«Unsere langjährigen Mitarbeitenden können sich auf uns verlassen»

Personalchefin Valérie Schelker erklärt – auch als Stiftungsrätin der Pensionskasse – wie die Post ihre soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden wahrnimmt.

14.11.2017
Interview: Sandra Gonseth; Fotos: Monika Flückiger
Valérie Schelker

Valérie Schelker, Personalchefin bei der Post: «Die Pensionskasse Post ist zurzeit stabil – auch dank der in den letzten Jahren beschlossenen und finanziell von der Arbeitgeberin mitgetragenen Massnahmen».

Die Post geht durch eine Phase grosser Veränderungen. Das kann Fragen aufwerfen und verunsichern. Wie geht die Post damit um?

Die Post nimmt die Bedenken ihrer Mitarbeitenden ernst und sucht nach fairen Lösungen. So haben wir schon seit einigen Jahren einen Sozialplan für die GAV-Mitarbeitenden bei der Post CH AG, bei PostAuto und PostFinance. Ein Sozialplan ist dann wichtig, wenn sich Anstellungsbedingungen verändern oder Stellen abgebaut werden müssen.

Was bringt dieser Sozialplan konkret?

Er sichert langjährige Mitarbeitende, die nach dem 55. Altersjahr von einer Reorganisation betroffen sind, im GAV ab. Diese Mitarbeitenden haben eine Beschäftigungsgarantie bis zum 62. Altersjahr, verbunden mit einer anschliessenden frühzeitigen Pensionierung.

Die Post hat beschlossen, nach Sozialplan Frühpensionierte mit einer Überbrückungsrente zusätzlich finanziell zu unterstützen. Weshalb?

Unsere langjährigen Mitarbeitenden können sich finanziell auf uns verlassen. Es ist uns deshalb wichtig, dass ihr Ruhestand finanziell gesichert ist. Dies war bis zum Primatwechsel 2008 bei der Pensionskasse mit einer sogenannten «Nominalrentengarantie» auch der Fall. Doch seitdem es diese Garantie nicht mehr gibt und weil der technische Zinssatz mehrmals gesenkt werden musste, ist eine Lücke entstanden. Diese schliessen wir jetzt mit dieser AHV-Überbrückungsrente.

Da taucht natürlich wieder die Frage auf: Wie sicher sind unsere Pensionskassengelder?

Die Pensionskasse Post ist zurzeit stabil – auch dank der in den letzten Jahren beschlossenen und finanziell von der Arbeitgeberin mitgetragenen Massnahmen. Aber sie ist dennoch nicht vollständig vor Risiken gefeit. Wie alle Pensionskassen hat die PK Post das Geld am Kapitalmarkt angelegt. In den letzten Monaten war die Entwicklung unserer Anlagen zwar erfreulich, doch Rückschläge können wir nie ausschliessen. Ich bleibe vorsichtig optimistisch.

Sind weitere Massnahmen notwendig?

In naher Zukunft hoffentlich nicht. Bei massiven Rückschlägen an den Kapitalmärkten wäre der Stiftungsrat aber dazu gezwungen, Sanierungsmassnahmen zu prüfen. Wir werden in jedem Fall dafür besorgt sein, dass die PK Post eine verlässliche Partnerin für die Mitarbeitenden bleibt.

Was beschäftigt Sie am meisten mit Blick auf die kommenden Monate?

Mittelfristig werden wir die Anstellungsgrundlagen im GAV mit den Sozialpartnern neu verhandeln müssen. Mit ihnen sind wir zu verschiedenen Themen im Austausch und suchen gemeinsam gute Lösungen für unsere Mitarbeitenden. Zudem organisieren wir die Personalarbeit im Konzern neu und setzen die sogenannte funktionale Führung um. Themen wie Kompetenzentwicklung und Leadership werden wir vorantreiben. Und natürlich werde ich mich auch als Stiftungsrätin der PK Post weiter stark engagieren.

Mitglieder Stiftungsrat gewählt

Die Postmitarbeitenden konnten erstmals selbst bestimmen, wer künftig ihre Interessen im Stiftungsrat der Pensionskasse Post vertritt. Jetzt steht die Arbeitnehmervertretung für die kommende vierjährige Amtsperiode fest. Folgende Personen wurden gewählt: Ephrem Theurillat, Syndicom (4181 Stimmen, bisher); Daniela Wenger-Briggeler, Syndicom (3904 Stimmen, neu); Andrea Spring, Syndicom (3800 Stimmen, neu); Nathalie Kunz, transfair (1889 Stimmen, bisher); Isabelle Meier, freie Kandidatur (1048 Stimmen, neu). Weitere Informationen zum Wahlergebnis auf www.pkpost.ch.