«Wir sind das Gesicht der Post»

Mit der neuen Strategie 2017–2020 will sich der Konzernbereich PostNetz auf die eigenen Stärken konzentrieren und dem Postnetz den Wert geben, den es verdient. Was steckt dahinter? Wohin geht die Reise? Thomas Baur, Leiter PostNetz, gibt Auskunft.

Ausgabe 9/2017
Interview: Vera Trachsel, Gabriel Ehrbar; Fotos: Monika Flückiger
  • Thomas Baur
  • Thomas Baur

Im Juni informierten Sie die Kaderleute von PN über die neue Strategie. Wie waren die Reaktionen?

Die Reaktionen waren durchwegs positiv. Das hat mich etwas überrascht, denn es waren ja nicht nur «Good News». Am meisten gefreut hat mich, dass danach eine richtige Aufbruchsstimmung zu spüren war. Die Leute sehen, wohin unsere Reise geht, welche Rolle sie selbst und PN innerhalb des Konzerns einnehmen, welche Möglichkeiten die digitalen Medien uns bieten und dass wir in unsere Mitarbeitenden investieren. Gut angekommen ist auch unser neues Führungsmodell, das mehr Verantwortung und Kompetenzen in der Fläche bringt.

Die Strategie beinhaltet vier Stossrichtungen mit verschiedenen Massnahmen. Worauf legen Sie den kurzfristigen Fokus?

Einerseits müssen wir bei der Netzentwicklung am Ball bleiben. Ein weiteres wichtiges Thema ist das Projekt «Filiale der Zukunft». Damit meine ich nicht nur die Umgestaltung unserer Filialen. Viel wichtiger ist mir, was wir als «digital fit» bezeichnen. Konkret: Wir müssen unsere Mitarbeitenden mit Schulungen und einer optimierten Infrastruktur in Bezug auf die Beratung unserer digitalen Produkte fit machen.

Was wird für die Mitarbeitenden von PN in den kommenden Monaten am stärksten spürbar sein?

Wichtig für mich ist, dass unsere Mitarbeitenden spüren, dass eine andere Führungsphilosophie herrscht. Besonderen Wert wird auf die bereits erwähnte Stärkung der Fläche durch mehr Verantwortung und Kompetenzen gelegt.

Eine Strategie kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie von den Mitarbeitenden getragen wird. Was unternehmen Sie, um die Mitarbeitenden für die Strategie zu gewinnen?

Eine Strategie auf Papier nützt wenig. Sie muss gelebt werden und nachvollziehbar sein. Wir müssen den Mitarbeitenden die Strategie und die Gründe dafür immer wieder erklären. Warum sind Veränderungen nötig? Warum wird diese und jene Anpassung vorgenommen? Nur, wenn die Mitarbeitenden die Strategie verstanden haben, tragen sie diese mit. Elementar ist zudem, dass wir immer wieder den Bezug zum Arbeitsalltag herstellen. Nur so wird die Strategie für jeden Einzelnen relevant. Und: Auf die gemachten Versprechungen müssen bald erste Taten folgen. Die Mitarbeitenden müssen spüren, dass es vorwärts geht.

Welche Chancen bieten sich für die anderen Konzernbereiche durch die neue Strategie von PN?

Bei der Post gibt es gerade im digitalen Bereich sehr viele gute Produkte und Ideen. Und praktisch immer stehen der Konzern und die Bereiche vor derselben grossen Herausforderung: Wie erreichen wir mit diesen Produkten ein breites Publikum? Hier könnte das PostNetz mit Blick auf die Marktdurchdringung eine ganz wichtige Rolle übernehmen.

Eine letzte Frage: Was bedeutet das Postnetz für Sie?

Wir sind – zusammen mit Zustellerinnen und Zustellern – das Gesicht der Post und öffnen unseren Kundinnen und Kunden das Tor zur gelben Welt.

Mehr Infos zur Strategie von PN im Intranet: pww.post.ch/strategiepn
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Die vier Stossrichtungen der neuen Strategie

Mehr Gelb Mit unseren Angeboten vereinfachen wir den Alltag unserer Kundinnen und Kunden.

Mit 100 auf 100 Mit 100 Prozent Einsatz wollen wir unser finanzielles Resultat um 100 Millionen Franken verbessern.

Mehr begeisterte Kunden Mit Angeboten, die zu unseren Kunden passen, schaffen wir positive Kundenerlebnisse.

Mein Zuständigkeitsbereich – mein Unternehmen Wir alle übernehmen Verantwortung, nutzen unsere Stärken und handeln unternehmerisch.