Grosse Verantwortung im Museum

Statt in einer anderen Filiale der Post arbeitet Iman Stucki, Lernende PostNetz im zweiten Lehrjahr, für einen sechsmonatigen Stage im Museum für Kommunikation in Bern.

29.01.2019
Text: Iman Stucki; Fotos: Monika Flückiger
  • Iman Stucki bietet im Museum für Kommunikation noch bis Ende Januar Mini-Führungen zur Ermeth an.

  • Die 18-jährige Iman Stucki aus Thun ist die erste Postlernende im Museum für Kommunikation. Hier mit dem «Gehirn des Computers».

  • Die 18-jährige Iman Stucki aus Thun ist die erste Postlernende im Museum für Kommunikation. Hier mit dem «Gehirn des Computers».

  • Die 18-jährige Iman Stucki aus Thun ist die erste Postlernende im Museum für Kommunikation

«Mit steigender Nervosität warte ich, bis die letzten Schüler ihre Taschen und Jacken in einem der sechs Metallkörbe verstaut haben. «Willkommen im Museum für Kommunikation! Ich bin Iman und für heute eure Kommunikatorin!» Das Begrüssen von Gruppen gehört zu meinen täglichen Aufgaben im Museum für Kommunikation, wo ich noch bis Ende Januar im Rahmen eines halbjährigen Stages arbeite. Ab Februar werde ich in der Filiale in Belp wieder meinen gewohnten Tätigkeiten als angehende Detailhandelsfachfrau nachgehen und dabei auch anwenden, was ich im Museum gelernt habe.

Neues ausprobieren

Das Museum selbst hat keine Lernenden, weshalb die Leitung bei den Stiftern (Swisscom AG, die Post CH AG) nachfragte, ob in diesem Bereich eine Zusammenarbeit wünschenswert wäre. Ich wurde von meiner Vorgesetzten, Sonja Frey, angefragt, ob ich an diesem externen Stage interessiert wäre. Da ich gerne Neues ausprobiere, sagte ich sofort zu. Zu Beginn machte ich mir einige Gedanken, vor allem, weil das Ganze Pioniercharakter hat – ich bin die erste Postlernende im Museum. Dank eines Schnuppertages und der grossen Hilfsbereitschaft des Teams fühlte ich mich aber von Anfang an sehr wohl. Auch nahm man mich von Anfang an ernst und hat mich gut eingearbeitet.

Von Museumsseite her hatte ich den Auftrag, mir Projekte auszudenken, die ich innerhalb des halbjährigen Austauschs verwirklichen konnte. Daraus resultierte unter anderem eine Miniführung zur ERMETH (Elektronische Rechenmaschine der ETH; erster Schweizer Computer). Auch das Führen eines Tagebuchs und das Verfassen dieses Beitrags in der Mitarbeiterzeitung waren Ziele des Stages.

Was ich mir für meine weitere Ausbildung wünsche, ist simpel: weiterhin so viel Abwechslung, wie ich sie bisher erleben durfte! Dies ist auch einer von vielen Gründen, weshalb ich eine Lehre als Detailhandelsfachfrau EFZ bei der Post weiterempfehlen würde: die Vielseitigkeit, die es mir unter anderem ermöglicht, meinen Horizont zu erweitern und Museumsluft zu schnuppern. Die Zeit im Museum gehört definitiv zu den bisherigen Highlights meiner Ausbildung!»

Preis und Ehre

Das Museum für Kommunikation in Bern (MfK) ist mit dem «Museumspreis 2019» des Europarates ausgezeichnet worden. Es sei «ein eindeutig sehr interaktives, alle Sinne ansprechendes, beteiligungsorientiertes, zugängliches, spielerisches, offenes und demokratisches Museum». Eine Erfolgsgeschichte: Erstmals in seiner 111-jährigen Geschichte besuchten 2018 über 100 000 Besucher das MfK.