Frischer Wind und friesischer Witz

Zwei Lernende der Post haben im norddeutschen Jever ein Logistikpraktikum absolviert.

11.12.2018
Fotos: Annette Boutellier
  • Weites Blau udn rauhe See: Carole Tschanz auf der ostfriesischen Insel Langeooge

    Weites Blau und rauhe See: Carole Tschanz hat während des Praktikumsaufenthalts einen Ausflug auf die Insel Langeooge gemacht.

  • Blödeln gehört dazu: Sabrina Kramer am windigen Nordseestrand in Ostfriesland.

    Blödeln gehört dazu: Sabrina Kramer am windigen Nordseestrand in Ostfriesland.

  • Zurück im Alltag: Sabrina Kramer und Carole Tschanz vor ihrer Berufsschule in Thun.

    Zurück im Alltag: Sabrina Kramer und Carole Tschanz vor ihrer Berufsschule in Thun.

Statt Sicht auf die Berge hatten Carole Tschanz und Sabrina Kramer während drei Wochen viel plattes Land um sich, über das meist eine steife Brise wehte. Die beiden Lernenden absolvierten ein Logistikpraktikum im norddeutschen Jever, einer Stadt, die auf bloss neun Metern über Meer unweit der Nordsee liegt und bekannt ist für ihr gleichnamiges Bier.

«Es war toll, weil es neu war», sagt Carole Tschanz. Die angehende Zustellerin aus Münsingen half, Lieferwagen ein- und auszuladen, nahm Bestellungen auf und war mit Chauffeuren auf Tour. Sabrina Kramer aus Heimenschwand (BE), die bei Swiss Post Solutions arbeitet, hatte mehrheitlich mit Wareneingangskontrollen zu tun. Die deutschen Arbeitskollegen haben sie super aufgenommen. «Die Friesen sind direkter und auch ziemlich gesprächig, und sie waren oft zu Spässen bereit», sagt die Münsingerin.

«Auch die Lehrer in der Berufsschule waren sehr locker und haben auch mal Witze gemacht», erzählt Sabrina Kramer. Lustig war ebenfalls das Menu in der Schulkantine: «Grünkohl und Pinkelwurst!»

Austausch fördern

Dieser Praktikumsaustausch des Berufsbildungszentrums IDM Thun, der Fachschule für Industrie, Dienstleistung und Modegestaltung, fand zum ersten Mal statt. Fünf Drittjahreslernende haben teilgenommen. «Es ist mir ein Anliegen, dass die Lernenden ihren Bildungshorizont erweitern können und neue Leute, Systeme und Kulturen kennenlernen», erklärt Boris Seiler, Abteilungsleiter Technik und Logistik, der das Programm ins Leben gerufen hat. Unterstützt wird er von der Nationalen Agentur für Austausch und Mobilität «Movetia», sie übernimmt die Kosten für Reise und Unterkunft.

Backstein, Bier und windiges Meer

Carole Tschanz und Sabrina Kramer wohnten mit drei anderen Praktikanten in einem Ferienhaus mitten in Jever. Neben Berufsschule und Arbeit gab es sogar eine Halloween-Party, die von der Schule organisiert wurde, einen Bummel durch die Innenstadt mit ihren typisch norddeutschen Backsteinhäusern und einen Ausflug auf die ostfriesische Insel Langeoog. Doch dort wurde aus der geplanten Wattwanderung leider nichts: «Das Wetter war sehr schlecht. Als es besser wurde, war die Flut da.»

Und das bekannte Jever-Bier? «Ich mag kein Bier», findet Carole. Und Sabrina meint: «Ich habe davon probiert, aber es ist nichts für mich.»

Was den beiden am meisten geblieben ist: «Es war extrem flach – kein einziger Hügel weit und breit!»

Nächsten Frühling werden Logistiklernende aus Jever staunen, wie viele hohe Berge es in Thun zu sehen gibt. Dann steht die zweite Runde des Austauschprogramms an.