«Langweilig wird mir nicht»

Beatrice Hofmann war 28 Jahre Briefsortiererin bei der Post. Ende Oktober wird die Thunerin pensioniert.

27.10.2016
Interview: Sandra Gonseth; Fotos: François Wavre
  • Beatrice Hofmann
  • Beatrice Hofmann

Welches war die grösste Veränderung in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Das war der Wechsel 2009 vom ehemaligen Briefzentrum Thun Rosenau ins hochmoderne Briefsubzentrum Ostermundigen. Von einem Tag auf den anderen wurde nicht mehr ausschliesslich von Hand, sondern maschinell sortiert.

Wie haben Sie die erste Zeit in Ostermundigen erlebt?

Einerseits war es eine Herausforderung, die ganzen technischen Abläufe zu erlernen. Anderseits ist die Verarbeitung - das Heben der Kisten und «Füttern» der Maschinen - gerade für ältere Mitarbeitende körperlich sehr anstrengend. Aus diesem Grund wollte ich auch einen der ersten Teamanlässe mit Racletteessen absagen. Doch mein Vorgesetzter hat mich beruhigt und betont, dass es allen Neuen so gehe. Ich habe mich überreden lassen und erlebte einen lustigen Abend bis drei Uhr in der Früh.

Wie gehen Sie mit den unregelmässigen Arbeitszeiten um?

Ich mache gerne Nachtdienst. Da mein Mann schon pensioniert ist, unterstützt er mich im Haushalt. Und durch die freien Tage habe ich mehr Zeit für meine fünf Enkelkinder, darunter Drillinge. Oft gehe ich nach einer Nachtschicht auch nicht gleich nach Hause, sondern setze mich vor dem Briefzentrum auf eine Bank und lasse mit einer Kollegin die Schicht Revue passieren.

Sie werden bald pensioniert. Haben Sie schon Pläne?

Ich freue mich darauf, wieder mehr Zeit fürs Backen und Lesen zu haben. Und natürlich weiterhin alle Eishockeyspiele meines ältesten Enkels zu besuchen, der im Nachwuchsteam der SCL Tigers in Langnau spielt. Langweilig wird es mir bestimmt nicht!