«Es ist kein schlechter Moment»

Josef Krienbühl (62), Leiter Produktmanagement Paket national bei PostLogistics, geht nach 45 Jahren in den Ruhestand. Die Post hat ihm auch privat Glück gebracht.

19.03.2019
Interview: Sandra Gonseth; Fotos: Béatrice Devènes
Josef Krienbühl

Ihr Werdegang liest sich wie ein langer Roman: Betriebssekretär, Marketingleiter bei der Kreispostdirektion Lausanne, Leiter Produktmanagment Privatkunden PostFinance …

Wenn es bei der Post spannend wurde, war ich dabei: Ich habe die Einführung des Kartengelds im Detailhandel, des garantierten Postcheques oder der gelben Dispobox mit erlebt. Das jüngste Highlight ist die Versandlösung ThermoCare Ambient für Arzneimittel.

Was werden Sie nicht vergessen?

Bei der Inbetriebnahme der drei neuen vollautomatischen Paketzentren 1999 kam es zu chaotischen Zuständen. Die Maschinen erbrachten nicht die gewünschte Leistung. So mussten alle verfügbaren Kräfte mit anpacken und die Paketflut von Hand sortieren.

Wollten Sie nie die Arbeitgeberin wechseln?

Nein! Es gibt bei der Post so viele interessante Bereiche. Jede neue Aufgabe hat mir eine weitere interessante Tür geöffnet. Und die Post hat mir auch privat Glück gebracht: Bei meinem Welschlandaufenthalt in Genf habe ich in jungen Jahren meine Frau kennengelernt und bin dadurch auch noch gleich bilingue geworden.

Mit welchem Gefühl gehen Sie nun in den Ruhestand?

Ich gehe mit einem guten Gefühl. Es ist kein schlechter Moment. Mit der Digitalisierung verändert sich der Paketmarkt stark. Man muss jetzt den jungen Leuten, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind, Platz lassen.

Was werden Sie am meisten vermissen?

Natürlich werde ich meine Kollegen vermissen, wir waren ein gutes Team. Aber ich freue mich, mit meiner Frau noch ein paar weitere Regionen zu erkunden – zum Beispiel die Normandie und die Bretagne. Handball ist mir als ehemaligem aktivem Handballer nicht mehr wichtig. Heute schaue ich lieber Unihockeyspiele, da mein ältester Sohn Präsident des Unihockeyclubs Floorball Fribourg ist.