Morgestraich im Kleinformat

Die «drey scheenschte Dääg», wie die Basler ihre Fasnacht nennen, gehören zum UNESCO-Kulturerbe. Deshalb ziert der Morgestraich jetzt eine Marke.

29.01.2019
Text: Lea Freiburghaus
  • Der Morgestraich ist Auftakt und gleichzeitig einer der Höhepunkte der grössten Schweizer Fasnacht in Basel

    Der Morgestraich ist Auftakt und gleichzeitig einer der Höhepunkte der grössten Fasnacht der Schweiz.

  • Domo Löw, Gestalter der Sondermarke «Basler Fasnacht»

    Domo Löw, Gestalter der Sondermarke «Basler Fasnacht»

Was haben das chinesische Schattentheater, das indische Yoga und die Basler Fasnacht gemeinsam? Sie alle gehören zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Die grösste Schweizer Fasnacht mit rund 20 000 Aktiven und 200 000 Besuchern wurde Ende 2017 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Aus diesem Anlass erschien am 24. Januar 2019 die Briefmarke «Basler Fasnacht». Die Sondermarke im fasnächtlich dekorierten 16er-Bogen ist erhältlich in allen Filialen und auf postshop.ch. Gestaltet wurde sie vom Grafiker Domo Löw, einem waschechten Basler Fasnächtler.

Herr Löw, wann und wie sind Sie zur Basler Fasnacht gekommen?

Als kleiner Binggis erlebte ich den Morgenstraich an der Hand meiner Mutter, im Primarschulalter lernte ich dann Trommeln und durfte bald darauf die Laterne meiner Jungen Garde malen.

Wie hat sich die Fasnacht über die Jahre verändert?

Einerseits bleiben gewisse steinalte Traditionen immer gleich und wiederholen sich Jahr für Jahr, andererseits kommen immer wieder neue, erfrischende Einflüsse dazu. Was zum Beispiel verschwunden ist sind Maskenbälle in Lokalen, wo man kostümiert zu Orchestermusik tanzte, das ist definitiv aus der Mode gekommen.

Warum haben Sie sich für den Morgestraich als Motiv entschieden?

Merkwürdig ist ja eigentlich, dass der Höhepunkt der Basler Fasnacht gleich am Anfang steht und erst noch mitten in der Nacht. Der Anblick der vielen Lichter und Farben, die zu Trommel- und Piccoloklängen durch die dunkle Winternacht schweben, ist jedes Jahr imposant.

Was ist Ihr persönliches Fasnachtshighlight?

Jedes Jahr wieder etwas Anderes. Während den drei Fasnachtstagen kommt es immer wieder zu unerwarteten Begegnungen, man erlebt etwas Skuriles oder freut sich über ein winziges Kinderzüglein, das fröhlich durch eine versteckte Gasse zieht.