Mindestens bis zum Mond

Am Worldwebforum in Zürich, bei dem die Post Partnerin ist, geht es stets um Innovation. Astrophysiker Claude Nicollier zeigte auf, wie Sterne in Reichweite gelangen.

16.02.2016
Text: Annick Chevillot
  • Claude Nicollier in seinem Büro an der ETHL. Im Hintergrund ein Modell «seiner» Raumfähre.

    Claude Nicollier in seinem Büro an der ETHL. Im Hintergrund ein Modell «seiner» Raumfähre.

  • Claude Nicollier in seinem Büro an der ETHL. Im Hintergrund ein Modell «seiner» Raumfähre.

    Claude Nicollier in seinem Büro an der ETHL. Im Hintergrund ein Modell «seiner» Raumfähre.

  • Claude Nicollier

    Claude Nicollier

  • Claude Nicollier vor seinem Büro an der ETHL mit dem Modell «seiner»Raumfähre.

    Claude Nicollier vor seinem Büro an der ETHL mit dem Modell «seiner»Raumfähre.

  • Sich trauen, gross zu denken ... Claude Nicollier hat es getan.

    Sich trauen, gross zu denken ... Claude Nicollier hat es getan.

  • Thomas Schulz, Journalist im Silicon Valley.

    Thomas Schulz, Journalist im Silicon Valley.

Man muss sich trauen, in grossen Zusammenhängen zu denken, weit zu gehen, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und einfach loszulegen! Dies war der Tenor der Referate am vierten Worldwebforum, das am 28. Januar in Zürich stattfand und dem Thema «Digital Leadership» gewidmet war. Man erfuhr dort, was zum Erfolg eines Start-ups führt – von den Anfangsphasen bis zur Markteinführung von neuen Produkten und Dienstleistungen.

Die erste Schlussfolgerung lautete: «Es ist wichtig, gross zu denken!» Kirsty Nathoo, Finanzchefin beim Investementfonds Y Combinator, erklärte anhand von Twitter, wie grosses Denken funktioniert. Der Zürcher FDP-Nationalrat Ruedi Noser beschrieb humorvoll, was die Entwicklung von Start-ups in der Schweiz bisweilen behindert: «Wenn etwas in Zürich entwickelt wird, wird es auch in Zürich auf Herz und Nieren getestet, bevor man den Schritt nach Schlieren (die Nachbargemeinde) wagt.» Während das Ziel doch mindestens der Mond sein sollte!

Der Weltraum als Inspiration

Claude Nicollier, Astrophysiker und ehemaliger Astronaut, hatte das Glück, die Welt von oben zu sehen. Als Ehrengast berichtete er von seinen Erfahrungen im Weltraum und erklärte auch, weshalb Leadership in dieser Umgebung so wichtig ist: «Im Weltraum ist man grossen Gefahren ausgesetzt. Deshalb muss man sich sehr sorgfältig vorbereiten, um bei Problemen mit dieser feindlichen Umgebung zurechtzukommen. Diese Risikomanagementstrategie lässt sich auf viele Wirtschaftszweige übertragen: Fluggesellschaften, Spitäler, Industrie usw.»

Die schnelle Aktions- und Reaktionsfähigkeit, die sich Nicollier angeeignet hat, ist entscheidend bei allen sogenannt disruptiven wirtschaftlichen und technologischen Neuentwicklungen. Es sind Dienstleistungen wie Uber, Airbnb, Hyperloop und Blippar, die ganze traditionelle Wirtschaftszweige gefährden, aber auch riesige Chancen bieten, wie Thomas Schulz, Journalist aus dem Silicon Valley und Spiegel-Korrespondent, erläuterte (siehe unten).

Alle Referate (auf Englisch) finden Sie unter: worldwebforum.ch

«Disruptiv ist, was schneller und besser ist»

Thomas Schulz ist ein deutscher Journalist und Autor des 2015 erschienenen Buchs «Was Google wirklich will». Es befasst sich insbesondere mit der disruptiven Wirtschaft.

Disruptiv ist das neue Modewort. Was bedeutet es konkret?

Disruptiv ist, was schneller und besser ist. Nehmen Sie zum Beispiel Uber. Dieser Service ist sehr schnell und oft besser als die herkömmlichen Taxigesellschaften.

Solche neuen Dienstleistungen gefährden traditionelle Unternehmen aber stark.

Ja, das ist so. Aber auch traditionelle Unternehmen können sich gegen die Konkurrenz von aussen wehren, die sie verdrängen will. Dazu müssen sie innovativ sein, schnell handeln und vor allem etwas wagen.

Was wagen?

Sie müssen selbst disruptiv werden, um ihren Markt zu verteidigen und neue Märkte zu erschliessen.

tomschulz.com