Bus Stop Bar» steht diesen Winter bereits zum fünften Mal in Grindelwald.

  • Vom ursprünglichen Modell der «Bus Stop Bar» hat FBW gerade mal 1263 Exemplare gebaut.

    Vom ursprünglichen Modell der «Bus Stop Bar» hat FBW gerade mal 1263 Exemplare gebaut.

  • Inhaber Erlend Gass ist Gärtner im Sommer und Barbetreiber im Winter. Den Bezug zur Post hat er bei der Bargestaltung überall einfliessen lassen.

    Inhaber Erlend Gass ist Gärtner im Sommer und Barbetreiber im Winter. Den Bezug zur Post hat er bei der Bargestaltung überall einfliessen lassen.

  • Kaffee Motorenöl

    Der «Kaffee Motorenöl» wird nach Geheimrezept zubereitet und in handgefertigten Helvetas-Tassen serviert.

  • Die Ideen gehen dem vielseitigen Jungunternehmer Erlend Gass so schnell nicht aus.

    Die Ideen gehen dem vielseitigen Jungunternehmer Erlend Gass so schnell nicht aus.

  • Postkarten gibts in der Bar gratis, der passende Briefkasten fehlt bislang noch.

    Postkarten gibts in der Bar gratis, der passende Briefkasten fehlt bislang noch.

  • Der Bus ist ein Erlebnis für alle Vintagefans und Postautonostalgiker.

    Der Bus ist ein Erlebnis für alle Vintagefans und Postautonostalgiker.

  • Stammgäste kennt die Bar viele. Einige reisen sogar jährlich aus den USA an.

    Stammgäste kennt die Bar viele. Einige reisen sogar jährlich aus den USA an.

  • Egal ob Schneefall oder Sonnenschein, beim «Bus Stop» ist bis Saisonende täglich was los.

    Egal ob Schneefall oder Sonnenschein, beim «Bus Stop» ist bis Saisonende täglich etwas los.

  • Statt Red Bull wird Matetee-Sprudel serviert, der Rum kommt von der Brennerei Humbel im Aargau und der Sirup vom «Sirupier» in Bern.

    Statt Red Bull wird Matetee-Sprudel serviert, der Rum kommt von der Brennerei Humbel im Aargau und der Sirup vom «Sirupier» in Bern.

  • Egal ob Schneefall oder Sonnenschein, beim «Bus Stop» ist bis Saisonende täglich was los.

    Egal ob Schneefall oder Sonnenschein, beim «Bus Stop» ist bis Saisonende täglich was los.

  • Stammgäste kennt die Bar viele. Einige reisen sogar jährlich aus den USA an.

    Stammgäste kennt die Bar viele. Einige reisen sogar jährlich aus den USA an.

In Grindelwald geniesst sie Kultstatus: die «Après Ride Bar» auf der Talabfahrt des Skigebiets First. Für den «Hot Mojito» und die kulturelle Unterhaltung im ausrangierten Postauto reisen Wintersportbegeisterte von nah und fern an. Das liegt nicht nur am besonderen Look der Bar. Ihr Gründer Erlend Gass bietet ein für ein Skigebiet einzigartiges Angebot und hat damit Erfolg. Dem ehemaligen Hochbauzeichner und Vater von zwei kleinen Töchtern liegt dabei besonders die Nachhaltigkeit am Herzen. Und der Spass – für die Kunden und ihn selbst.

Nach der Talfahrt auf die Piste

Die «Bus Stop Bar» steht diesen Winter bereits zum fünften Mal in Grindelwald. In den 1960er-Jahren war sie noch als Postauto auf der Linie Biel-Meinisberg unterwegs. Später stand der FBW-Bus als Camper im Einsatz. Schliesslich nahm der Tramverein Bern das inzwischen fahruntüchtig gewordene Grossfahrzeug bei sich auf. «Um die Chauffeurprüfung bin ich also herumgekommen», scherzt Erlend. Für Vintagefans und Postautonostalgiker ist der Bus aber auch ohne funktionierenden Motor einen Besuch wert: «Beim Umbau habe ich möglichst viel so gelassen, wie es war», beschreibt Erlend das ehrwürdige Interieur. Viel Charakter hat auch das Angebot der «Bus Stop Bar»: Statt Red Bull wird Matetee-Sprudel serviert, der Rum kommt von der Brennerei Humbel im Aargau und der Sirup vom «Sirupier» in Bern. Erlend beschreibt seine Bar als «perfekten Ort, seine verrückten Ideen auszuleben» und ergänzt: «Poetry Slam funktioniert im Skigebiet übrigens nicht. Eine Outdoor-Poolparty wie das «Grindelwald les Bains» hingegen schon.»

Die Post auf Kurzwahl

Zwar gibt es in der «Bus Stop Bar» gratis Postkarten, einen eigenen Briefkasten aber (noch) nicht: «Mein Traum wäre es, für den Postausgang einen alten PTT-Briefkasten anzubringen», erklärt der 34-Jährige. Auch sonst mag er die Post: «Für einen Event habe ich einmal einen Lautsprecher bestellt. Am Tag des Anlasses war er immer noch nicht da. Im Dorf habe ich per Zufall meinen Pöstler getroffen, der extra für mich die Poststelle öffnete, um nach meiner Sendung zu suchen. Der Lautsprecher war rechtzeitig im Einsatz und ich habe jetzt seine persönliche Nummer, falls mal wieder etwas wäre», schwärmt er über die Vorzüge des kleinen Dorfs. Apropos Dorf: Sein Zukunftstraum ist ein «Bus Stop Village», in dem man in mehreren alten Postautos übernachten könnte. Eines zeigt der Besuch seiner «Bus Stop Bar» schon heute: Die Ideen gehen dem vielseitigen Jungunternehmer Erlend Gass so schnell nicht aus. Das alte Poschi wird ihn dabei weiterhin begleiten.

Die Bus Stop Bar befindet sich im Stählisboden, direkt an der Talabfahrt Grindel im Skigebiet Grindelwald First. Erreichbar ist sie auch per Skibus Linie 1 Richtung Oberer Gletscher.
www.busstopbar.ch