Unternehmer und PostAuto-Fahrer in einem

Meinrad Vils (50) aus dem Sarganserland ist ein Tausendsassa. Der PostAuto-Fahrer ist auch Pneuhändler und ausdauernder Biker. Als er merkte, dass ihm alles zu viel wurde, zog er die Notbremse.

19.03.2019
Text: Katharina Merkle; Fotos: Peter Sprecher
  • Meinrad Vils auf der PostAuto-Station Chur: Als Fahrer befördert er Biker, privat ist er oft selber auf zwei Rädern unterwegs.

Pneuhändler haben zweimal im Jahr Hochsaison: Jetzt im Frühling, wenn die Autofahrer die Sommerpneus montieren lassen, und im Herbst, wenn sie wieder zu den Winterpneus wechseln. Meinrad Vils ist zwar ein kleiner Player in dieser Branche, aber auch er hat im Frühling und Herbst alle Hände voll zu tun. Seit 18 Jahren betreibt der gelernte Automechaniker in der grossen Garage seines Privathauses in Vilters (SG) seinen Pneuhandel inklusive Bring- und Holservice. Am Anfang war es nur eine Dienstleistung für Kollegen. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda wurden es dann immer mehr Kundinnen und Kunden – «die Nachfrage explodierte plötzlich». Doch der Pneuhandel war immer nur ein Nebenjob. Seit 20 Jahren ist Meinrad Vils hauptberuflich PostAuto-Fahrer bei der Regie Chur. Er fährt Reisende durch die Region und sitzt auch bei Extrafahrten im In- und Ausland am Steuer.

Kein Nasenbluten mehr

Ein Hundertprozent-Pensum als Fahrer und ein intensiver Nebenjob – das kann auf die Dauer nicht gutgehen. «Immer im Frühling und Herbst hatte ich Nasenbluten und merkte lange gar nicht, warum», sagt der heute 50-Jährige. Seit zwei Jahren hat Meini Vils kein Nasenbluten mehr. Er erkannte, dass er einen Gang zurückschalten musste, liebte aber beide Tätigkeiten und wollte keine aufgeben. Die Lösung: Er reduzierte sein Pensum als Fahrer auf 85 Prozent, und PostAuto gewährte ihm ein Jahresarbeitszeit-Modell.

Seither kann Meini Vils auch wieder entspannter seinem grossen Hobby frönen, dem Biken. 2500 Höhenmeter mit dem Mountainbike oder Rennvelo zu bezwingen – für Meini Vils kein Problem. Dank ihrem E-Bike bleibt ihm seine Freundin Gaby dicht auf den Fersen.