Was sagt die Bevölkerung zu selbstfahrenden Bussen?

Die selbstfahrenden Postautos rollen seit Juni 2016 durch Sion. Eine Studie zeigt: Die neuen Verkehrsmittel kommen bei der Bevölkerung gut an.

Ausgabe 9/2017
Text: Urs Bloch
  • Der SmartShuttle schlängelt sich auch durch die engsten Gassen.

    Der SmartShuttle schlängelt sich auch durch die engsten Gassen.

  • Wer mit einem SmartShuttle gefahren ist, hat in der Regel eine positive Einstellung zu selbstfahrenden Bussen.

    Wer mit einem SmartShuttle gefahren ist, hat in der Regel eine positive Einstellung zu selbstfahrenden Bussen.

Seit dem Projektstart im Juni 2016 sind Tausende mit den vollautomatisierten Postautos in Sion gefahren. Nun wollte PostAuto wissen, ob die Bevölkerung überhaupt Gefallen findet an den SmartShuttles oder an selbstfahrenden Bussen im Allgemeinen. Die Akzeptanz- und Wirkungsstudien des Marktforschungsunternehmens GIM Suisse AG und der Fachhochschule Westschweiz Wallis liefern nun Antworten.

51 Prozent aller rund 400 Befragten haben gar keine oder nur leichte Bedenken, wenn selbstfahrende Busse eingesetzt werden. In Sion, wo die automatisierten Busse Alltag sind, macht diese Gruppe 62 Prozent aus. 49 Prozent (Sion: 38 Prozent) haben mässige oder grosse Bedenken, in einen selbstfahrenden Bus einzusteigen. In China, Indien, Japan und den USA ist der Anteil jener, die grosse Bedenken haben, wesentlich höher.

Die Ergebnisse bestätigen, was PostAuto bereits beobachtet hatte: Menschen, die schon einmal mit den SmartShuttles gefahren sind, sind gegenüber selbstfahrenden Bussen positiver eingestellt. Sie äussern auch Ideen, um das Angebot auszubauen. Zum Beispiel mit höheren Geschwindigkeiten, längeren Strecken oder als Shuttle auf Spital- und Firmengeländen. Generell steht die Schweizer Bevölkerung selbstfahrenden Bussen positiv gegenüber.

Die HES-SO Wallis führte in Sion eine Beobachtungsstudie zum Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer im Umfeld der SmartShuttles durch. Demnach fügen sich die selbstfahrenden Postautos sehr gut in die städtische Verkehrslandschaft ein und lösen kaum negative Reaktionen aus. Eine der Herausforderungen bleibt noch die Kommunikation zwischen den Shuttles und den anderen Verkehrsteilnehmern, damit die Verkehrsflüsse optimiert und trotzdem harmonisch gestaltet werden können.