Nach dem Grossbrand

Mitte Januar fing das PostAuto-Depot in Chur Feuer. Fast 20 Fahrzeuge wurden Opfer der Flammen. Wir haben den Brandort besucht.

19.03.2019
Fotos: Thomas Hablützel, zVg
  • 25 Postautos waren den Flammen ausgelifert, 17 sind komplett ausgebrannt.

    Der Blick in das ausgebrannte Depot tut weh: 25 Postautos waren den Flammen ausgeliefert, 17 sind komplett ausgebrannt.

  • Die Feuerwehr im Einsatz: Die letzten Flammen werden gelöscht, doch das Postauto war nicht mehr zu retten.

    Die Feuerwehr im Einsatz: Die letzten Flammen werden gelöscht, doch das Postauto ist nicht mehr zu retten.

  • Das Depot während der Brandnacht

    Das Depot während der Brandnacht

  • Die Feuersbrunst war gewaltig: Die Halle mti den Einstellplätzen, der Reparaturwerkstatt, der Tankstelle und Waschanlage ist komplett zerstört.

    Die Feuersbrunst war gewaltig: Die Halle mit den Einstellplätzen, der Reparaturwerkstatt, der Tankstelle und Waschanlage ist komplett zerstört.

  • Das einstige Depot gibt in den Tagen danach ein trauriges Bild ab: verkohlte Fahrzeuge, eingestürzte Metallträge und die Gewissheit, dass kaum mehr was zu retten ist.

    Das einstige Depot gibt in den Tagen danach ein trauriges Bild ab: verkohlte Fahrzeuge, eingestürzte Metallträge und die Gewissheit, dass kaum mehr was zu retten ist.

  • Die Gerippe der zerstörten Fahrzeuge

    Die Gerippe der zerstörten Fahrzeuge

  • Fünf Postautos konnten gerettet werden. Sie wurden repariert und geruchsneutralisiert.

    Fünf Postautos konnten gerettet werden. Sie wurden repariert und geruchsneutralisiert.

  • Wo nun die Postautos parkieren? Ein Areal ausserhalb von Chur steht vorübergehend als Parkplatz zur Verfügung. Doch zuerst musste ...

    Mit dem Brand haben die Churer auch den Parkplatz verloren. Wo also die Poschis parkieren? Ein Areal ausserhalb von Chur steht vorübergehend als Parkplatz zur Verfügung. Doch zuerst musste ...

  • ... der fast meterhohe Schnee weggeräumt werden.

    ... der fast meterhohe Schnee weggeräumt werden.

  • Mitte Februar am Brandort: Die zerstörten Fahrzeuge wurden weggebracht, die Decke abgerissen, der Platz gesäubert.

    Mitte Februar am Brandort: Die zerstörten Fahrzeuge wurden weggebracht, die Decke abgerissen, der Platz gesäubert.

  • Fahrer Sepp Coray: «Es tut weh, so viele zerstörte Postautos zu sehen.»

    Fahrer Sepp Coray: «Es tut weh, so viele zerstörte Postautos zu sehen.»

  • Fahrer Florian Aebli: «Das war ein Schock.»

    Fahrer Florian Aebli: «Das war ein Schock.»

  • Betriebszonenleiter Alban Joos ist dankbar für die grosse Unterstützung durch die Mitarbeitenden.

    Betriebszonenleiter Alban Joos ist dankbar für die grosse Unterstützung durch die Mitarbeitenden.

«Es sind Tränen geflossen», erzählt Alban Joos. «Denn es ist hart, zu sehen, wie «deine» Postautos brennen.» Der Betriebszonenleiter Chur war am Hockeyspielen, als er am 16. Januar um etwa 21 Uhr vom Brand erfuhr. «Als ich dort ankam, brannte es schon lichterloh.»

Auch Fahrer Sepp Coray erinnert sich gut an jenen Abend. «Das darf nicht wahr sein», war sein erster Gedanke. Er war mit Kollegen in den Skiferien. Zurück in Chur suchten sie sofort den Brandort auf. Das ging direkt ins Herz: «Es tut weh, die Gerippe von so vielen Postautos zu sehen.» Sein Kollege Florian Aebli sagt: «Das war ein Schock.»

17 Postautos wurden komplett zerstört, 8 konnten repariert werden. «Wir haben beinahe die Hälfte unserer Churer Flotte verloren», sagt Alban Joos.

Die Churer haben nicht nur Fahrzeuge, sondern auch 25 Einstellplätze, ihre Tankstelle, die Werkstatt, das Pneulager und die Waschanlage verloren.

Schnelle Hilfe

Um 23 Uhr stand der Krisenstab, zwei Stunden später trafen schon die ersten Ersatzpostautos aus Davos und Scuol ein. «Die Solidarität war überwältigend: Aus dem ganzen Kanton kamen Reservepostautos.» Der Betrieb war bald sichergestellt: Am nächsten Morgen startete der erste Kurs pünktlich um 5.45 Uhr nach Peist GR.

Grosser Verlust

Und heute? Die Brandstelle ist geräumt, die einsturzgefährdete Mauer ist grösstenteils abgebaut, nackte Stahlverstrebungen, vom Feuer geschwärzte Wände und die Stützen auf zwei verrussten Balkonen der umliegenden Wohnungen zeugen noch vom Brand.

Tatkräftige Unterstützung

Die Fahrzeuge werden derzeit auf einem Areal ausserhalb der Stadt abgestellt. Doch im Juni wird der Platz überbaut. «Wir müssen uns laufend weiter organisieren», sagt Alban Joos. «Auch bei den Leihfahrzeugen.» Denn viele werden wieder an ihren ursprünglichen Standorten gebraucht. Schwierig wirds in der Sommersaison, wenn die Passfahrten wieder starten.

Erst im Herbst treffen die neuen Fahrzeuge ein. Vier nigelnagelneue Doppelstöcker sind schon da. Denn die Churer hatten Glück im Unglück: Die Fahrzeuge hätten im Dezember geliefert werden sollen, kamen aber zu spät und standen so nicht im Depot, als dieses brannte.

Die Unterstützung der Mitarbeitenden ist gross. «Ich bin sehr dankbar für die grosse Hilfsbereitschaft», sagt Alban Joos. «Viele kamen her, als es brannte, um zu fragen, was sie tun und helfen können.» Egal, ob sie frei oder Ferien hatten – sie waren für ihren Betrieb da.