«Kara po nawa» – das heisst in Namibia «auf Wiedersehen»

Nach 38 Jahren bei der Post bricht Armin Neff die Zelte ab. In Namibia will er Kindern helfen, einen Schulabschluss zu erlangen.

11.12.2018
Text: Magalie Terre; Fotos: Vanessa Püntener
  • Armin Neff lässt sein altes Leben zurück und fliegt bald nach Namibia.

  • Armin Neff freut sich auf seinen Einsatz in Afrika.

Der Arbeitsplatz bei der Post ist geräumt und die Koffer sind gepackt. Schon bald sitzt Armin Neff mit seiner Partnerin im Flugzeug Richtung Namibia. Was er zurücklässt, sind drei erwachsene Kinder, ein Enkelkind, Verwandte und viele Kollegen bei der Post. 38 Jahre lang arbeitete der Appenzeller bei der Post, zuletzt als Leiter des Servicecenters Finanzen Ost in St. Gallen. «Ich habe schon immer mit dem Gedanken gespielt, einmal im Ausland zu arbeiten», sagt Armin Neff. Nun blickt er genau diesem Abenteuer entgegen. Der 56-Jährige wird für die nächsten drei Jahre im Auftrag des Schweizer Hilfswerks Interteam in Rundu, der zweitgrössten Stadt Namibias, leben. Seine Mission: Als Teil der Bildungsdirektion der Provinz Kavango-East deren Mitarbeitende beraten und unter anderem dazu beitragen, dass mehr Kinder und Jugendliche einen Schulabschluss erreichen.

Sprung ins Ungewisse

«Ich freue mich sehr», sagt Armin Neff. Und doch habe er auch gemischte Gefühle, seine alltäglichen Gewohnheiten hinter sich zu lassen. «Ich bin froh, dass mich meine Partnerin begleitet.» Sie wird dort die Einführung eines vorberuflichen Unterrichts für Jugendliche betreuen. Die Zeit zwischen der Zusage zur neuen Stelle und der Kündigung bei der Post sei für ihn die schwierigste Zeit gewesen. Die positiven Reaktionen aus seinem Umfeld hätten ihm jedoch die Entscheidung erleichtert. «Meine Tochter wäre am liebsten mitgekommen», sagt Armin Neff. Auf den Appenzeller warten in Namibia einige Herausforderungen. Zum Beispiel Freundschaften mit Menschen aus einem anderen kulturellen Hintergrund knüpfen. Wie geht das ohne Kenntnisse der Sprache RuKwangali, die in der Provinz Kavango-East gesprochen wird? «Damit werde ich mich gerne auseinandersetzen», sagt Armin Neff: «Sprache ist der Schlüssel zur Integration in einem neuen Land.» Zum Glück gilt in Namibia Englisch als Amtssprache. Er hat im Vorfeld einen Sprachkurs besucht und fühlt sich nun «verhandlungssicher».

«Vielleicht bleibe ich länger»

Drei Jahre dauert Armin Neffs Einsatz in Namibia. Was folgt danach? Er will es offenlassen. «Vielleicht komme ich zurück und fange nochmal etwas ganz Neues an», so Neff. Er könne sich auch vorstellen, seinen Einsatz zu verlängern, sofern das noch gewünscht sei. Vorerst heisst es aber, sich von Familie und Freunden zu verabschieden. In den letzten Wochen und Tagen habe er die Gelegenheit genutzt, sich an den Gedanken des Abschieds und der neuen Herausforderung zu gewöhnen. «Jetzt bin ich bereit», sagt Armin Neff. Und fügt an: «Kara po nawa», das heisst «auf Wiedersehen» auf RuKwangali.