Initiative gefährdet Sozialpartnerschaft

Die Volksinitiative «Pro Service public» wird breit abgelehnt. Auch die Gewerkschaften stellen sich klar gegen das Anliegen.

18.05.2016
Text: Chantal Fischer; Fotos: Daniel Rihs
Service public

Wir sind Service Public - Aktion von SEV, Syndicom, VPOD gegen die Mogelpackung «Pro Service public-Initiative»

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) lehnt die Volksinitiative «Pro Service public» entschieden ab. Dies gab er an seiner Medienkonferenz vom 3. Mai 2016 offiziell bekannt. Zwar scheinen die Forderungen der Initiative – mehr Service und keine überbordenden Managerlöhne – auf den ersten Blick sympathisch. Die Vorlage «schwächt die Infrastruktur-Unternehmen jedoch substanziell, ohne irgendwelche Missstände zu beheben», so Dore Heim, die Zentralsekretärin des SGB. Ausserdem sieht sie mit der Initiative die sozialpartnerschaftlichen Lohnverhandlungen in Gefahr: Gemäss Initiativtext müssten die Löhne aller Postmitarbeitenden denjenigen der Bundesverwaltung entsprechen. In der Folge hätte wohl das Parlament über jährliche Lohnerhöhungen zu bestimmen. «Die Gewerkschaften könnten gar nicht mehr über die Lohnentwicklung verhandeln.»

Auch Nationalrat und transfair-Präsident Stefan Müller-Altermatt sieht die gewerkschaftlichen Errungenschaften bedroht: «Die Post soll eine attraktive Arbeitgeberin bleiben und ihren Mitarbeitenden branchenübliche Löhne zahlen. Die Service-public-Initiative stellt dies in Frage. Sie gefährdet in der Summe die bundesnahen Unternehmen und damit langfristig auch Tausende von Arbeitsplätzen!»