Wenn der Velokurier klingelt

Heute bestellen, heute erhalten. Dies wünschen immer mehr Kunden. Ein Fall für notime. Seit Mitte März 2018 gehört das Technologieunternehmen mehrheitlich der Post.

Ausgabe 3/2018
Text: Sandra Gonseth; Fotos: Gian Vaitl
notime Velokurier

Jonas Kleiner ist Velokurier bei notime (siehe Statement ganz unten).

Vielen ist das Unternehmen notime AG durch seine über 350 Velokuriere bekannt, die in Schweizer Städten unterwegs sind. Das Herzstück des Zürcher Startups ist jedoch eine eigens entwickelte IT-Plattform: «Mit dieser Plattform können Onlinehändler die gesamte logistische Prozessplanung von der Bestellung im Onlineshop bis zur Lieferung der Ware vollständig automatisieren», sagt Michael Hauser, Mitbegründer von notime.

Mit dem E-Lastenvelo zum Kunden

Das sieht in der Praxis dann so aus: notime holt die bestellte Ware in Zusammenarbeit mit der SBB beim Onlinehändler ab und transportiert sie mit dem Zug in die jeweilige Stadt. Dort kommen die Fahrradkuriere zum Einsatz: Sie übernehmen die Waren ab dem Bahnhof und liefern diese auf optimierten Minitouren an die Kunden aus. Für die Auslieferung werden elektrisch angetriebene Lastenvelos eingesetzt.

Rasch und ökologisch

Es ist eine Tatsache: Lieferungen am gleichen Tag, die sogenannten Same-Day-Lieferungen, sowie Flexibilität und Planbarkeit bei der Zustellung sind immer gefragter. «Mit unserer Mehrheitsbeteiligung an notime wollen wir dieses Geschäftsfeld in der Schweiz an vorderster Front mitgestalten», sagt Dieter Bambauer, Leiter von PostLogistics. «Denn gerade in Städten und Agglomerationen ist eine rasche und noch dazu ökologische Lieferung ein entscheidender Wettbewerbsvorteil», ist er überzeugt. Die Post investiere also in ein Modell, das die Wünsche von Onlinekunden perfekt erfülle.

Einzigartige Technologie

Auch Michael Hauser ist überzeugt, dass mit diesem Zusammenschluss beide Partner optimal profitieren: «Wir haben in den letzten Jahren eine einzigartige Technologie entwickelt. Diese möchten wir nun gemeinsam mit der Post weiterentwickeln», sagt er. Die Zusammenarbeit mit der Post erlaube, die Lösungen in die Breite zu tragen. «Ohne Partnerin wie die Post wäre das nicht möglich.»

Jonas Kleiner, Velokurier bei notime

Einer der Fahrradkuriere, die für notime arbeiten, ist Jonas Kleiner. Pro Tag spult er 70 bis 130 Kilometer mit dem Velo ab. Kommt man mit dieser hohen Kilometerzahl nicht an seine körperlichen Grenzen? Der 32-jährige Zürcher verneint. «Ich war schon immer sehr sportlich: Früher trainierte ich fünfmal pro Woche Handball, heute gehe ich gerne Windsurfen, mache Ski- oder Wandertouren in den Bergen.» Nicht die Fitness sei die grösste Herausforderung, sondern der Zürcher Stadtverkehr. Da er aber bereits seit einem knappen Jahr bei notime an fünf Tagen pro Woche im Einsatz steht, bewältigt er den Strassenverkehr mit grosser Routine.