«Man kennt mich als YB-Role»

Roland Pulfer (63) ist seit 40 Jahren bei der Post und mag neben dem Fussballclub YB auch Traditionen.

20.12.2016
Interview: Sandra Gonseth; Fotos: François Wavre
Roland Pulfer

Sie halten nicht nur YB die Treue, sondern auch der Post. Weshalb?

Mich hat in meiner Postlaufbahn immer der grosse Zusammenhalt unter den Pöstlern fasziniert. Bestes Beispiel für diesen Teamgedanken ist das Bahnpostfahren. Heute ist das leider nicht mehr so ausgeprägt.

Weshalb haben Sie sich nach der Matura für eine Ausbildung als Betriebssekretär entschlossen?

Mit 23 Jahren war es Zeit, endlich auf eigenen Beinen zu stehen. Zusammen mit meiner damaligen Freundin wollte ich etwas aufbauen und eine Familie gründen.

Was hat Sie in Ihrer Postlaufbahn am meisten geprägt?

Spannend war, als ich als Verkaufstrainer bei der damaligen Kreispostdirektion Bern das Schalterpersonal zu Verkäufern «umtrimmen» durfte. Das war der erste grosse Ausbruch aus der damaligen Beamtenwelt. Man konnte plötzlich mit Leistung etwas bewirken. Und es gab neben Widerstand durchaus auch z. B. Posthalter, die man bei ihren Verkaufsanstrengungen eher etwas bremsen musste.

Welches war die schönste Zeit?

Eine intensive gleichzeitig aber auch sehr schöne Zeit hatte ich während REMA, die Umstrukturierung der Briefzentren. Unser Team hat sich Tag und Nacht für dieses Projekt eingesetzt. Die grossen Umwälzungen der Post wurden in einem Buch zusammengefasst, für das ich mitverantwortlich bin. im Band «Gelb bewegt» kann man eindrücklich den ganzen Wandel unseres Unternehmens von den Jahren 1960 bis 2010 mitverfolgen.

Heute arbeiten Sie bei den physischen Empfängerleistungen (PM). Wie finden Sie den Ausgleich zum Job?

Da ich ein treuer YB-Fan bin, kennen mich viele als YB-Role. Neben Musik (Gitarre und Klavier) und bayrischen Krimis mit viel Lokalkolorit lege ich viel Wert auf Traditionen: Ich freue mich immer sehr, Weihnachten mit meiner Frau und unseren vier inzwischen erwachsenen Kindern zu verbringen.