Warm durch den Winter

Rund 12 Tonnen ausgediente Postkleider wurden 2018 dem Schweizerischen Roten Kreuz gespendet. Der Erlös aus dem Verkauf fliesst in soziale Projekte.

29.01.2019
Text: Regula Adank
  • Mitarbeitende entfernen die Postlogos

    Bereit für ein zweites Leben: Hier werden die Postlogos von den ausgedienten Dienstkleidern entfernt.

  • Bei den ausgedienten Dienstkleidern werden die Postlogos entfernt.

    Bei den ausgedienten Dienstkleidern werden die Postlogos entfernt.

Bruno steht am Kleiderständer und schaut sich die aufgereihten Jacken der Grösse L näher an. Ein warmes, grau-gelbes Modell gefällt ihm besonders gut. Bruno ist Vater von drei Kindern. Trotz seiner Arbeit im Baugewerbe und der Teilzeittätigkeit seiner Frau in einer Tagesschule drehen beide jeden Rappen um, um die fünfköpfige Familie warm durch den Winter zu bringen. Die Kleider kaufen sie oft im Secondwarenhaus «la trouvaille».

Secondhandladen, Berghilfe oder Putzlappen

Im letzten Jahr wurden mit der Aktion «Ein zweites Leben für Postkleider» rund zwölf Tonnen Postkleider gesammelt und dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) gespendet. Der Erlös aus dem Verkauf der Kleider fliesst in soziale Projekte in der Schweiz. Die gesammelten alten oder ungebrauchten Dienstkleider von Mitarbeitenden der Post werden sortiert und das Postlogo wird entfernt. Je nach Qualität gehen die Kleider verschiedene Wege: Fast neuwertige Kleidung wird in den Secondhandwarenhäusern «la trouvaille» des SRK günstig verkauft. Qualitativ sehr gute Kleidung, die aber Makel wie kleine Löcher aufweist, kommt unter anderem der Schweizer Berghilfe zugute. Kaputte oder aus Markenschutzgründen nicht mehr tragbare Kleider werden entweder in Laptophüllen oder Turnsäckli umgewandelt, zu Putzlappen verarbeitet oder thermisch verwertet (Kehrichtverbrennungsanlage).

Die Jacke, die Bruno in den Händen hält, ist die ehemalige Berufskleidung eines Pöstlers. Gegen die Kälte des Winters ist er nun bestens gerüstet.