Das ganze Dorf in der Hosentasche

Das Pilotprojekt My Local Services ist lanciert. Die App für das Smartphone funktioniert wie ein virtueller Dorfplatz. Erfahren Sie mehr.

Ausgabe 6/2017
Text: Annick Chevillot; Illustrator: Dennis Oswald, Branders

Was bieten die Gemeinde, die Post und das lokale Gewerbe, was läuft im Quartier, wann ist Wochenmarkt, welche Veranstaltungen aus Kultur, Sport und Politik finden statt? Selten findet man all diese Infos an einem Ort. Oft muss man mehrere physische und digitale Informationsquellen konsultieren, um sich einen Überblick über das Lokalgeschehen zu verschaffen.

Seit 20. Juni läuft in Biel das Pilotprojekt My Local Services, das all diese Infos in einer einzigen Smartphone-App bündelt. Die App ermöglicht den Gemeinden, einen virtuellen Dorfplatz zu kreieren, auf dem Einwohnerinnen und Einwohner alle nützlichen Informationen finden. Und zwar nicht nur die offiziellen Infos der Gemeinde. Auch Angebote der Post, von Kleinunternehmen und dem lokalen Gewerbe (Stichwort Hauslieferung), einen Veranstaltungskalender, Informationen zur häuslichen Betreuung (Krankenpflege, Spitex), die im Quartier gültige Parkkarte usw.

Mehrsprachigkeit wird grossgeschrieben

Nach Biel, der grössten zweisprachigen Stadt der Schweiz, nehmen auch Nidau, Pieterlen und Evilard/Macolin am Pilotversuch teil. Die App wird während der Pilotphase auf Herz und Nieren geprüft und anhand der Erfahrungen der teilnehmenden Gemeinden und der Bevölkerung weiterentwickelt. Danach wird sie schrittweise in weiteren Regionen eingeführt. «Biel und die umliegenden Gemeinden haben wir aufgrund der Zweisprachigkeit ausgewählt», erklärt Alexander Sollberger, der Leiter dieses Projekts bei E. «Die unterschiedliche Grösse dieser Ortschaften ist ebenfalls ein Vorteil.»

Mit ihrem Projekt unterstützt die Post auch Gemeinden, für die es schwierig ist, digitale zu Angebote zu entwickeln. Sie verbindet Bedürfnisse und Angebote von Gemeinden, Post und Einzelpersonen und hilft so, Entwicklungskosten einzusparen. Denn auf dieser Plattform lassen sich eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Services zusammenführen.

«My Local Services hat ein enormes Potenzial», stellt Alexander Sollberger erfreut fest. Zudem sei My Local Services das bisher erste Postprodukt mit dem Label early. Sehen Sie unten, was das bedeutet und wie die App funktioniert.

Die App lässt sich ab sofort gratis im App Store oder im Google Play Store herunterladen.www.mylocalservices.ch
www.post.ch/mylocalservices Die Plattform My Local Services ist das bisher erste Post-Produkt mit dem Label «early» www.post.ch/early

Einige Anwendungsbeispiele

Die Gemeindeangestellten können die Inhalte selbstständig via Administrationsportal verwalten. Beispiele: Infos zu den Kehrichtgebühren, Parkscheiben, blauen Zonen, zur Wohnsitzbestätigung usw.

Mit der Kalenderfunktion können wichtige Daten wie Abstimmungen und Wahlen sowie auch wiederkehrende Termine wie die Papiersammlung kommuniziert werden.

Ortsansässige Firmen stehen bei diesem neuen Absatzkanal ganz im Vordergrund. Dadurch gewinnt eine Gemeinde bzw. ein Quartier an Attraktivität. Beispiele: Geschenkkörbe mit Produkten vom Bauernhof, Sträusse vom Blumenladen, Lieferservices, Leistungen für ältere Menschen.

Die Einwohnerinnen und Einwohner erhalten alle Informationen an einem Ort. Beispiele: PickPost, Post zurückbehalten usw.

Mit der App können Angebote und Services ausgewählt, bestellt und bezahlt werden.

Dank Standortermittlung erhalten die Einwohner nur Angebote aus ihrer unmittelbaren Umgebung angezeigt.