Ich bin dann mal weg

Obwohl Christian Imhof stark mit dem Wallis verbunden ist, zieht es ihn auch oft in die Ferne. In Brig führt er das kleinste der drei Reisebüros von PostAuto Reisen und Freizeit.

22.08.2017
Text: Sandra Gonseth; Fotos: Annette Boutellier
  • Christian Imhof

    Christian Imhof setzt sich manchmal auch gleich selbst hinters Steuer. Er stand während zwölf Jahren als PostAuto-Fahrer im Einsatz.

  • Christian Imhof

    Für Pilgerfahrten engagiert Christian Imhof oft auch eine geistliche Reisebegleitung wie die Ordensschwestern Alfreda (links) und Mathilde (rechts) des Klosters St. Ursula in Brig.

  • Christian Imhof

    Christian Imhof mit seinem Postauto auf der alten Simplonstrasse vor der Kapelle Weruheji, die sich entlang der alten Simplonstrasse oberhalb von Brig befindet.

  • Christian Imhof

    Der ausgebildete öV-Spezialist setzt auf ein Reiseangebot, das exakt auf die Bedürfnisse seiner Walliser Kundschaft ausgerichtet ist.

Manchmal setzt sich Christian Imhof gleich selbst hinters Steuer. Zum Beispiel für eine Pilgerfahrt zum Kloster Einsiedeln, dem bedeutendsten Marienwallfahrtsort der Schweiz. Geistliche Reisebegleitung inklusive. Entweder ein Pfarrer aus der Region oder eine Nonne aus dem Briger Kloster St. Ursula, zu dem Imhof einen guten Draht hat. «Solche Besonderheiten schätzen meine Gäste», erklärt der Oberwalliser.

Mit Leidenschaft unterwegs

In Brig - in einem unauffälligen Gebäude gleich beim Bahnhof - befindet sich das kleinste der drei Reisebüros von PostAuto Reisen und Freizeit. Christian Imhof führt es praktisch im Alleingang. Unterstützt von Praktikant Semi Kazazi. Auf dem Programm stehen aber keine Individualreisen wie bei einem herkömmlichen Reisebüro, sondern Tagesfahrten und Pauschalreisen ins benachbarte Ausland. «Der typische Oberwalliser reist gerne nach Oberitalien oder in eine Region, in der Deutsch gesprochen wird», weiss Christian Imhof, der die Bedürfnisse seiner Kunden wie seine Westentasche kennt. Kein Wunder, viele zählen seit Jahren zu seinen Stammgästen.

Ein grosses Beziehungsnetz

Und seinen Kunden kann er auch einiges bieten. So geht er ein paar Mal pro Jahr mit einer Busladung voll hungriger Fussballfans an ein Bundesligaspiel: moderner Reisecar, drei Übernachtungen im Mittelklasshotel und eine persönliche Begegnung mit dem Schweizer Bundesligatrainer Martin Schmidt, einem guten Freund Imhofs. Der PostAuto-Mitarbeiter setzt auf sein grosses Beziehungsnetz. Das unterscheidet ihn von der Konkurrenz. Denn als Kleinunternehmen mit nur zwei Reisebussen sei es gar nicht so einfach, sich gegen die Oberwalliser Mitbewerber zu behaupten. Neben dem Reisegeschäft hat er mit Extrafahrten und Fahrten an Events - beispielsweise ans Open Air Gampel oder an die Belalp-Hexenabfahrt - noch ein zweites Standbein, mit dem er 60 Prozent seines Umsatzes generiert. Damit alles reibungslos funktioniert, müssen der Einsatz von Personal und Fahrzeugen minutiös geplant werden. Bei Engpässen kann er auf ein grosses Netz an Aushilfsfahrern und auf die Flotte der PostAuto-Linienfahrzeuge zurückgreifen.

Mit Sack und Pack nach Rio

Imhof sass selbst während zwölf Jahren am Steuer eines Postautos. Oft gings damit auch ins benachbarte Ausland. Doch es hat ihn immer wieder zurück in die Heimat gezogen. Nur die Liebe hat er nicht im Wallis gefunden. Mit seiner Berner Frau Anna ist er schon seit 30 Jahren zusammen und findet die «Bärner Meitschis einfach die besten». Gerade hat der Jüngste der drei Söhne die Matura bestanden, die anderen zwei studieren in Bern und Freiburg. Die Familie ist ihm wichtig. «Vor langer Zeit versprach ich meinen fussballverrückten Jungs an die Fussball-WM nach Brasilien zu reisen.» Christian Imhof hat Wort gehalten. Vor drei Jahren flog die ganze Familie mit Sack und Pack nach Rio.

www.postauto.ch/wallis

Persönlich

Christian Imhof (52)

Seit 35 Jahren bei der Post

Ausbildung zum uniformierten Postbeamten, PostAuto-Fahrer, Lehre als Kaufmann bei PostAuto Wallis in Brig sowie Ausbildung zum öV-Spezialisten bei Login in Olten

Wohnt mit seiner Familie in Brig

Hat drei Söhne: Dennis (24), Sascha (22), Yannic (19)

Hält sich mit Skifahren und Schwimmen fit

Reist gerne