«Die Menge an Neujahrskärtchen hat mich beeindruckt»

Margaritha Bucher («Bucher Gritli») zog nach 33 Berufsjahren als Sortiererin in Basel nach Steffisburg. Dort kann sie am 30. Mai ihren 90. Geburtstag feiern.

07.05.2019
Interview: Simone Hubacher; Fotos: Béatrice Devènes
  • «Mich kennen alle als Bucher Gritli», sagt Margaritha Bucher.

  • «Mich kennen alle als Bucher Gritli», sagt Margaritha Bucher.

  • «Mich kennen alle als Bucher Gritli», sagt Margaritha Bucher.

  • «Mich kennen alle als Bucher Gritli», sagt Margaritha Bucher.

  • «Mich kennen alle als Bucher Gritli», sagt Margaritha Bucher.

Was verbindet Sie heute noch mit der Post?

Oh, sehr vieles! Ich bin zwar schon länger pensioniert – am 31. August 1989 trat ich in den Ruhestand – aber noch immer fahre ich einmal pro Monat mit dem Zug nach Basel. Denn am ersten Montag im Monat findet dort immer die Pensionierten-Versammlung der PTT-Union, inzwischen Syndicom, statt.

Sie sortierten während 33 Jahren im Postzentrum Basel 2 Sendungen – tagsüber, nachts und am Wochenende. Wie kamen Sie ursprünglich zur Post?

Meine Schwester war mit einem Bähnler verheiratet. Durch sie hörte ich davon, dass die Post Basel 2 Briefversand per 1. März 1956 Sortiererinnen suchte. Ich meldete mich, bekam eine Stelle und war dankbar und glücklich.

Was blieb Ihnen speziell in Erinnerung?

Da gibts vieles. Die Einführung der Postleitzahlen zum Beispiel. Das Abbruchfest der Post Basel 2 im Januar 1975. Die vielen Neujahrskärtchen – es gab regelmässig so viele zu sortieren, dass uns Pensionierte helfen kamen. Und wenige Jahre, bevor ich in Pension ging, wurden die Sortiermaschinen eingeführt. Das beschäftigte mich: Es faszinierte mich, machte mich aber auch traurig, weil Arbeitsplätze verloren gingen.

Und die Kontakte zu den Arbeitskolleginnen und -kollegen?

Die zwischenmenschlichen Beziehungen waren über all die Jahre prägend. Ich half mit, einen Damenpostturnverein zu gründen – dieser besteht heute noch, was mich sehr freut.

Wie kamen Sie als gebürtige Luzernerin denn nach Steffisburg?

Das ist eine lustige Geschichte: An einer Mustermesse in Basel lernte ich eine Familie aus Steffisburg kennen. Die Berner Oberländer erzählten von ihrer freien Wohnung in ihrem Chalet mit schöner Aussicht auf die Berge. Sehr spontan entschied ich mich, nach der Pensionierung dorthin zu ziehen. Mit 85 zog ich innerhalb der Ortschaft um; in eine Wohnung in der Nähe des Busses, der Einkaufsmöglichkeiten, des Arztes. Hier in Steffisburg fand ich auch neue, sehr gute Kolleginnen.

Sie sind eine Kakteen-Liebhaberin!

Ja, die Kakteen bereiten mir schon mein Leben lang eine grosse Freude. Einige sind 20 Jahre alt. Und sie blühen jedes Jahr!