«Ich parodiere den Pöstleralltag»

Alois Gamma aus Zug feiert am 16. Juni seinen 75. Geburtstag. Er hält sich mit Sport fit und steigt nur noch für seine Sketche in die Postuniform.

18.05.2016
Interview: Sandra Gonseth; Fotos: François Wavre
  • Alois Gamma

    Der pensionierte Postmitarbeiter Alois Gamma steigt heute nur noch für seine Sketchs in die Postuniform.

  • Alois Gamma

    Wenn Alois Gamma den Pöstleralltag parodiert bleibt kein Auge trocken.

  • Alois Gamma

    In seiner 43 Jahre langen Postlaufbahn hat er so manche lustige Episode erlebt.

  • Alois Gamma

    Er grenzt sich ganz klar von Emil ab und macht seine eigenen Geschichten.

  • Alois Gamma

    Am liebsten spielt er einen Pöstler, der den guten alten Zeiten nachtrauert.

Wie haben Sie den Draht zur Post behalten?

Vor allem mit meinen Sketchen über den Pöstleralltag, die ich an Geburtstagen oder Familienfesten zum Besten gebe. Ich ziehe meine alte Uniform an und spiele zum Beispiel einen Pöstler, der den guten alten Zeiten nachtrauert (siehe Bild).

War es früher denn besser?

Es hat sich in den letzten Jahren einfach sehr viel verändert bei der Post. Früher hat man sich bewusst für eine Lebensstelle entschieden und war stolz darauf, wenn man bei der gleichen Firma pensioniert wurde. Wenn man sich korrekt benahm, musste man nicht befürchten, den Job zu verlieren.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Arbeitstag?

Ich hatte mich mit 17 Jahren um einen Ausbildungsplatz bei der PTT beworben und musste ein ganzes Jahr warten, weil die Plätze so begehrt waren. Am ersten Tag traf ich einen ehemaligen Schulkollegen, mit dem sich eine wunderschöne Freundschaft entwickelte, die bis heute andauert.

Welche Funktionen übten Sie bei der Post aus?

Ich kam 1958 zur Post, war nach der Ausbildung zuerst beim Transportdienst, dann 43 Jahre lang im Bürodienst tätig. Davon die letzten 20 Jahre in der Postfachablage Zug 1.

Welche Veränderungen haben Sie am meisten geprägt?

Die Verlagerung des Posttransports von der Schiene auf die Strasse. Früher mussten wir die Brief- und Paketpost beim Bahnhof abholen, von Hand auf Camions verladen und durch die Stadt zur Hauptpost transportieren.

Haben Sie auch einmal etwas Kurioses erlebt?

Ja! Einmal mussten wir zehn weisse Mäuse zustellen. Weil das Zoogeschäft schon Ladenschluss hatte, beschlossen wir, den Mäusekäfig über Nacht im Postgebäude zu behalten. Als ich um 3.45 Uhr zum Frühdienst antrat, waren alle Tiere ausgebüxt, und wir mussten zuerst einmal auf Mäusejagd gehen.