Philippe Noirat hat das Autorennfahren im Blut

Das Critérium Jurassien ist traditionell die erste Runde der Schweizer Rallye Meisterschaft. Amateur-Rennfahrer Philippe Noirat, Fachmitarbeiter bei PostLogistics in Boudry (NE), nimmt am 13. und 14. April dieses Jahres an der 41. Austragung teil. Seine Kopilotin ist niemand geringerer als seine Frau!

10.04.2018
Text: Corinne Tschanz
  • Philippe Noirat

    Philippe Noirat mag es schnell

  • Der Peugeot 206 von Philippe Noirat

    Der dröhnende Peugeot 206 ist Philippe Noirats treuer Begleiter seit 15 Jahren.

  • Ein Sieg will gefeiert sein!

    Ein Sieg will gefeiert sein! An der Rallye du Chablais 2007

Philippe Noirats Augen leuchten, wenn er an seine Teilnahme am Critérium Jurassien am Wochenende vom 13. und 14. April in Saignelégier denkt. «Ich bin super in Form und kann es kaum erwarten!», meint der passionierte Autorennfahrer. Das Rennen wird er mit seinem orangen Peugeot 206 bestreiten, den er von Grund auf in 250 Arbeitsstunden selbst zusammengebaut hat und der seit 15 Jahren sein treuer Begleiter ist. Auf dem Beifahrersitz wird seine Frau Corinne Platz nehmen, die das Critérium zum dritten Mal mitfährt. «Viele Frauen sind Beifahrerinnen, vielleicht weil sie weniger ängstlich sind als Männer und das Auto besser spüren», erklärt Philippe Noirat. Das Auto in Schuss hält sein Kumpel Franck. Er ist Mechaniker von Beruf und bei den Rennen seit jeher als Assistent an Philippes Seite. «Er ist mein Coach und mein Vertrauensmann, ohne ihn geht gar nichts!»

Im Temporausch

Die Lust auf Tempo und Nervenkitzel kennt Philippe schon seit der Jugend, als er mit den grossen Brüdern sein Töffli frisierte. So richtig gepackt hat ihn das Autorennfahren dann aber mit 22 Jahren gemeinsam mit ein paar Freunden. Damals fuhr er im Alltag einen Peugeot 205 GTI, und mit diesem Modell nahm er im Rahmen der Schweizer Slalom Meisterschaft an Slaloms und Bergrennen in der ganzen Schweiz teil. «Wir trugen noch nicht einmal einen Helm, nur Sicherheitsgurte, und für die Rennen wechselten wir einfach die Reifen.»

Zehn Jahre später, 1999, bekam Philippe Lust auf etwas Neues: Rallyes. Es ist eine ganz andere Welt, man gehört zu den Grossen und hat sich an strenge Sicherheitsbestimmungen zu halten: Überrollbügel im Auto, feuersicherer Anzug, Helm, Handschuhe und automatischer Feuerlöscher, um nur einige zu nennen. «Man fährt jeweils in zwei Tagen etwa 150 Kilometer Rennstrecke», erzählt Philippe. Und fügt hinzu, dass diese Leidenschaft ihren Preis hat: Die Teilnahme an einem Rennen kostet zwischen 4000 und 5000 Franken.

«Nie im Spital»

Sein Enthusiasmus und sein Einsatz zahlten sich aus: In der Saison 2007, die mit der legendären Rallye du Valais abgeschlossen wurde, gewann er den Peugeot-Cup. Schon vier Jahre zuvor war er an der Schweizer Meisterschaft fünfter und am Peugeot-Cup zweiter geworden, 2003 hatte er an der Ronde du Jura den zweiten Platz geholt. Natürlich habe es schon heikle Situationen gegeben, wie beispielsweise 2005 in Italien, als er von der Strasse abkam und im Strassengraben landete. Glücklicherweise kamen alle mit dem Schrecken davon, weder der Pilot noch der Kopilot wurden verletzt. «Wir sind noch nie im Spital gelandet», meint Philippe dankbar und klopft auf Holz. Der Teamgeist unter den Rennteilnehmern sei gross, erzählt er, und illustriert dies mit einer Anekdote von der Rallye du Chablais: Dort hatte ein Walliser Konkurrent Philippes Auto mit dem privaten Kran aus einem Loch gezogen.

Heute nimmt Philippe an etwas weniger Rennen teil, das Critérium Jurassien lässt er aber nie aus. «Wenn ich fahre, fühle ich mich immer noch wie 20», sagt er lachend. So soll es bleiben ... gute Fahrt!

Das Critérium Jurassien

Jedes Jahr nehmen am legendären Critérium Jurassien rund 90 Teams teil. Die Veranstaltung bietet 150 bis 200 Rennkilometer, das heisst Temporausch auf fünf oder sechs verschiedenen Strecken, die je zweimal gefahren werden. Die 41. Austragung findet am 13. und 14. April in Saignelégier statt.Infos Critérium Jurassien

Kurzbiografie Philippe Noirat

Philippe Noirat ist 50, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er lebt in Villiers (NE) und arbeitet seit 35 Jahren bei der Post. Geboren wurde er in Pruntrut (JU), wo er auch aufgewachsen ist und eine Lehre bei der Post gemacht hat. Danach ging er nach Genf, um für die Bahnpost zu arbeiten. 1991 wurde er in Neuenburg Angestellter im Briefversand, 1999 kam er zu PostLogistics, wo er heute «Superuser» am Standort Boudry ist. Sein Lebensmotto: «Mir Gutes tun und schnell unterwegs sein!»