«Entwicklungen interessieren mich»

Jakob Fehlmann (85) arbeitete während 42 Jahren bei der Post. Der in Grand-Lancy lebende Aargauer schlug in dieser Zeit 154 Verbesserungen vor, wovon 37 prämiert wurden, und engagierte sich gewerkschaftlich.

14.02.2017
Interview: Annick Chevillot; Fotos: François Wavre
Jakob Fehlmann

Jakob Fehlmann

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag bei der Post?

Nein, aber da ich sehr schüchtern war, war ich bestimmt schwer beeindruckt, als ich 1951 meine Lehre begann.

Sie sind seit 1993 pensioniert. Was verbindet Sie noch mit der Post?

Ich treffe mich jeden Monat mit fünf Pensionierten und ehemaligen Postverwaltern. Zudem interessiere ich mich für die aktuellen Entwicklungen, die ich zum Teil etwas beunruhigend finde. Alle diese neuen Dienstleistungen überfordern mich bisweilen. Sie sind für die ältere Generation zu technisch.

Bei der Post haben Sie ganz verschiedene Tätigkeiten ausgeübt. Können Sie sie kurz beschreiben?

In den ersten Jahren arbeitete ich vor allem an den verschiedenen Postschaltern (Briefe, Pakete, Einzahlungen sowie am Auszahlungsschalter des Postcheckamts). Danach hatte ich Stellen inne, bei denen ich für die Zustellung von Expresssendungen, Briefen sowie für das Zeitungspostamt verantwortlich war. Während der letzten acht Jahre war ich Verwalter einer Poststelle mit 15 Angestellten.

Wie viele verschiedene Funktionen haben Sie während Ihrer Laufbahn bei der Post ausgeübt?

Gemäss meinen Unterlagen waren es elf, vom Lehrling bis zum Verwalter.

Welches ist die prägendste Erinnerung Ihres Berufslebens?

Es sind mehrere. Die erste ist mein Sprachaufenthalt in Chavornay (VD) im Jahr 1954. Ich musste mit meinem Français fédéral während vier Monaten einen Posthalter vertreten und war für drei Briefboten zuständig. Ich verfasste auch zwei wichtige Studien, die 1972 und 1984 in der «Zeitschrift des Weltpostvereins» unter dem Titel «Postleitzahlen. Symbole und Slogans aus aller Welt» erschienen und in sieben Sprachen übersetzt wurden. 1972 hatte ich das Glück, zu einem Gespräch bei Markus Redli, dem damaligen Präsidenten der PTT-Generaldirektion, eingeladen zu werden.

Hatten Sie in den 42 Jahren nie Lust, den Arbeitgeber zu wechseln?

Doch, in den 1960er-Jahren. Aber es hat sich nie etwas ergeben.