Ihnen allen frohe Weihnachten!

Regelmässig berichtet uns die Konzernleiterin Susanne Ruoff über ihre Eindrücke und besonderen Erlebnisse aus ihrem persönlichen Postalltag.

23.12.2014
Text: Annick Chevillot; Fotos: Reto Albertalli
  • Susanne Ruoff sichtet die Briefe, die die Kinder dem Christkind geschrieben haben.

    Susanne Ruoff sichtet die Briefe, die die Kinder dem Christkind geschrieben haben.

  • Eine Schulklasse aus der Romandie hat an den "Weihnachtspol" geschrieben.

    Eine Schulklasse aus der Romandie hat an den "Weihnachtspol" geschrieben.

  • Susanne Ruoff und Stefano Richina, Verantwortlicher des Büro in Chiasso.

    Susanne Ruoff und Stefano Richina, Verantwortlicher des Büro in Chiasso.

  • Susanne Ruoff mit dem Team in Chiasso, das die Kinderbriefe beantwortet.

    Susanne Ruoff mit dem Team in Chiasso, das die Kinderbriefe beantwortet.

Als Kind liebte ich den Dezember und ganz besonders den Moment, wenn ich meinen Wunschzettel auf das Fensterbrett legte. Ich glaubte fest daran, dass geflügelte Engel die Briefe mit den Wünschen von Kindern abholen und dem Christkind übergeben. Diese schöne Tradition habe ich auch meinen beiden Kindern weitergegeben.

Sie ist aber weit mehr als ein bewegendes Familienritual: Dahinter steckt eine unglaubliche Logistik, wie ich bei meinem Besuch in Chiasso feststellen konnte. Die Wichtel des Père Noël, die Helfer des Babbo Natale und die Engel des Christkinds sammeln jedes Jahr mehrere Tausend Briefe ein. 2013 waren es 18 386, ein Rekord! Die Romands sind mit 10 133 Wunschzetteln die treusten Briefschreiber, während die Tessiner mit 2655 und die Deutschschweizer mit 2351 Botschaften eher zurückhaltend sind.

In dieser bunten Vielfalt von Kinderzeichnungen, ausgeklügelten Bastelarbeiten sowie berührenden und emotionalen Briefen hat Digitales keinen Platz. Um in den Weihnachtszauber einzutauchen, bevorzugen Kinder (und auch einige Erwachsene) nach wie vor Papier, Leim, Farbstifte und Schere und legen eine grosse Kreativität an den Tag. Dies macht den Austausch umso wertvoller. Sechs Personen haben die schöne Aufgabe, die Briefe zu öffnen, zu lesen, zu erfassen und darauf zu antworten, und zwar immer handschriftlich. Natürlich darf auch ein kleines symbolisches Geschenk nicht fehlen. Trotzdem wäre diese Arbeit ohne Informatik nicht denkbar. Denn immer wieder werfen Kinder einfach ein Blatt Papier in einen gelben Briefkasten oder vergessen, ihre Adresse auf den Brief zu schreiben. Um herauszufinden, an wen die Antwort gehen soll, braucht es detektivischen Spürsinn – und ein modernes Informatiksystem. An der Integration von Physischem und Digitalem arbeiten wir derzeit. Dank unserer Innovationskraft ist es uns gelungen, lebendige Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Die 17 686 Kinder (das sind 96,19 Prozent), die eine Antwort erhalten haben, wissen dies sehr zu schätzen.

Und unsere Arbeit erhält dadurch einen Sinn. Besonders berührt hat mich eine Schulklasse, in der alle Kinder noch so gerne auf materielle Geschenke verzichten wollten, wenn nur ihr Klassenkamerad wieder gesund würde. Ja, den Weihnachtszauber gibt es noch.

Mit dieser rührenden Geschichte möchte ich Ihnen allen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr wünschen.

Susanne Ruoff

konzernleiterin@post.ch