Der Kunde von morgen: eine Vision

Intelligente Automatisierung

20.09.2016
Jörg Vollmer, Leiter Swiss Post Solutions

Jörg Vollmer, Leiter Swiss Post Solutions

«Wir befinden uns in der Anfangsphase der vierten industriellen Revolution, deren wesentliche Kennzeichen die weitgehende Automatisierung von Prozessen, der Einsatz von künstlicher Intelligenz und die Nutzung neuester Technologien sind. Es ist heute schon absehbar, dass sich die Art und Weise, wie wir produzieren und arbeiten, in den nächsten Jahren fundamental verändern werden. Treibende Kraft dieser Entwicklung ist die rasant zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft – die physischen und die digitalen Welten wachsen immer stärker zusammen!

Diese Veränderungen bringen erhebliche Chancen für neue Geschäftsfelder bei der Post und bei Swiss Post Solutions (SPS) mit sich. Es werden sich in den meisten Branchen über Jahre gewachsene Aufgaben und gewohnte Tätigkeiten vieler Mitarbeitender verändern. Das ist allerdings auch nicht das erste Mal. Die Menschheit hat schon im Rahmen der ersten, zweiten und dritten industriellen Revolution grosse Veränderungen gestaltet und nutzenstiftend umgesetzt. Das Spannende an der vierten industriellen Revolution ist, dass wir sie bewusst miterleben und sowohl mit unserem privaten Verhalten als auch geschäftlich mitgestalten und beeinflussen können. Niemand weiss, wie das Ergebnis in einigen Jahren genau aussehen wird. Eines ist jedoch heute schon sicher: «Industrie 4.0» wird in einem viel höherem Tempo ablaufen als ihre drei Vorläufer. Einige Megatrends zeichnen sich auch heute schon ab. Führerlose Autos werden in einigen Jahren zum Alltag gehören – und das natürlich mit Elektroantrieben. 3D-Drucker werden Logistikprozesse verändern – heute schon werden auf diese Weise ganze Flugzeugtriebwerke in einer unschlagbaren Qualität produziert. Dienstleister wie Uber und Airbnb bieten erfolgreiche Alternativen zu etablierten Geschäftsmodellen an.

In Dokumentenmanagement, dem Kerngeschäft von SPS, zeichnet sich die Intelligente Automatisierung von Geschäftsprozessen als Zukunftstrend ab. Stichworte wie «Robotic Process Automation» oder «Artificial Intelligence» sind aus den Strategien vieler internationaler Konzerne nicht mehr wegzudenken. Hier ist SPS als grösste Anbieterin von Lösungen in der Schweiz und Nummer 2 in Europa sehr gut positioniert. Der Einsatz neuester Software ermöglicht es, standardisierte kaufmännische Geschäftsprozesse zu automatisieren, sodass sich die Mitarbeitenden auf interessantere Tätigkeiten fokussieren können.

Auch nutzt SPS bereits heute selbstlernende Systeme, die sowohl Daten aus strukturierten Dokumenten wie Zahlscheinen oder Rechnungen auslesen als auch den Inhalt von unstrukturierter Korrespondenz wie E-Mails oder gescannten Briefen automatisch erkennen und erfassen können. Anfragen, Beschwerden oder Auskunftsbegehren unserer Kunden werden daher ohne Zeitverlust automatisch beantwortet. Diese neuen Technologien und damit auch die Anforderungen unserer Kunden werden in den kommenden Jahren das Geschäftsmodell von SPS verändern und neue Möglichkeiten schaffen. Für uns ist das ein Hebel, um das Dokumentenmanagement schneller, qualitativ noch besser und gleichzeitig effizienter zu machen.

Das entlastet nicht nur das Personal und verbessert die Mitarbeiterzufriedenheit. Es ist auch eine Massnahme, um dem anstehenden Arbeitskräftemangel zu begegnen. Denn mit der Pensionierung der geburtenstarken Jahrgänge wird es deutlich weniger Mitarbeitende auf dem Markt geben als wir zur Bewältigung aller Aufgaben nach heutigen Verfahren benötigen würden. Die aktive Gestaltung der digitalen Transformation ist somit nicht nur ein in der Vision der Post verankertes Ziel, es ist vielmehr eine über Branchen- und Ländergrenzen hinaus bestehende Notwendigkeit.»

Interessiert Sie dieses Thema? Stellen Sie Ihre Fragen am 27. September oder im Voraus an folgende Adresse: redaktion@post.ch

Der Live-Chat mit Jörg Vollmer findet am 27. September 2016 um 14:45 Uhr statt: pww.post.ch/livetalk