«Die Vielfalt der Post und das hohe Engagement der Mitarbeitenden begeistern mich»

Valérie Schelker ist seit April 2017 Personalchefin der Post. Erfahren Sie im Interview, welche Hürden sie in den ersten Monaten meistern musste und welche Erfolge sie erzielen konnte.

22.08.2017
Interview: Lea Freiburghaus; Fotos: Monika Flückiger
  • Valérie Schelker, Leiterin Personal

    Valérie Schelker, Leiterin Personal

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    Valérie Schelker, Leiterin Personal

Sie haben im April – mitten in einer grossen Reorganisation – als neue Leiterin Personal gestartet. Wie haben Sie die ersten Monate in dieser neuen Funktion erlebt?

Ich hatte einen tollen, aber auch herausfordernden Einstieg. Ich kann zusammen mit einem neuen Team das HR der Post neu gestalten – das sehe ich als grosse Chance. Im Zusammenhang mit dem neuen Führungsmodell für P haben wir die Rolle des Bereichs neu definiert. Dabei war es mir wichtig, das Zielbild des HR-Geschäftsmodells zu schärfen. Der Abschluss der Lohnverhandlungen und die erfolgreiche Verlängerung des GAV bis Ende 2020 sind erste Erfolge, die ich mit meinem Team erzielen konnte. An drei Postoramas und ersten Besuchen im Betrieb hatte ich in den letzten Monaten immer wieder die Möglichkeit zum direkten Dialog – und zum Pulsfühlen. Dabei haben mich die Vielfalt der Post und das hohe Engagement der Mitarbeitenden einfach nur begeistert. Ich bin daher überzeugt, dass wir die kommenden Herausforderungen meistern werden.

Welche grossen Herausforderungen stehen an?

Die Post macht sich fit für die digitale Transformation, weil sich ihr Marktumfeld und die Kundenbedürfnisse ändern – und zwar schneller als in der Vergangenheit. Dieser Wandel endet nicht bei den Dienstleistungen und Produkten, die an der Schnittstelle von physisch zu digital angeboten werden. Betroffen sind auch unsere Prozesse, die Organisation und die Führungskultur. Ich bin überzeugt, dass die bereichsübergreifende Zusammenarbeit an Bedeutung gewinnen und in neuen Formen stattfinden wird. Traditionelle Hierarchien werden durchlässiger, und es wird wichtiger, Wissen zu teilen. Dies bedingt allerdings eine solide Vertrauensbasis. Auch bezüglich Einfachheit haben wir noch Potenzial: In diesem Zusammenhang sollten wir den Mut haben, Bewährtes zu hinterfragen und Neues auszuprobieren.

Wie beurteilen Sie die Resultate der diesjährigen Personalumfrage?

Die Mitarbeitenden beurteilen ihr direktes Umfeld und ihre Arbeitssituation sehr stabil und erfreulich mit 76 Punkten. Die Werte zum Arbeitsinhalt, zur Zielorientierung, zum Umgang im Team und zu den direkten Vorgesetzten sind ebenfalls auf hohem Niveau stabil. Das Engagement der Mitarbeitenden bleibt mit 81 Punkten sehr hoch. Hier sticht besonders die hohe Leistungsbereitschaft mit 86 Punkten heraus. Für das hohe Engagement spricht auch die gute Rücklaufquote – 79 Prozent unserer Mitarbeitenden haben bei der Umfrage mitgemacht. Für mich heisst das: Sie vertrauen darauf, dass wir ihre Meinung ernst nehmen. Darauf dürfen wir stolz sein, und ich danke allen herzlich für ihren Einsatz!

Gibt es auch Werte, die sich verschlechtert haben?

Was nicht im direkten Umfeld der Mitarbeitenden liegt – die sogenannte Bereichsfitness – wird um einen Punkt kritischer bewertet als im Vorjahr (72 Punkte). Dabei werden die Themen «Strategie» und «Management» mit 63 bzw. 70 Punkten beurteilt. Dies sind nach wie vor gute Werte, obwohl sie um 4 bzw. 1 Prozentpunkt tiefer liegen als 2016. Es ist wichtig, dass wir als Führungskräfte die Strategie vermitteln und für die Mitarbeitenden Orientierung schaffen.

Schlägt sich der Umbau des Postnetzes und die Reorganisation bei F, K und P sowie IT in der Umfrage nieder?

Ja. Die Bereiche mit grösseren Veränderungsvorhaben (PN, F, P, IMS, ICT) beurteilen insbesondere das Thema Strategie gegenüber dem Vorjahr deutlich kritischer. Dies ist nachvollziehbar und nicht überraschend. Ich habe grösstes Verständnis dafür, dass Veränderungen zu Unsicherheiten und Ängsten führen können. Genau deshalb begleiten wir unsere Mitarbeitenden in diesem Transformationsprozess sehr eng. Wichtig ist, dass sie die neuen Strukturen verstehen und Orientierung erhalten. Dabei spielen die Führungskräfte eine wichtige Rolle. Es ist mir aber wichtig festzuhalten, dass trotz rückläufiger Bewertungen die Ergebnisse insgesamt weiterhin deutlich im positiven Bereich liegen!

Was geschieht nun mit den Resultaten? Werden Massnahmen getroffen?

Ja, die strukturellen Veränderungen werden gezielt und im Kontext der Strategievermittlung thematisiert. Die Resultate der Umfrage werden den Mitarbeitenden bis Ende November 2017 in allen Organisationseinheiten erläutert. Entsprechende Massnahmen werden initialisiert.

Wie steht es um die Post als Arbeitgeberin in fünf Jahren?

Die Post will auch in Zukunft eine moderne, fortschrittliche und attraktive Arbeitgeberin sein. Entsprechend muss sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und sich gemäss den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen weiterentwickeln. Wahrscheinlich werden neue Berufsbilder entstehen. Es wäre wünschenswert, wenn die Post dann noch bekannter dafür ist, im veränderten Marktumfeld viele spannende Berufe anzubieten – und damit die Vielfalt auch gegen aussen wahrgenommen würde.