Die flexible Tessiner PostAuto-Unternehmerin

Maura Marchetti (44) ist von Haus aus PostAuto-Unternehmerin und Fahrerin in Airolo. Als sie PostAuto-Interimschef Thomas Baur für ein Projekt nach Bern holen wollte, fackelte sie nicht lange. Mit ihrem Mann und den drei Kindern zog sie für ein Jahr in die Deutschschweiz.

07.05.2019
Text: Katharina Merkle; Fotos: Monika Flückiger
  • Maura Marchetti mit ihrem Mann Marco und den Kindern Giorgia, Oliver und Alice in ihrer Wohnung bei Bern.

    Maura Marchetti mit ihrem Mann Marco und den Kindern (v.l.) Alice, Giorgia und Oliver in ihrer Wohnung bei Bern.

  • Maura Marchetti mit ihrem Mann Marco und den Kindern Giorgia, Oliver und Alice in ihrer Wohnung bei Bern.

    Maura Marchetti mit ihrem Mann Marco und den Kindern (v.l.) Oliver, Giorgia und Alice in ihrer Wohnung bei Bern.

  • Maura Marchetti umringt von ihren Liebsten.

Seit 16 Jahren führt Maura Marchetti Sassella mit ihrer Schwester Fabia das kleine PostAuto-Unternehmen Marchetti SA in Airolo. Sie haben den Betrieb, der vor allem die Linien nach Bellinzona und im Bedrettotal bedient, von ihrem Vater Alberto übernommen. Maura ist selber Fahrerin, ihre Schwester erledigt das Administrative.

Um den rund 140 PostAuto-Unternehmern (PU) den Puls zu fühlen, organisierte der damalige PostAuto-Leiter Thomas Baur im Mai 2018 im Aargau ein PU-Treffen. Maura nahm daran teil und bot an, PostAuto bei der Zusammenarbeit mit den PU zu unterstützen. Thomas Baur packte die Gelegenheit beim Schopf und fragte die Tessinerin, ob sie für ein Jahr am Hauptsitz an einem PU-Projekt mitarbeiten würde. Noch vom Zug aus rief Maura ihren Mann Marco (42) und die Kinder Giorgia (15), Oliver (13) und Alice (9) sowie ihre Schwester Fabia an. «Nach wenigen Minuten hatte ich ihr OK und konnte zusagen», erinnert sie sich.

Wohnen auf dem Campingplatz

Mit diesem Entscheid legte die Familie eine eindrückliche Flexibilität an den Tag. Denn bereits zwei Monate später zogen die fünf Marchetti Sassellas von Airolo nach Bern. Für die Kinder organsierte Maura vorher einen Deutsch-Crashkurs bei einem österreichischen Ehepaar. «Sie sagten zuerst Jänner statt Januar – aber das hat sich inzwischen gelegt», lacht Maura, die selber sehr gut Deutsch spricht. Maura reservierte eine Mietwohnung im Berner Vorort Ittigen. Bis diese frei war, kam die Familie aber zuerst im Camper und dann in einem Airbnb unter.

Damit ihre Schwester Fabia auch mal Ferien machen konnte, übernahm Maura im Dezember für eine Woche den Betrieb in Airolo. «Ich liebe unseren PU-Betrieb, finde aber auch meine Arbeit am PostAuto-Hauptsitz sehr spannend», sagt Maura. Beim Projekt PU FUTURO bringt sie wichtige Erfahrung von der Front mit ein, und sie kennt jetzt auch die Perspektive ihres Auftraggebers PostAuto sehr gut.

Bern-Fans

Bern zu verlassen, wird ihr schwerfallen. Sie geniesst die vielen Freizeitangebote, trifft sich oft mit Leuten und erkundet mit dem PubliBike die Quartiere der Stadt. Auch die Kinder haben Freunde gefunden und sprechen inzwischen Berndeutsch. Selbst ihrem Mann Marco, der wegen seiner Immobiliengeschäfte viel ins Tessin reisen muss, fällt der Abschied von Bern nicht leicht. «Aber in gut drei Zugstunden sind wir ja wieder hier, wenn wir eine Auszeit von Airolo brauchen», sagt Maura Marchetti.