«Die gute Kameradschaft war mein Motor»

Kurt Ammann führte den Verband für Sport und Kultur. Bis zu seiner Pensionierung leitete er die Briefsortierung in der Berner Schanzenpost. Nun wird er 75 Jahre alt.

23.08.2016
Interview: Sandra Gonseth; Fotos: François Wavre
  • Kurt Ammann

    In der sportlichen Laufbahn von Kurt Amman haben sich so einige Auszeichnungen angesammelt.

  • Kurt Ammann

    Kurt Ammann verbringt im Sommer viel Zeit in seinem Wohnwagen.

Sie waren 18 Jahre lang Präsident des Verbands Sport und Kultur Post. Wie kamen Sie zu diesem Amt?

Ich war selbst 400-Meter-Läufer und Mehrkämpfer und in verschiedenen Sportvereinen aktiv. So übernahm ich 1984 dieses Amt sehr gerne.

Was war Ihre Motivation?

Die Kameradschaft, das Führen von verschiedenen Vereinen, die Verbindung zur damaligen Kreispost- und Generaldirektion sowie das Organisieren von nationalen und internationalen Anlässen haben mir immer grossen Spass gemacht. Das war mein Motor.

Der Verband wurde 2012 aufgelöst. Was hat das bei Ihnen ausgelöst?

Es hat mir Bauchweh bereitet. Denn dieser Entscheid bedeutete für viele Vereine leider das Aus. Die grosse Familie mit 90 Sport- und 30 Kulturvereinen wurde mangels Unterstützung und Interesse auf einen Schlag fallengelassen. Freiwilligenarbeit in den Vereinen war nicht mehr unbedingt gefragt.

Was verbindet Sie heute noch mit der Post?

Enorm viel! Aber nicht im eigentlichen Sinn, sondern durch Beziehungen zu ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Ich konnte in diesen Jahren viele Freundschaften schliessen und habe auch heute noch ein offenes Ohr für die «Sörgeli» der Pöstler.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Arbeitstag?

Mein erster Kunde am Schalter der Poststelle Laupen sagte mir, dass er den «Kanisibund» abholen möchte. Nur wusste ich nicht, was das genau ist. Zum Glück klärte mich dann die Gehilfin auf und sagte mir, dass man auf der Poststelle die Freiburger Nachrichten nach dem heiligen Kanisius benannte.

Welches war die grösste Veränderung?

Die Umsetzung der maschinellen und automatischen Briefverarbeitung mit der Einführung der Postleitzahlen im Jahr 1964. Ein Codierplatz der ersten Stunde ist übrigens heute im Museum für Kommunikation zu bewundern.