Philippe Clapasson, Herr über Klappen und Töne

Neben seiner Tätigkeit bei der Post als Leiter der Briefzustellregion (BZR) La Chaux-de-Fonds hat er eine grosse Leidenschaft: die Bassklarinette, die in seiner Freizeit seit seinem neunten Lebensjahr den Takt angibt. Philippe Clapasson ist auch Präsident der Musikgesellschaft Lyre de Belfaux − im Freiburger Dorf, das mit Bundesrat Alain Berset einen berühmten Einwohner hat. Das Orchester setzt sich aus rund 40 Muskerinnen und Musikern zusammen. Und bei ihnen steigt der Druck, da die Lyre de Belfaux die 31. Ausgabe der Fête du Giron des Musiques de la Sarine vom 24. bis 27. Mai organisiert, und zwar in Belfaux!

09.05.2018
Text: Corinne Tschanz
  • Philippe Clapasson

    Philippe Clapasson und seine Bassklarinette, die nicht weniger als vier Kilo wiegt.

  • Philippe Clapasson

    Die Blasmusik Lyre de Belfaux zählt rund 40 Musikerinnen und Musiker.

«Musik verkauft man nicht. Man teilt sie», meinte einst Leonard Bernstein. Dies ist auch das Motto von Philippe Clapasson. Wenn er von seiner Leidenschaft spricht, fühlt man sich geradezu durch einen pulsierenden Klangreigen davongetragen! Geboren und aufgewachsen in Sitten, zog er 2008 aus beruflichen Gründen in den Kanton Freiburg. Nun wohnt er in Belfaux und ist seit 2016 Leiter der Briefzustellregion (BZR) La Chaux-de-Fonds sowie Präsident der Lyre de Belfaux.

Er kam als Neunjähriger zur Musik, mehr oder weniger aus Familientradition. «Man muss wissen, dass im Wallis die Dorfmusik traditionell verankert ist, und früher hatte man nur die Wahl, Fussball oder in der Dorfkapelle zu spielen», erzählt Philippe Clapasson lächelnd. Sein erstes Instrument war die Klarinette. Er spielte als Solist bei der Harmonie de Sion und parallel dazu bei der Harmonie de Lausanne und gab Konzerte in Paris, Mailand, Spanien und natürlich in der Schweiz.

2013 stiess er zur Lyre de Belfaux, «natürlich mit grosser Lust, Musik zu machen, aber auch um Leute aus dem Dorf kennenzulernen.» Die 1893 gegründete Dorfmusik zählt 40 Musikerinnen und Musiker, die Blas- und Perkussionsinstrumente spielen. Allesamt Amateure, aber mit hohem Niveau. Der jüngste Musiker ist 13 Jahre alt, der älteste 85. Und nicht zu vergessen die zwei Mitglieder, die seit über 70 Jahren bei der Lyre de Belfaux mitmusizieren! Beim Eintritt in die Lyre de Belfaux wechselte Philippe Clapasson von der Klarinette zu der um eine Oktave tieferen Bassklarinette. Vor allem aber zu einem längeren und schwereren Instrument, das rund vier Kilo wiegt und das man in einem Bodenständer abstellt (siehe Foto). Diese Bassklarinette ist aus edlem Ebenholz gefertigt; sie ist ein seltenes und daher wertvolles Stück, das Philippe Clapasson mit grösster Sorgfalt behandelt, zumal es ihn auch viel Geld gekostet hat.

Geprobt wird ein- bis zweimal pro Woche unter der Leitung von Stefan Ledergerber. Gegenwärtig stehen diese Proben ganz im Zeichen der Vorbereitungen zur 31. Fête du Giron des Musiques de la Sarine vom 24. bis 27. Mai, an der die 20 Musikgesellschaften der Region teilnehmen. Und Belfaux gibt alles für dieses Fest, zumal vielleicht auch Bundesrat Alain Berset anwesend sein wird. Besonders erwähnenswert im viertägigen Programm ist der Samstagabend mit dem Galakonzert der Blasmusikgesellschaft Ancienne Cécilia aus Chermingnon (VS), der Schweizermeisterin 2017. Am Samstagmorgen findet der Saalwettbewerb der Musikgesellschaften statt. Und nicht zu vergessen der bekannte Kiosque à Musiques des Westschweizer Radios RTS, moderiert vom nicht weniger bekannten Jean-Marc Richard, dem Schwager von Philippe Clapasson!

Am Marschmusikwettbewerb sind die Musikgesellschaften am Sonntagmorgen ab 9 Uhr zu sehen und zu hören, bevor dann um 14.31 Uhr der Startschuss zum klangvollen Festumzug fällt! «Punkt 14.31 Uhr, das ist uns wichtig, da wir so ein Zeichen für die 31. Ausgabe setzen», erklärt Philippe Clapasson.

Am grossen Fest zu Ehren der Blaskapellen nehmen 800 Musikerinnen und Musiker teil, und man erwartet während der viertägigen Veranstaltung mindestens 10 000 Besucherinnen und Besucher. Selbstverständlich spielt das Wetter eine zentrale Rolle. «Gutes Wetter haben wir beim Pfarrer und bei Meteo Schweiz bestellt, nun muss die Post die Lieferung sicherstellen», scherzt Philippe Clapasson, für den auch Humor kein Fremdwort ist!

Programm und Informationen unter