Der digitale Arbeitskollege

Beim Stichwort «Roboter» denken die meisten von uns an eine Art Maschinenmensch. Doch auch eine Computersoftware kann ein Roboter sein. Bei PostFinance sind 30 solche Maschinen im Einsatz.

29.01.2019
Text: Manuela von Arx; Fotos: Keystone
  • Menschenähnlicher Roboter

    Roboter im Einsatz: ob menschenähnlich oder als Computersoftware.

  • Büro mit Briefen

    Die Roboter helfen mit, die unzustellbaren Pricing-Briefe zu bearbeiten.

«Robotic Process Automation», kurz RPA oder Robotics, ist kein Roboter, wie man ihn aus Hollywood-Filmen kennt, sondern eine Computersoftware. Robotics entlastet die PostFinance-Mitarbeitenden bei gewissen Aufgaben. Einfach gesagt erledigt der Roboter Arbeiten, die für einen normalen Mitarbeiter eher eintönig und anspruchslos sind und keine komplexen Entscheidungen erfordern.

Robotics arbeitet wie ein Mitarbeiter

Der Roboter macht das, was ein Mensch tun würde – er füllt Formulare aus, überträgt Daten in Systeme und vergleicht Dokumente. Dabei arbeitet er aber um einiges schneller und kosteneffizienter. Fehler macht er nur, wenn er falsch programmiert wurde.
Aktuell sind 30 Roboter für PostFinance im Einsatz, die beispielsweise Stornoaufträge im Zahlungsverkehr ausführen. Jeder Roboter erledigt nur eine Aufgabe aufs Mal.

Pricing-Briefe: 15 Roboter im Einsatz

Ein aktuelles Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Robotics ist die Bearbeitung der nicht zustellbaren Pricing-Briefe. Von den rund 3 Millionen versendeten Briefen zu den neuen Gebühren von PostFinance kamen etwa 85 000 als unzustellbar zurück. Hier sind die Roboter eine grosse Hilfe: Sie arbeiten rund 70 Prozent der Fälle ab und sparen so den Einsatz von rund 15 temporären Mitarbeitenden, die für drei Monate eingestellt worden wären.

Daran wird die Kehrseite der Medaille sichtbar: Ein Roboter ersetzt menschliche Arbeit. Er wird nie müde, arbeitet ohne Flüchtigkeitsfehler und ist auch nachts oder am Wochenende genauso motiviert an der Arbeit wie tagsüber. Der Einsatz von Robotern ist somit nicht nur ein Mitgehen mit der Zeit, sondern auch eine Sparmassnahme – Roboter steigern die Effizienz und senken damit die Kosten. Im Gegenzug entstehen neue Aufgaben, denn der Roboter muss programmiert, überwacht und korrigiert werden.

Der Arbeitsalltag mit Robotics

Doch wie ist es, einen Roboter als Arbeitskollegen zu haben? Im Team von Silvia Salzmann, PF44-224, sind drei Roboter im Einsatz. «Wenn alle Details vorher genau programmiert wurden, können wir uns darauf verlassen, dass der Roboter schnell und konsequent arbeitet», sagt die IT-Fachfrau. Trotzdem könne der Roboter nur eingeschränkt eingesetzt werden, weil er noch keine Lernfähigkeit besitze. Und wenn ihm eine Information fehlt, hört er einfach auf zu arbeiten.